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GP Belgien 2014 (Ergebnis Rennen)

Ricciardo-Sieg dank Mercedes-Krach

Daniel Ricciardo - GP Belgien 2014 Foto: xpb 58 Bilder

Daniel Ricciardo hat den Grand Prix von Belgien gewonnen. Der Red Bull-Pilot profitierte von einer Kollision zwischen Lewis Hamilton und Nico Rosberg in Runde 2. Rosberg landete immerhin noch auf Rang 2. Hamilton gab in aussichtsloser Position vorzeitig auf.

24.08.2014 Tobias Grüner

Lange ging es im Mercedes-Duell hart aber relativ fair zur Sache. Im ersten Rennen nach der Sommerpause legte der Krieg der Sterne allerdings deutlich an Intensität zu. Nach dem verlorenen Start blies Nico Rosberg in Runde 2 im Windschatten von Lewis Hamilton zur Attacke. Beim Angriff auf den Teamkollegen in der Les Combes touchierte Rosberg das Schwesterauto mit der rechten Ecke des Frontflügels und schlitzte Hamilton damit den linken Hinterreifen auf.

Der Brite musste auf 3 Rädern fast 2 Drittel der Runde zur Box zurückschleichen. Der zerfetzte Reifen zerstörte dabei Teile des Unterbodens, was zu starkem Abtriebsverlust führte. Hamilton fiel weit zurück. Der Versuch einer Aufholjagd wurde 5 Runden vor Schluss abgeblasen. Lange hofften die Mercedes-Ingenieure auf ein Safety-Car, um die Lücke zu den Punkteplätzen zu schließen. Doch die Hilfe kam nicht.

Für Teamkollege Rosberg lief es besser. Der WM-Spitzenreiter fuhr zunächst mit seinem beschädigten Frontflügel weiter. In Runde 8 absolvierte er schließlich den notwendigen Reparaturstopp, der zusätzliche 8 Sekunden kostete. Rosberg hätte das Rennen vielleicht doch noch gewonnen, wenn er sich nicht in Runde 16 beim Angriff auf Sebastian Vettel vor der Busstop-Schikane massiv verbremst hätte. Der Bremsplatten führte zu reduzierter Pace und einem weiteren vorzeitigen Boxenstopp.

Ricciardo fährt Sieg souverän nach Hause

Die Ingenieure versuchten mit der Strategie noch die Chance auf den Sieg zu sichern. Doch der 3-Stopp-Angriff auf Daniel Ricciardo, der nur 2 Mal Reifen wechselte, ging nicht auf. 3,3 Sekunden fehlten nach 44 aufregenden Runden. Der Sieger hatte sich mit kompromisslosen Manövern gegen Alonso (Runde 4) und Vettel (Runde 5) nach vorne geschoben und dann trotz langen Stints konstant schnelle Runden gedreht.

Ricciardo nahm das Geschenk der Silberpfeile gerne an: "Das war heute anders als bei meinen anderen Siegen. Ich lag heute lange in Front. Am Ende musste ich die Rundenzeiten niedrig halten, als Nico von hinten näher gekommen ist. Da hofft man nur, dass das Auto hält und man keinen Fehler macht. Die Zielflagge konnte am Ende gar nicht früh genug kommen."

Hamilton war verständlicherweise niedergeschlagen: "Es ist nicht leicht runterzuschlucken und es ist nicht leicht zu akzeptieren. Am Anfang hatte ich noch die Hoffnung, dass ich nochmal nach vorne kommen kann und noch ein paar WM-Punkte sammeln kann. Aber ich konnte nichts ausrichten. Es ist traurig für das ganze Team. Ich war vorne und ich bin die Kurve gefahren, wie ich sie immer fahre." Die Teamleitung gab Rosberg die Schuld: "So eine Kollision in der 2. Runde ist nicht akzeptabel", schimpfte Teamchef Toto Wolff.

Rosberg wurde auf dem Podium von den vielen Hamilton-Fans mit deutlich vernehmbaren Buhrufen empfangen. Der Deutsche verteidigte sein Manöver gegen den Teamkollegen: "Ich bin ihm näher gekommen und habe außen eine Chance gesehen. Dann haben wir uns leider berührt." Die Schuld für die Kollision wollte er nicht einfach auf sich nehmen. "Ich muss mir die Szene noch einmal anschauen. Wir hatten einen sehr guten Rennspeed heute. Leider hat es nicht wie geplant geklappt."

