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GP Brasilien 2016 (Ergebnis Rennen)

Hamilton vertagt WM-Entscheidung

Lewis Hamilton - GP Brasilien 2016 Foto: xpb 65 Bilder

Lewis Hamilton hat mit seinem neunten Saisonsieg in Brasilien den Abstand auf Nico Rosberg auf 12 Punkte verkürzt. In einem turbulenten Rennen wurde der WM-Führende Zweiter. Max Verstappen kämpfe sich trotz falscher Taktik auf das Podest.

13.11.2016 Andreas Haupt 1 Kommentar

Was war das für ein Nervenspiel? Der GP Brasilien 2016 war eine turbulente und dramatische Regenschlacht. Mit zwei Rennabbrüchen und fünf Safety-Car-Phasen. Der Gewinner hieß am Ende Lewis Hamilton.

Der Pole-Setter gab seine Führung über die gesamten 71 Runden nicht einmal ab und errang seinen neunten Saison- und 52. Karrieresieg. Für den dreimaligen Weltmeister war es der erste Erfolg in Brasilien im zehnten Anlauf überhaupt. „Ich habe von dem Sieg hier geträumt, seit ich Senna als kleiner Junge verfolgt hatte“, freute sich der Sieger. „“Ich habe vorne eigentlich gechillt. Wenn es regnet, bedeutet das normalerweise immer einen guten Tag für mich.„ Durch seinen Triumph bleibt Hamilton weiter im WM-Rennen. Er verkürzte den Punkteabstand auf Nico Rosberg auf 12 Zähler.

Rosberg rollte als Zweiter ins Ziel – ohne Chance, seinen Teamkollegen zu schlagen. Durch den 14. Podestrang in diesem Jahr hat der WM-Führende aber weiter alles in der Hand, seinen ersten Titel einzufahren. Es kommt zum großen Showdown im Abu Dhabi in zwei Wochen. Ein dritter Platz reicht beim Wüstenfinale. “Leider sollte es für mich mit dem Sieg heute nicht sein„, äußerte sich Rosberg. “Es war schwierig heute mit Aquaplaning in den langgezogenen Kurven. Mit dem zweiten Platz kann ich leben.„

Rennstart hinter Safety Car

Das erste Opfer forderte der GP Brasilien noch vor dem eigentlichen Rennstart. Romain Grosjean, der im Qualifying die siebte Position einfuhr, verunfallte auf dem Weg in die Startaufstellung. Der Franzose verlor seinen Haas-Rennwagen im Bergaufstück zu Startziel und knallte rückwärts in die Barriere. Aus dem Traum von Punkten wurde ein Albtraum.

Die Rennleitung um Charlie Whiting entschied, die Autos erst mit zehnminütiger Verzögerung loszuschicken. Weil man auf ein günstigeres Regenfenster hoffte. Hinter dem Safety-Car trudelte das bereits dezimierte Feld in die ersten Runden.

Alle Fahrer rollten auf den Vollregenreifen um die Bahn. Das ist Pflicht bei einem Start hinter dem Safety Car. Hamilton funkte: „Ich kann das Safety Car vor mir kaum sehen. Noch nicht einmal die Lichter.“ Der Pole-Setter klagte auch, dass ihm Wasser unter das Helmvisier lief. Nach sieben Umläufen hinter Bernd Mayländer wurden die Piloten von der Kette gelassen. Es dauerte keine Minute, bis sich der erste drehte. Sergio Perez rutschte nach der zwölften Kurve aus, kreiselte einmal um die eigene Achse, konnte dann aber weiterfahren. Der Mexikaner büßte nur eine Position an Fernando Alonso ein.

In der zehnten Runde erwischte es Sebastian Vettel an der gleichen Stelle. Der Ferrari-Star drehte sich durchs Gras und kam rückwärts auf der Piste zum Stehen. Zum Glück konnten seine Kollegen dem Auto mit der Startnummer 5 ausweichen. Vettel konnte weiterfahren und holte sich direkt Intermediate-Reifen. Er fiel auf Position 19 zurück.

Chaotische Bedingungen, viele Unfälle

Das Rennen blieb auch danach chaotisch. Marcus Ericsson feuerte seine Sauber im 13. Umlauf in die Streckenbegrenzung. Das Aus für den Schweden im Sauber. Ericsson hatte in der 14. Ecke des Kurses die weiße Linie und den Randstein mit der linken Fahrzeughälfte touchiert. Das Auto kam unmittelbar vor der Boxeneinfahrt zum Stilstand. Durch den Einschlag verteilte der Sauber C35 diverse Karbonteile auf der Strecke. Die Rennleitung schickte erneut das Safety-Car raus.

Beim nächsten Restart knallte es wieder. Diesmal donnerte Kimi Räikkönen auf Position 3 liegend hinter beiden Mercedes in seinem Ferrari auf Start-Ziel in die Bande. Nach dem harten Einschlag unter Aquaplaning flog der rote Renner einmal quer über die Piste und rollte auf der Innenseite aus.

Nico Hülkenberg bretterte mit seinem Force India voll durch die Trümmerteile und beschädigte sich den Frontflügel. Die Situation war äußert brenzlig. Carlos Sainz wich dem Ferrari nur knapp aus. Noch enger war es für Esteban Ocon im Manor, der erst in letzter Sekunden in der Gischt den kaputten Ferrari entdeckte und nach rechts lenkte.

