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GP China 2011 - Die Vorschau

Wer kann den Bull-Dozer stoppen?

Sebastian Vettel Foto: Red Bull 51 Bilder

Sieben Tage nach dem Knaller von Sepang erwartet die Fans in Shanghai schon das nächste Formel 1-Highlight. Beim GP China will Sebastian Vettel seine unheimliche Siegesserie ausbauen. McLaren und Ferrari versuchen den dritten Red Bull-Erfolg im dritten Rennen mit allen Mitteln zu verhindern.

13.04.2011

Für den GP China sollten sich die deutschen Formel 1-Fans jetzt schon mal den Wecker stellen. Zuletzt hat sich das rechtzeitige Aufstehen zum F1-Frühstücksprogramm besonders gelohnt. Nach dem Auftaktsieg von Sebastian Vettel in Melbourne, siegte der Weltmeister auch in Malaysia. In einem spektakulären Rennen war mit Nick Heidfeld sogar noch ein zweiter Deutscher bei der Champagner-Spritzerei auf dem Podium dabei.

Start ist in China noch eine Stunde früher als in Malaysia, nämlich um 9.00 Uhr deutscher Zeit. Verpassen sollten Sie keine Sekunde. Action scheint wieder garantiert: In den vergangenen beiden Jahren ging es bei jeweils feuchten Bedingungen auf der Piste drunter und drüber. Bei 67 Boxenstopps wurden 2010 sogar noch mehr Reifen verbraucht als vor wenigen Tagen in Malaysia (59).

Ob der Regen wieder Zeremonienmeister spielt und es damit endlich zum Debüt der neuen Pirelli-Profilreifen kommt, ist momentan noch unklar. Frühe Prognosen sagen für das Wochenende eher trockenes Wetter voraus. Mit Temperaturen unter der 20°C-Marke wird es aber auf jeden Fall deutlich kühler als noch in Malaysia.

Die Strecke: Shanghai International Circuit

Die 5,451 Kilometer lange Piste in Shanghai wurde über den Winter noch einmal etwas umgebaut. Die FIA hatte die vielen Bodenwellen im Asphalt und den schlechten Wasserabfluss kritisiert. Die ultramoderne Anlage wurde vom deutschen Architekten Hermann Tilke entworfen und in nur 18 Monaten auf dem ehemaligen Sumpfgebiet errichtet. Die Form des Asphaltbands erinnert an das chinesische Schriftzeichen "Shang" ("oben"), das sich auch im Städtenamen "Shanghai" ("über dem Meer") widerfindet.

Mit der 1,2 Kilometer langen Gegengeraden befindet sich das längste Geradeausstück der ganzen Saison auf dem Shanghai International Circuit. 17 Sekunden stehen die Piloten dabei auf dem Gas. In der Bremszone am Ende wartet mit der Haarnadel die beste Überholmöglichkeit der Strecke. Insgesamt machen die Geraden mehr als die Hälfte des Kurses aus. Drei Mal müssen die Piloten pro Runde von mehr als 275 km/h auf unter 100 km/h abbremsen. Der Rest besteht aus einem bunten Mix aus schnellen, mittelschnellen und langsamen Kurven.

Das Setup für den GP China:

Trotz der vielen langen Geraden werden die Flügel der Autos relativ steil gestellt. Rundenzeit wird vor allem in den Kurven gemacht. Die Ingenieure müssen einen guten Kompromiss zwischen Abtrieb und Luftwiderstand finden, um auf der Geraden nicht zum leichten Überholopfer zu werden. Neben dem Grip in den Kurven ist auch die Traktion aus den langsamen Ecken heraus wichtig. Wer hier schlecht beschleunigt bezahlt auf die langen Geraden mit niedrigen Top-Speed-Werten.

Eine besonders große Hilfe ist in beim GP China der 82 PS-Hybrid-Boost, der den Teams für 6,6 Sekunden pro Runde zur Verfügung steht. Wer wie Red Bull zuletzt Probleme mit dem KERS-System hat, bezahlt beim GP China besonders. Neben dem Zeitgewinn von bis zu einer halben Sekunde ist die auf Knopfdruck abrufbare Zusatzenergie ein wichtiges taktisches Hilfsmittel im Zweikampf. Auch am Start, auf dem langen Weg in die erste Kurve, ist der KERS-Schub unverzichtbar.