Hinter Rosberg entschied Valtteri Bottas das Duell um Rang 3 gegen Landsmann Kimi Räikkönen 5 Runden vor Schluss für sich. Der Iceman konnte dank einem frühen ersten Stopp viele Plätze gutmachen. Gegen den Williams hatte er am Ende aber keine Chance. "Wir jagen der obersten Stufe des Treppchens immer noch hinterher", erklärte Bottas nach dem 4. Podium in den letzten 5 Rennen. "In diesem Jahr noch ein Sieg einzufahren wird sehr schwer. Mercedes ist schnell und Ricciardos Pace konnten wir heute auch nicht mitgehen."

Dramatischer Kampf um Rang 5

Auch um Platz 5 wurde extrem hart gefightet. In den letzten 2 Runden entwickelte sich ein intensiver Kampf zwischen Sebastian Vettel, den beiden McLaren-Piloten und Fernando Alonso. Kevin Magnussen verteidigte sich mit allen Mitteln, musste Vettel aber in der letzten Runde ziehen lassen. Zuvor hatte sich der Däne schon grenzwertig gegen Alonso und Teamkollege Button gewehrt. Die Stewards untersuchten die Fahrweise des McLaren-Piloten nach dem Rennen und sprachen eine Durchfahrtstrafe aus. Diese wird in solchen Fällen automatisch in eine 20-Sekunden-Strafe umgewandelt.

Für Magnussen ging es durch das Foul gegen Alonso von Rang 6 bis auf Rang 12 nach hinten. Button und Alonso rutschten dadurch auf die Plätze 6 und 7 nach vorne. Für Sergio Perez, Daniil Kvyat und Nico Hülkenberg gab es ebenfalls noch Punkte. Hülkenberg wurde damit am grünen Tisch noch mit einem WM-Zähler für eine gute Aufholjagd von Startplatz 18 belohnt. Adrian Sutil im unterlegenen Sauber ging dagegen auf Platz 14 leer aus.

Lotterer fällt früh aus

Der fünfte Deutsche im Rennen, André Lotterer, konnte das Gefühl des ersten Formel 1-Rennens nicht sehr lange genießen. Am Ende der ersten Runde blieb der Caterham des Le Mans-Champions plötzlich am Boxeneingang stehen. "Das ist echt schade und enttäuschend. Wir wissen noch nicht, was passiert ist. Auf einmal war der Motor aus", berichtete der Debütant.

Generell geht der 32-Jährige aber mit positiven Gedanken aus dem Spa-Wochenende: "Der Start an sich war gut, ich hatte sogar einen Platz gewonnen. Doch dann war das Rennen leider frühzeitig beendet. Es war ein Mega-Erlebnis für ein Wochenende einmal ein Formel 1-Fahrer zu sein. Vielleicht kann ich es noch ein zweites Mal versuchen, aber das weiß ich noch nicht."

Rosberg baut WM-Führung aus

In der WM-Tabelle hat Nico Rosberg nun 29 Punkte Vorsprung vor seinem Teamkollegen. Daniel Ricciardo kommt dem Silber-Duo nach dem 3. Saisonsieg immer näher. Ihm fehlen auf Rosberg noch 64 Punkte. In der Teamwertung bleibt Mercedes trotz des Ausfalls von Hamilton immer noch einsam in Front. Mit 411 Zählern führt das Werksteam deutlich vor Red Bull (254) und Ferrari (160).

FahrerTeamZeit/Rückstand
1. Daniel RicciardoRed Bull1:24.36,556 Std.
2. Nico RosbergMercedes+ 0:03.383 Min.
3. Valtteri BottasWilliams+ 0:28.032
4. Kimi RäikkönenFerrari+ 0:36.815
5. Sebastian VettelRed Bull+ 0:52.196
6. Jenson ButtonMcLaren+ 0:54.580
7. Fernando AlonsoFerrari+ 1:01.162
8. Sergio PerezForce India+ 1:04.293
9. Daniil KvyatToro Rosso+ 1:05.347
10. Nico HülkenbergForce India+ 1:05.697
11. Jean-Eric VergneToro Rosso+ 1:11.920
12. Kevin Magnussen*McLaren+ 1:14.262
13. Felipe MassaWilliams+ 1:15.975
14. Adrian SutilSauber+ 1:22.447
15. Esteban GutiérrezSauber+ 1:30.825
16. Max ChiltonMarussia+ 1 Runde
17. Marcus EricssonCaterham+ 1 Runde
18. Jules BianchiMarussiaAusfall
19. Lewis HamiltonMercedesAusfall
20. Romain GrosjeanLotusAusfall
21. Pastor MaldonadoLotusAusfall
22. André LottererCaterhamAufall13
* 20 Sek. Zeitstrafe
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