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GP Belgien

Raikkönen siegt, Schumacher wird Weltmeister

Foto: dpa 28 Bilder

Selbst ein zweiter Platz in Spa-Francorchamps hat Michael Schumacher genügt, um sich zum siebten Mal als Formel-1-Weltmeister zu krönen. Der Ferrari-Star musste sich am Sonntag (29.8.) beim GP von Belgien nur McLaren-Mercedes-Pilot Kimi Räikkönen geschlagen geben.

29.08.2004

Sein ärgster Verfolger, Teamkollege Rubens Barrichello, wurde Dritter und und vergab die Minimalchance, die WM-Entscheidung noch um zwei Wochen bis zum nächsten Grand Prix in Monza zu verschieben.

Mit seinem Titelgewinn beim Ferrari-Jubiläumsrennen auf dem anspruchsvollen Ardennenkurs unweit seiner Heimatstadt Kerpen stellte der 35 Jahre alte Rheinländer einen weiteren Weltrekord auf: Zwei Wochen nach dem sechsten Konstrukteurs-Titel in Serie für Ferrari sicherte sich Schumacher als erster Fahrer in der 55-jährigen Grand-Prix-Geschichte den fünften Fahrer-Titel hintereinander.

Nach 14 von 18 Rennen liegt Schumacher mit 128 Punkten vor Rubens Barrichello (88), der sich nun ganz auf den Kampf um die Vize-Weltmeisterschaft konzentrieren kann. Barrichello hätte nur einen Punkt auf den Deutschen einbüßen dürfen, um die WM-Entscheidung noch offen zu halten.

Siebter Titel im 700. Ferrari-Rennen

Schumacher lag beim 700. Grand Prix von Ferrari auf dem antiquierten 6,976 km langen Straßenkurs, wo er am 25. August 1991 sein Formel-1-Debüt gab und am 30. August 1992 den ersten seiner 82 Grand-Prix-Siege feierte, nach 44 Runden nur 3,132 Sekunden hinter Räikkönen, der seinen zweiten Grand-Prix-Sieg nach Malaysia 2003 feierte. Der Finne siegte in 1:32:35,274 Stunden. Der Mönchengladbacher Nick Heidfeld wurde im Jordan-Ford Elfter. Die Williams-BMW-Pilot Juan Pablo Montoya und Antonio Pizzonia schieden aus.

Das gefürchtete Rennen, bei dem es 1998 den größten Massencrash nach dem Start gegeben hatte, begann mit zwei Unfällen: Erst kollidierten BAR-Honda-Pilot Takuma Sato und Jaguar-Fahrer Mark Webber miteinander. Kurz nach der "Mut-Kurve" Eau Rouge knallte Heidfelds italienischer Teamkollege Giorgio Pantano in den havarierten Minardi seines Landsmannes Gianmaria Bruni, worauf das Safety-Car für vier Runden auf die Strecke ging.

Schumachers Teamkollege Barrichello musste außerplanmäßig schon in den ersten Umläufen zwei Mal an die Box zur Reparatur. Doch der Brasilianer kämpfte sich im Laufe des Rennen wieder heran. Schumacher büßte beim Start gleich zwei Plätze ein und ging als Vierter in die Safety-Car-Phase. Nach deren Ende überrumpelten auch Räikkönen und Montoya den Seriensieger. Bis zur elften Runde hing Schumacher auf
Rang sechs fest.

Gegner kämpfen mit sich selbst

Schumachers Konkurrenten im Kampf um den Sieg machten sich indes gegenseitig das Leben schwer oder wurden Opfer technischer Defekte: Erst drehte sich der an der Spitze liegende Spanier Fernando Alonso wegen eines technischen Defekts an seinem Renault und rutschte wenig später ins Kiesbett. Sekunden später musste Silberpfeil-Pilot David Coulthard wegen eines kaputten rechten Hinterreifens regelrecht an die Box schleichen und wurde trotz eines weiteren Schadens dennoch Siebter. Montoya schoss in der 20. Runde Renault-Pilot Jarno Trulli, der sich am Samstag die Pole Position erobert hatte, von der Strecke.

Nach dem ersten Tankdurchgang des Führungsquintetts bis zur 16. Runde fand sich Schumacher mit 12,9 Sekunden Rückstand auf den führenden Räikkönen auf Platz fünf wieder, überholte wenig später aber Trulli und schob sich weiter vor. In der 31. Runde musste erneut das Safety-Car raus, nachdem bei Jenson Buttons BAR-Honda der rechte Hinterreifen geplatzt war und er Zsolt Baumgartner im Minardi von Strecke schoss.

Schumacher nutzte die Situation zu seinem zweiten Boxenstopp. Nach Ende der Safety-Car-Phase drei Runden später war das Feld wieder zusammengerückt. Vier Runden vor dem Ende kam es noch zu einer dritten Safety-Car-Phase. Doch Schumacher verzichtete auf einen Angriff auf Räikkönen und gab sich mit Platz zufrieden.

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