Technik-Updates für den GP China:

Red Bull weiß um den hohen KERS-Faktor in China und wird mit allen Mitteln versuchen, das System stabil zum Laufen zu bringen. Bei McLaren wird man im Freien Training noch einmal das überarbeitete Update-Paket ausprobieren, das man schon in Malaysia im Gepäck hatte. Letzte Woche hatte es noch nicht funktioniert, weshalb Lewis Hamilton und Jenson Button wieder auf die Melbourne-Konfiguration zurückgewechselt sind.

Auch Ferrari würde gerne den Abstand zur Spitze mit neuen Teilen verringern. Um das Update-Paket für Istanbul vorzuziehen, machten Teamchef Stefano Domenicali sowie die beiden technischen Leiter Aldo Costa und Pat Fry vor dem Weg nach China noch einmal einen Abstecher in die Fabrik nach Maranello. Auch Williams will im Mittelfeld endlich nach vorne kommen. Für den GP China können Rubens Barrichello und Pastor Maldonado auf einen neuen Auspuff und einen neuen Unterboden zurückgreifen. Das soll eine halbe Sekunde bringen.

Favoriten für den GP China:

Saisonübergreifend hat Sebastian Vettel nun vier Rennen in Folge gewonnen. Bei den letzten sechs Rennen stand der Weltmeister fünf Mal auf Pole Position. 2009 erreichte Vettel in China seine erste Pole Position und seinen ersten Sieg für Red Bull. Im Vorjahr startete er ebenfalls von ganz vorne, wurde dann aber vom Regen und zwei überragenden McLaren auf Rang sechs zurückgespült. Aktuell sieht es wieder so aus, als könnten nur äußere Einflüsse und Technik-Sorgen den 23-Jährigen stoppen.

Am ehesten ist es momentan nur Jenson Button und Lewis Hamilton zuzutrauen, den "Bull-Dozer" zu schlagen. Im Zweikampf der beiden McLaren-Piloten kommt es auch auf die Reifenabnutzung an. Sind die Pirelli wie in Malaysia stärker gefordert, könnte der runde Fahrstil von Button wieder zur Trumpfkarte werden. Wenn es vorne Probleme gibt, sind dahinter Renault und Ferrari die ersten Kandidaten, die einen Podiumsplatz abstauben könnten. Im breiten Mittelfeld erwarten wir einen Kampf zwischen Sauber und Mercedes um die letzten Punkteplätze.

Expertenmeinung: James Key (Technikchef Sauber):

"Der Kurs hat ein paar sehr interessante Stellen: Eine lange Gegengerade, ein paar schwierige, langsame Kurven im mittleren Abschnitt und noch einige speziell ineinander gewundene Kurven. Für diese Passagen sind eine gute Bremsstabilität und eine gute Traktion wichtig, zumal bei hoher Querbeschleunigung. Ich bin gespannt, wie die Reifen und die Autos damit klarkommen, wobei dies natürlich auch stark vom Wetter abhängt. Der Vergleich zwischen den Rennen in Melbourne und Kuala Lumpur zeigt, dass sich die Reifen bei anderen Temperaturen und auf unterschiedlichen Streckenbelägen anders verhalten, als wir erwartet haben."

So lief das Rennen im Vorjahr - GP China 2010:

In einem ereignisreichen Rennen jubelten 2010 zwei McLaren-Piloten auf den obersten Stufen des Podiums. Kurz nach Rennbeginn begann es wie vorhergesagt zu regnen. Doch der Niederschlag ließ so schnell wieder nach, dass die Piloten im Vorteil waren, die auf einen Reifenwechsel verzichtetet hatten. Die beiden Red Bull, die aus der ersten Startreihe ins Rennen gingen, fielen zurück. Dafür konnten sich Jenson Button und Nico Rosberg schnell 40 Sekunden absetzen. Doch gleich zwei Safety-Car-Phasen führten das Feld immer wieder zusammen, wodurch sich Rosberg am Ende mit Platz drei hinter Hamilton zufrieden geben musste.

In unserer Fotogalerie haben wir noch einmal die besten Bilder des GP China 2010 für sie zusammengestellt.

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