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GP Belgien

Räikkönen siegt - WM-Entscheidung vertagt

Foto: dpa 49 Bilder

Update ++ Auf der Rutschbahn in den Ardennen hat Kimi Räikkönen beim GP von Belgien am Sonntag (11.9.) die Entscheidung im WM-Kampf mit eisernen Nerven vertagt und Spitzenreiter Fernando Alonso vor eine weitere Geduldsprobe gestellt.

11.09.2005

Doch profitierte der führende spanische Renault-Pilot einmal mehr von einem Rückschlag für McLaren-Mercedes, nachdem der auf Platz zwei liegende Juan Pablo Montoya in der viertletzten Runde nach einem Crash mit BMW-Williams-Pilot Antonio Pizzonia von der Strecke flog. Ebenfalls vorzeitig beendete der bereits entthronte Titelverteidiger Michael Schumacher ausgerechnet in seinem "Wohnzimmer" in Spa- Francorchamps das Rennen nach einem unverschuldeten Crash mit dem Japaner Takuma Sato.

In dem von einigen spektakulären Ausfällen geprägten Rennen auf dem Berg- und Talkurs verkürzte Räikkönen mit seinem sechsten Saisonerfolg den Rückstand auf Renault-Fahrer Alonso (111) um lediglich zwei Punkte auf 25 Zähler. Der Spanier verpasste es zwar als Zweiter, sich im viertletzten Saisonrennen mit 24 Jahren und 44 Tagen zum bislang jüngsten Formel-1-Weltmeister zu krönen. Beim nächsten Duell in zwei Wochen in Brasilien reicht Alonso in jedem Fall der dritte Platz, um Weltmeister zu werden.

Sato schießt Schumi ab

Der seit zwei Wochen gestürzte Titelverteidiger Michael Schumacher erlebte unterdessen ein weiterer bitterer Moment Stunde in dieser Saison, als er nach 14 Runden von Sato im BAR-Honda von der Piste geschoben wurde. "Ich glaube, wir haben schon öfter Harakiri-Aktionen von ihm erlebt. Wir haben schon oft mit ihm gesprochen. Ich weiß nicht, welche Therapie jetzt noch bei ihm hilft", wütete Schumacher.

In der Gesamtwertung bleibt der 36-Jährige aber auf Rang drei (55) vor Montoya (50). Bruder Ralf kam beim Rennen über 306,944 Kilometer (44 Runden à 6,976 Kilometer) im Toyota auf den siebten Rang. Auch in der Kontrukteurswertung behauptete Renault (152) die Führung vor McLaren- Mercedes (146), trotz des Ausfalls von Giancarlo Fisichella (Italien) im zweiten Renault.

Fisichella crasht mit 300 km/h - Toyota verzockt sich

Vom Start weg, der nach anfänglichen Befürchtungen wegen der Regenschauer vor dem Rennen doch nicht mit dem Safety-Car durchgeführt worden war, bauten die beiden Silberpfeile ihre Führung aus. Allerdings in der Reihenfolge Montoya, der zuletzt in Monza gewonnen hatte, vor Räikkönen, so wie sie sich auch für den Lauf qualifiziert hatten. Auf dem rutschigen Kurs baute das Duo seinen Vorsprung vor dem ersten Boxenstopp kontinuierlich aus, während sich Michael Schumacher ans Heck von Alonso heftete.

Fisichellas Crash in der zwölften Runde ausgangs der berühmt- berüchtigten Eau rouge bei rund 300 km/h brachte das Feld allerdings wieder zusammen, da sofort das Safety Car für zwei Runden auf die Strecke fuhr. Die Teams nutzten die Zeit zum Reifenwechsel. Dabei schien Ralf Schumacher lange Zeit größter Nutznießer gewesen zu sein und verbesserte sich zwischenzeitlich auf den zweiten Rang. Bei einem erneuten Reifenwechsel verzockten sich die Toyota-Ingenieure in der 25. Runde allerdings, und der 30-Jährige fiel wieder auf den siebten Rang zurück.

Zu diesem Zeitpunkt hatte Michael Schumacher schon längst die Boxengasse aufgesucht. Denn kurz nach der Safety-Car-Phase war Sato dem Rekord-Champion ins Heck gekracht, woraufhin der Kerpener bereits auf der Strecke heftig gestikulierend den übermütigen Konkurrenten beschimpfte. "Ich habe nur noch den Aufprall gehört", meinte Schumacher.

An der Spitze bauten wiederum Montoya und Räikkönen ihren erneut gewonnenen Vorsprung wieder aus, wobei der zum Siegen verdammte Finne mit einer Rundenbestzeit nach der anderen immer näher an den Kolumbianer herankam. Nach einem erneuten Stopp zehn Runden vor Schluss kehrte Räikkönen dann vor Montoya auf die Strecke zurück, ehe Pizzonia den ersten Doppelsieg des britisch-schwäbischen Rennstalls in dieser Saison verhinderte.

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