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Vorschau GP China 2012

Endlich ein normales Wochenende?

Vettel Formel 1 GP China 2011 Foto: xpb 32 Bilder

In China steht das dritte Saisonrennen auf dem Programm. Nach den Chaoswochenenden in Melbourne und Malaysia hoffen die Teams auf konstante Verhältnisse, um sich endlich ein Bild vom wahren Kräfteverhältnis zu machen. Wir sagen Ihnen, wer in Shanghai die besten Karten hat.

11.04.2012 Tobias Grüner

Die ersten zwei Formel 1-Rennen des Jahres haben Appetit auf mehr gemacht. Die Fans bekamen im Frühstücksfernsehen aus Übersee beste Unterhaltung geboten. Mit jeder Menge Action, spannenden Duellen bis zum Zielstrich und einigen faustdicken Überraschungen wurden die Zuschauer in Europa für das frühe Aufstehen belohnt.

Beim dritten Grand Prix in China könnte es direkt damit weitergehen. Über das komplette Rennwochenende haben sich Schauer in Shanghai angesagt. Vor allem der Trainingsfreitag wird nach den Prognosen der Meteorologen zu 80 Prozent eine feuchte Angelegenheit werden.

Dabei haben die Teams in Australien und Malaysia schon genügend Erfahrung mit den Regenreifen sammeln können. In Melbourne war das Training nass. In Sepang öffnete der Himmel pünktlich zum Rennstart seine Schleusen. Bei den wechselhaften Bedingungen verwachsten einige Teams mit dem Setup - allen voran Mercedes. Andere Teams – wie Ferrari - profitierten davon.

Die Strecke: Shanghai International Circuit

Der 5.451 Kilometer lange Kurs wurde vom deutschen Streckenarchitekt Hermann Tilke 2004 in ein Sumpfgebiet vor den Toren Shanghais gepflanzt. Mittlerweile sind im Umfeld der Grand Prix-Strecke zahlreiche Wohngebiete wie Pilze aus dem Boden geschossen. Das Vorurteil der Retortenstrecke wurde der Shanghai International Circuit bisher aber nicht los.

Vom Layout her bietet der breite Kurs mit seinen 16 Kurven jede Menge Abwechslung. Es gibt schnelle Kurven, aber auch sehr langsame Ecken. Zwei lange Geraden sorgen für gute Überholmöglichkeiten. Die DRS-Zone wurde wie schon im Vorjahr auf die zweite Hälfte der langen Gegengerade zwischen den Kurven 13 und 14 gelegt.

Fast Facts:

Höchste Querbeschleunigung: 3,6 g (für 3,4 Sekunden in Kurve 7)
Längste Vollgaspassage (zwischen Kurve 13 und 14): 15 Sekunden
Anteil der Bremsphasen an der Rundenzeit: 15 Prozent
Anteil der Geraden an einer Runde: 55 Prozent
Anzahl der Gangwechsel pro Runde: 51
Vollgasanteil auf einer Runde: 55 Prozent
Geringste Geschwindigkeit: 68 km/h (Kurve 14)
Höchste Kurvengeschwindigkeit: 240 km/h (Kurve 7)
Distanz von der Startlinie bis zur ersten Kurve: 450 Meter
Top-Speed: 305 km/h
Durchschnittstempo: 191 km/h
Spritverbrauch: 2,49 Kilo/Runde
Zeitverlust pro 10 Kilo Zusatzgewicht: 0,38 Sekunden
Reifenverschleiß: 3/5

Das Setup:

Wegen der beiden langen Geraden sind die Teams gezwungen, mit etwas weniger Abtrieb als bei den ersten Rennen zu fahren. Sowohl Front- als auch Heckflügel werden etwas flacher gestellt. Da der Asphalt auf der permanenten Rennstrecke in Shanghai sehr eben ist und die Kerbs auch keine großen Hindernisse darstellen, wird die Bodenfreiheit in China traditionell weit heruntergeschraubt. Nur in der Bremszone vor Kurve eins gibt es kleinere Bodenwellen, auf denen das Auto unruhig wird.

