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GP Belgien 2011 - Rennanalyse

Fliegende Flügel und verlorene Spiegel

Heikki Kovalainen Rennen GP Belgien 2011 Foto: dpa 53 Bilder

Der GP Belgien sorgte auch ohne Regen für viel Action. Nach dem turbulenten Grand Prix beleuchten wir noch einmal die wichtigsten Szenen und beantworten die letzten offenen Fragen. War das Überholen zu einfach? Wer profitierte vom Safety-Car? Und wer verlor im Chaos den Überblick?

28.08.2011 Tobias Grüner

War das Überholen in Spa zu einfach?

Das Rennen in Spa ließ kaum Luft zum Atmen. RTL-Zuschauer wurden nach jeder Werbepause mit einer neuen Reihenfolge konfrontiert. Überholt wurde an allen Ecken und Enden. Besonders am Ende der langen Geraden vor der Les Combes-Kurvenkombination bekamen die Zuschauer auf der Tribüne einiges geboten. Nach dem Rennen kritisierten einige Puristen, dass der bewegliche Heckflügel das Überholen zu einfach gemacht habe. Dagegen sprechen allerdings ein paar Thesen.

"Die meisten Manöver wurden schon vor der Aktivierungszone in Eau Rouge vorbereitet", analysierte Ferrari-Teamchef Stefano Domenicali. Jenson Button fügte hinzu: "Im Pulk durfte jeder den Flügel benutzen und trotzdem wurde überholt." Die mit 24 Sekunden längste Vollgaspassage des Kalenders ist einfach die beste Garantie für Überhol-Action. Und dass es auch woanders ging, zeigten Mark Webber (gegen Alonso) und Sebastian Vettel (gegen Rosberg) mit den spektakulären Manövern eingangs Eau Rouge und außen in der Blanchimont-Kurve.

Wem nützte die Safety-Car-Phase?

Die Safety-Car-Phase nach dem Crash von Lewis Hamilton und Kamui Kobayashi kam für einige Fahrer genau zum richtigen Zeitpunkt. Michael Schumacher, Sebastian Vettel, Jenson Button und Adrian Sutil nutzten die Neutralisierung, um ohne großen Zeitverlust Reifen zu wechseln. "Sebastian hat einen Extra-Stopp geschenkt bekommen", klagte Ferrari-Chef Stefano Domenicali später. Vettel sah den Vorteil jedoch nicht so groß: "Ich lag zu dem Zeitpunkt ja deutlich in Führung und danach nur noch auf Rang drei."

Es gab aber auch Fahrer, denen die Safety-Car-Phase in die Quere kam. Mark Webber verpasste den Zeitpunkt zum Wechsel durch ein Funkproblem. Er blieb auf der Strecke und musste 28 Runden auf den harten Reifen zurücklegen. Auch Force India-Pilot Paul di Resta verfluchte die Neutralisierung. Er durfte erst eine Runde nach Adrian Sutil zum Reifenwechsel und flog damit aus den Punkten.

Warum kamen die Silberpfeile so gut aus den Startlöchern?

Michael Schumacher schoss in der ersten Runde von Startplatz 24 bis auf Rang 14 nach vorne. Teamkollege Nico Rosberg stürmte aus der dritten Startreihe an die Spitze. Doch wie konnten die beiden Silberpfeile insgesamt 15 Plätze in nur einer Runde gutmachen? Die Antwort fällt in beiden Fällen unterschiedlich aus. Rosberg profitierte vor allem von den schwachen Starts seiner Vorderleute. Mark Webber verpatzte den Start komplett, Sebastian Vettel und Lewis Hamilton kamen nicht gut von der Linie weg. Felipe Massa machte einen Fehler in der ersten Kurve und schon führte ein Mercedes das Rennen an.

Michael Schumacher hatte ebenfalls Glück. Im Mittelfeld vor ihm krachte es heftig. Während die Konkurrenz versuchte, den Teilen und herumstehenden Autos auszuweichen nutzte Schumi die Gelegenheit und griff beherzt an. Nicht zum ersten Mal bewies der 42-Jährige, dass er ein Spezialist für die erste Runde ist. Schon in der Vorsaison machte kein Pilot so viele Plätze auf den ersten Metern gut wie der Rekordchampion. Nach dem Husarenritt von Spa ist Schumi auf bestem Wege, diesen Titel zu verteidigen.

Wie viele Spiegel blieben auf der Strecke?

Auf den ersten Metern ging es turbulent zur Sache. Wie so oft sorgten die Kombination aus der engen La Source Haarnadel und dem Nadelöhr Eau Rouge für viel Action. Jenson Button war mitten drin im Getümmel. "Nach der ersten Kurve verlor irgendjemand den Frontflügel, der dann auf meinen Frontflügel flog. Der ist an mir vorbeigeflogen und hat den Spiegel abgerissen. Das hat mich ziemlich erschreckt." Neben dem Spiegel verlor Button auch noch ein großes Teil des Heckflügels. Immerhin sah der McLaren-Pilot die Zielflagge. Im Vorjahr war das Rennen nach der Kollision mit Vettel beendet.

Button war aber nicht der einzige mit nur noch einem Rückspiegel im Ziel. Auch bei Adrian Sutil blieb das Anbauteil im Startgetümmel auf der Strecke, wie er anschließend berichtete: "Ich hatte einen guten Start und schon drei Plätze gutgemacht. Dann musste ich dem Alguersuari ausweichen. Dann flog auch noch der Flügel von Bruno Senna auf meinen Kopf zu. Ich bin gerade noch ausgewichen. Ich wollte dann eine Runde später mal schauen, wer hinter mir ist und habe dann erst gemerkt, dass der rechte Rückspiegel fehlt. Ich hatte auch noch einen Schaden am Auto, wie mir erst nach dem Rennen gesagt wurde. Da steckte ein Teil im Seitenkasten."

In unserer großen Fotogalerie haben wir noch einmal die spektakulärsten Bilder des Crash-Festivals von Spa-Francorchamps.

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