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Rennanalyse GP Brasilien 2015

Welche Taktik war die bessere?

Daniil Kvyat - Formel 1 - GP Brasilien- 15. November 2015 Foto: xpb 58 Bilder

Der GP Brasilien brachte verschiedene Taktik-Varianten hervor und zeigte: Papier ist geduldig. Wir geben in unserer Rennanalyse die Antworten auf die wichtigsten Fragen zum Rennen.

16.11.2015 Bianca Leppert

War zwei oder drei Stopps besser?

Die Mehrheit im Feld entschied sich für eine Drei-Stopp-Strategie. Kimi Raikkönen, Valtteri Bottas, Nico Hülkenberg, Daniil Kvyat, Pastor Maldonado und Felipe Nasr kamen nur zwei Mal zum Service an die Box.

Auf dem Papier war die Dreistopp-Variante sechs Sekunden langsamer. Wie so oft ist Papier aber geduldig. Denn die höheren Streckentemperaturen und das schnellere Renntempo zwangen die Strategen zur Flexibilität. Der Reifenverschleiß war höher als erwartet. Am Ende war es ein Nullsummen-Spiel. Mit zwei Stopps musste man mehr Tempo rausnehmen und konnte nicht so aggressiv attackieren.

Mercedes stellte die Taktik um, weil Vettel ohnehin drei Mal vor der Garage hielt. "Für uns war es so kein Risiko mehr", sagte Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff. Ferrari fuhr zweigleisig. Kimi Räikkönen ließ man weiterhin mit der Zweistopp-Strategie fahren. Im Rückblick meint der Iceman: "Eine andere Strategie hätte auch zu keinem anderen Ergebnis geführt."

Hat Ferrari wirklich aufgeholt?

Sebastian Vettel und Ferrari-Teamchef Maurizio Arrivabene wurden nach dem Rennen nicht müde zu betonen, dass man einen großen Schritt nach vorne gemacht habe. Der Abstand zu Mercedes wäre noch in keinem Rennen so gering gewesen. Ohne Regen und ohne Safety Car-Einsatz fehlten Vettel 14 Sekunden auf Rosberg, 6 Sekunden auf Hamilton.

"Wir müssen uns den Abstand zu Nico anschauen", sagte Vettel. "Ich glaube, sie haben ein bisschen Pace rausgenommen, ich konnte aufholen, aber wir sind viel näher dran als bei den vorherigen Rennen. Schon seit Mexiko, obwohl das Rennen da nicht so gut für mich lief, war die Pace stark."

Auf einer Runde war der viermalige Weltmeister tatsächlich mit 0,214 Sekunden Rückstand auf die schnellste Rennrunde, die Hamilton ablieferte, tatsächlich bei der Musik. Vettel fuhr sie wie die Silberpfeil-Piloten auf Medium-Reifen.

Was die Leistung über das gesamte Rennen angeht, war Vettel nur in den letzten zwölf Runden ab und an schneller als Rosberg. Der nahm logischerweise etwas Tempo raus. Schaut man die Rundenzeiten davor an, fehlten ihm meist zwischen zwei und fünf Zehntel. Dieser Abstand war bei den vorherigen Rennen ebenfalls üblich. Auf einer so kurzen Strecke wie Interlagos spricht das in diesem Fall eher nicht für eine Verbesserung.

Wieso blieb Felipe Massa so blass?

Von den Fans wurde er gefeiert, von den Medien belagert. Felipe Massa war der Lokalmatador in Sao Paulo. Sein Heimrennen hat er sich aber bestimmt etwas anders vorgestellt. Der Brasilianer musste sich von Teamkollege Valtteri Bottas regelrecht vorführen lassen. Das begann bereits im ersten Training am Freitag, in dem er nur 17. wurde und über Probleme mit dem Heck klagte.

Im Qualifying kämpfte er noch mit denselben Zicken des Williams. Vor allem in Sektor zwei verlor er die meiste Zeit. "Eigentlich habe ich hier nie Schwierigkeiten, aber aus irgendwelchen Gründen funktioniert es nicht", sagte Massa. Im Rennen kam es dann knüppeldick. Bottas wurde Fünfter, Massa Achter. Nach dem Rennen wurde ihm dieser Platz jedoch wieder aberkannt, weil die Temperatur im rechten Hinterreifen die Maximalwerte von Pirelli überschritt.

Hat sich das Red Bull-Experiment mit dem neuen Renault-Motor gelohnt?

Es ist ein ewiges Hin und Her zwischen Red Bull und Renault. Erst standen die Zeichen auf Funkstille, dann näherte man sich doch wieder an. 2016 wird Red Bull wieder mit Renault-Aggregaten fahren – eher eine Notlösung. Vor dem Grand Prix von Brasilien versuchte man sich die Ehe mit den Franzosen wieder schön zu reden. Man hatte eine neue Ausbaustufe des Motors dabei, der ein bis zwei Zehntel bringen sollte.

Doch schon nach dem Qualifying kam die Ernüchterung. Daniel Ricciardo schaffte nur die neuntschnellste Zeit. Da war selbst Daniil Kvyat mit der alten Version schneller. Er schaffte Rang sieben. Der bittere Beigeschmack: Der Australier musste für den Motorwechsel zehn Plätze nach hinten. Das Rennen lieferte dann ein deutliches Bild. Kvyat wurde Siebter, Ricciardo Elfter – profitierte aber noch von der Disqualifikation von Felipe Massa. Das Experiment hat sich demnach überhaupt nicht gelohnt. Ganz im Gegenteil. Kvyat zeigte mit der alten Version mit nur fünf Sekunden Rückstand auf Nico Hülkenberg mit Mercedes-Power im Heck eine gute Leistung, wenn man bedenkt, dass es in den Bergauf-Passagen auf Leistung ankommt.

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