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GP Brasilien 2011 - Analyse

Sand und Caipirinha im Getriebe

Mark Webber GP Brasilien 2011 Foto: Red Bull 60 Bilder

In unserer Rennanalyse zum GP Brasilien blicken wir noch einmal auf die entscheidenden Szenen und klären die letzten offenen Fragen. Besonders im Fokus des Sao Paulo-Rennens stand die Getriebe-Seuche.

27.11.2011 Tobias Grüner

Warum gab es so viele Getriebeprobleme in Sao Paulo?

Gleich vier Fahrer klagten in Sao Paulo über Getriebe-Ärger. Sebastian Vettel, Lewis Hamilton, Bruno Senna und Paul di Resta wurden von ihrer Schaltbox im Stich gelassen. Bei Hamilton führte der Defekt am Ende sogar zum Ausfall. Doch warum machte die Technik ausgerechnet beim Saisonfinale in Interlagos schlapp?

Eine eindeutige Antwort für die ungewöhnliche Häufung gibt es nicht. Die einzelnen Fälle sind zu unterschiedlich. Bei Vettel sorgte ein Leck für einen zu geringen Öldruck. Er musste vor allem die unteren Gänge früher schalten. Bei McLaren sorgten die erhöhten Temperaturen für einen Verlust des siebten Gangs. Bei Senna war die vierte Stufe betroffen.

"Vielleicht lag es an den Caipirinhas", grinste Mark Webber schulterzuckend. "Vielleicht war es auch Materialermüdung. Vielleicht auch ein Zufall. Die zweite Kurve geht ziemlich aufs Material - das Heck wird hin- und hergeworfen. Aber normalerweise sind die Getriebe heute sehr zuverlässig. Die Formel 1 ist wie ein Computerspiel: die Autos gehen einfach nicht kaputt.

Getriebe-Opfer Vettel glaubt nicht, dass der Kurs in Interlagos die Schaltung besonders fordert. "Mein Getriebe war nagelneu, im ersten Rennen im Einsatz. Vielleicht hätten wir besser das alte noch einmal einbauen sollen. Der Kurs ist schon hart, aber ich denke da gibt es viel schlimmere. Auf Straßenkursen muss man zum Beispiel ständig die unteren Gänge nutzen. Es gibt eine enge Abstufung und es wird viel geschaltet."

Taktikfrage: Zwei oder drei Stopps?

Die Teams waren sich in Sachen Taktik selbst nicht einig. Von den 20 Fahrern im Ziel, kamen zehn Piloten zwei Mal zum Reifenwechsel an die Box, zehn entschieden sich für drei Mal Gummi-Service. Die Frage, welche Variante schneller war, ist nicht einfach zu beantworten und muss Team für Team betrachtet werden. Bei Ferrari war die Dreistopp-Version auf jeden Fall schneller. Fernando Alonso konnte neun Runden später auf den ungeliebten Medium-Reifen wechseln als Zweistopper Felipe Massa.

Bei Force India wollte man eigentlich bei beiden Autos mit zwei Stopps über die Runden kommen. Doch Adrian Sutil entschied sich schnell, auf drei Stopps umzustellen. "Ich habe gemerkt, dass zwei Stopps schwierig werden. Wir haben dann versucht früher zu stoppen, um an Nico Rosberg vorbeizukommen." Am Ende trennte Sutil 17 Sekunden von seinem Teamkollegen Paul di Resta. Vor dem ersten Stopp waren es sechs. Allerdings hatte der Schotte mit Getriebeproblemen zu kämpfen.

Lotus war das dritte Team, das seine Strategie splittete. Heikki Kovalainen und Jarno Trulli lagen vor dem ersten Reifenwechsel sieben Sekunden auseinander. Auf dem Zielstrich waren beide durch 38 Sekunden getrennt. Hier war der Dreistopper schneller. Einen Faktor darf man aber nicht außer Acht lassen: Bei einem Regenschauer sind die Fahrer im Nachteil, die kurz zuvor an der Box waren. Bei einem Zweistopp-Rennen ist das Risiko somit geringer.

Warum blieb Felipe Massa nur eine Zweistopp-Strategie?

Bei Felipe Massa waren die Gedankenspiele über die Taktik schnell zu einer Lösung gekommen. Der Ferrari-Pilot ging nur zwei Mal an die Box. "Da hatten wir keine andere Wahl", erklärte Teamchef Stefano Domenicali. "Wir wurden dazu gezwungen, weil ein Reifen seiner weichen Sätze ein Loch hatte. Es blieben also nur noch zwei Sätze übrig. Er musste im Rennen deshalb sehr vorsichtig fahren und mit den Reifen haushalten." Nach der Zieldurchfahrt schonte Massa die Gummis dann nicht mehr. Mit qualmenden Donuts verabschiedete er sich von den brasilianischen Fans.

Warum ging Alonso so leicht an Button vorbei?

Fernando Alonso legte in Sao Paulo los wie die Feuerwehr. Am Start schnappte er sich Lewis Hamilton. In Runde zehn knackte er auch den zweiten McLaren von Jenson Button. Das Manöver auf der Außenseite von Kurve sechs sah zunächst nach großer Motorsportkunst aus. Doch Jenson Button gab später zu, dass er es dem Ferrari einfach machen musste.

"Ich habe mich für die falsche Linie entschieden. Auf der Innenseite lagen Reifenteile und ein Stück des Frontflügels von Michael Schumacher. Als ich es gesehen habe, wollte ich natürlich nicht darüber fahren. Ich konnte auch nicht nach links, weil Fernando schon neben mir war. Ich musste also vom Gas und mich hinter dem Ferrari einordnen."

In unserer Fotogalerie haben wir noch einmal die besten Bilder vom Rennen.

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