Auch im Hinterfeld krachte es. Jolyon Palmer kollidierte mit Daniil Kvyat. Es war die Schuld des Briten, der zunächst mit seinem rechten Vorderrad das linke Hinterrad des Toro Rosso traf und danach dessen Seitenkasten torpedierte. Das Rennen wurde daraufhin um 14:46 Uhr Ortszeit abgebrochen.

35 Minuten später schwamm der F1-Tross wieder seine Bahnen. Aber nur für ein paar Umläufe. Dann hissten die Streckenposten erneut die roten Flaggen. Doch damit war noch längst nicht Schluss. Eine knappe halbe Stunde wurde wieder angepfiffen. Und schon gab es einen weiteren Crash. Es erwischte in der 49. Runde Felipe Massa.

Wie einigen seiner Kollegen wurde dem Brasilianer das Bergaufstück auf die Zielgerade zum Verhängnis. Massa zerstörte seinen Williams und beendete seinen letzten Heim-GP vorzeitig. Auf dem Weg in die Boxengasse ließ er sich von den Fans feiern. Weil die Boxengasse geschlossen wurde, standen die Mechaniker der anderen Teams vor den Garagen und applaudierten. So schön schmeckte kein Unfall in der Karriere Massas. Es kullerten die Tränen.

Rosberg rutscht fast aus

Hamiltons 25-Sekunden-Vorsprung war durch die Safety-Car-Phase dahin. Doch auch nach dem nächsten Restart ließ er der Konkurrenz keine Chance und brauste als sicher zum Sieg. Rosbergs Rückstand betrug 11,4 Sekunden. Es war ein glücklicher zweiter Rang für ihn. Beinahe hätte er vor dem letzten Safety-Car seinen Mercedes weggeschmissen. Und Rosberg profitierte davon, dass sich Red Bull und Verstappen mit der Taktik verzockten. Der Holländer hatte den Deutschen zuvor bereits auf der Piste überholt.

Red Bull holte seinen Piloten kurzzeitig auf Intermediates, musste aber einsehen, dass der Full Wet der einzig richtige Reifen für die kniffligen Bedingungen war. Verstappen fiel nach dem Gummitausch von Platz 2 auf Rang 14 zurück. Mit großem Kampfgeist arbeitete sich der Niederländer aber zurück auf das Podest. Er überholte mit unterschiedlichen Linien das halbe Feld. Vater Jos sprach anschließend vom Gokart-Stil, auf dem der Junior unterwegs war.

Vier Runden vor Schluss kassierte er auch noch Sebastian Vettel im Ferrari. Der Heppenheimer war nicht einverstanden. „Er hat mich von der Strecke gedrückt“, meldete Vettel per Funk. Verstappen zog davon und krallte sich auch noch Sergio Perez. Der Mexikaner wurde Vierter und holte extrem wichtige 12 Punkte für Force India im Kampf gegen Williams.

Auch Nico Hülkenberg spülte als Siebter 6 Punkte auf das Konto des indisch-englischen Rennstalls. Weil Williams mit einem Nuller abreiste, baute man den Vorsprung in der Team-WM auf 27 Zähler aus. Eine Entscheidung gibt es bereits um Rang 2 in der Konstrukteurs-WM. Red Bull nimmt die Kronprinzenrolle hinter Mercedes ein.

Vettel beendete das Rennen auf dem fünften Platz. Dahinter schnappte sich Carlos Sainz die sechste Position. Der Spanier war nur als Fünfzehnter gestartet. Daniel Ricciardo, der wie Verstappen zwischenzeitlich auf Intermediates setzte, wurde Achter.

Dahinter jubelte Sauber. Felipe Nasr holte für die Schweizer extrem wichtige 2 Punkte. Sie bringen den Rennstall in der Team-WM vorbei an Manor. Das würde einen zweistelligen Millionen-Betrag bedeuten, sollte Manor nicht noch in Abu Dhabi kontern können. Fernando Alonso rundete die Top 10 trotz eines Drehers nach dem letzten Restart ab. Pascal Wehrlein kam auf Rang 15 ins Ziel.

FahrerTeamZeit / Rückstand
1. Lewis HamiltonMercedes3:01.01,335 Std.
2. Nico RosbergMercedes+ 0:11.455 Min.
3. Max VerstappenRed Bull+ 0:21.481
4. Sergio PerezForce India+ 0:25.346
5. Sebastian VettelFerrari+ 0:26.334
6. Carlos Sainz Jr.Toro Rosso+ 0:29.160
7. Nico HülkenbergForce India+ 0:29.827
8. Daniel RicciardoRed Bull+ 0:30.486
9. Felipe NasrSauber+ 0:42.620
10. Fernando AlonsoMcLaren+ 0:44.432
11. Valtteri BottasWilliams+ 0:45.292
12. Esteban OconManor+ 0:45.809
13. Daniil KvyatToro Rosso+ 0:51.192
14. Kevin MagnussenRenault+ 0:51.555
15. Pascal WehrleinManor+ 1:00.498
16. Jenson ButtonMcLaren+ 1:21.994
17. Esteban GutierrezHaasAusfall
18. Felipe MassaWilliamsAusfall
19. Jolyon PalmerRenaultAusfall
20. Kimi RäikkönenFerrariAusfall
21. Marcus EricssonSauberAusfall
22. Romain GrosjeanHaasnicht gestartet
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Plof-Mercedes fan 14. November 2016, 00:26 Uhr
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