In den Punkten Bremsen und Motoren sind keine besonderen Belastungen zu erwarten. Der Vollgasanteil liegt mit 55 Prozent im unteren Bereich. Die Temperaturen sind in Shanghai ebenfalls traditionell gemäßigt. Auch in Sachen Reifen sollte es in der Theorie keine großen Überraschungen geben. Der Asphalt ist nicht besonders rau. Mit "soft" und "medium" hat Pirelli die beiden mittleren Mischungen dabei. Wie die ersten beiden Rennen gezeigt haben, ist es nicht so leicht die neuen Gummis ins richtige Temperaturfenster zu bekommen.

Updates:

Trotz der dreiwöchigen Pause vor dem GP China wird es die ganz großen Updates wohl erst zum Europaauftakt in Barcelona geben. Mercedes könnte in China aber zum Umbau gezwungen werden. Lotus plant schon am Donnerstag einen Protest gegen die Silberpfeile. Immer noch ist die Konkurrenz der Meinung, dass der DRS-betätigte F-Schacht gegen das Reglement verstößt. Gibt die FIA den F-Schacht-Gegnern recht, muss Mercedes auf konventionelle Flügel umrüsten.

Favoriten:

Die beiden ersten Rennen sind kein guter Maßstab für das aktuelle Kräfteverhältnis. Obwohl Fernando Alonso die WM-Wertung anführt, sieht sich Ferrari auf einer Runde etwa acht Zehntel im Rückstand. Die besten Siegchancen dürften in Shanghai wieder die beiden McLaren-Piloten besitzen, die schon in Melbourne und Malaysia jeweils das Qualifying dominierten und aus der ersten Reihe starteten.

Dahinter gibt es jede Menge Fragezeichen. Mercedes war ebenfalls im Qualifying stark, kämpfte im Rennen allerdings stets mit den Reifentemperaturen. Bei Red Bull lief es eher anders herum. Sebastian Vettel ging zwei Mal von Platz sechs ins Rennen, konnte im Rennen aber jeweils etwas aufholen. Auch Lotus und Sauber hinterließen zuletzt einen starken Eindruck. Beide Teams sind wieder Kandidaten für überraschende Podestplätze.

Experten-Analyse zum GP China: James Allison (Technikchef Lotus)

"Das Streckenlayout weist zwei Geraden und eine gute Mischung an Kurven aus – von engen Haarnadeln zu fließenden Kombinationen und bogenförmigen Kurven. Die ständigen Richtungswechsel bedeuten, dass wir die richtigen Motoreneinstellungen finden müssen um optimale Traktion aus den Kurven heraus zu bekommen. Besonders der lange Bogen, der auf die längste Gerade der Strecke führt, verlangt nach besonderer Beachtung."

Das Rennen im Vorjahr: GP China 2011

In der Saison 2011 erlebten die Fans in Shanghai einen wahren Krimi, was vor allem an den neuen Pirelli-Reifen lag, mit denen die Teams bis dato noch zu wenig Erfahrung gesammelt hatten. In einem Rennen mit vielen Boxenstopps und zahlreichen Überholmanövern schnappte sich Lewis Hamilton in der Schlussoffensive noch den Sieg im Duell mit Sebastian Vettel. Mark Webber wurde nach einer sensationellen Aufholjagd noch Dritter. Der Australier hatte das Qualifying verpatzt und war von Rang 18 ins Rennen gegangen.

Zu Beginn sah es kurz sogar kurz danach aus, als könne Nico Rosberg eine Überraschung landen. Doch der Traum vom ersten Silberpfeil-Sieg zerplatzte schnell, als die Ingenieure bemerkten, dass sie die Tankmenge falsch kalkuliert hatten. Rosberg wurde hinter den beiden McLaren und den beiden Red Bull immerhin noch Fünfter.

Die besten Bilder des aufregenden Rennens finden Sie in unserer Fotogalerie.

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