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Vorschau GP China 2013

Mercedes wieder reif für den Sieg?

Nico Rosberg Mercedes GP China 2012 Foto: xpb 50 Bilder

Mit dem GP China geht die Formel 1-Saison 2013 am Wochenende in die 3. Runde. Die dreiwöchige Pause und das ungewöhnliche Layout könnten für Überraschungen sorgen. In der Vorschau sagen wir Ihnen, wer besonders gute Chancen auf den Sieg hat.

10.04.2013 Tobias Grüner

Die Formel 1 ist furios in die Saison gestartet. Malaysia und Melbourne haben Appetit auf mehr gemacht. Da kommt der China-Kracher in Shanghai gerade richtig. Das Rennen in Fernost war in den vergangenen Jahren immer ein Garant für Spannung und Action. Die Chance ist auch 2013 wieder gut, dass die Zuschauer in Europa für das frühe Aufstehen (Start: 9.00 Uhr MEZ) belohnt werden.

Nach den ersten beiden Rennen ist immer noch nicht ganz klar, wie das Kräfteverhältnis aktuell aussieht. Malaysia und Melbourne waren von ihren Layouts und den klimatischen Bedingungen noch nicht sehr aussagekräftigt. Außerdem hat das Reifenthema die wahre Stärke einiger Autos überdeckt. Für das Shanghai-Wochenende sind moderate Temperaturen und kein Regen vorhergesagt. Die Ingenieure bekommen also endlich konstante Bedingungen, um Daten zu sammeln.

Pirelli Screenshot Shanghai-Video 2013
GP China 2013: Virtuelle Runde mit Pirelli 2:11 Min.

Besonders spannend ist, wie die Teams mit dem Thema Stallregie umgehen. Nach den vielen Negativ-Schlagzeilen in Malaysia haben Red Bull und Mercedes angekündigt, den teaminternen Zweikampf nicht mehr künstlich beeinflussen zu wollen. Sollten sich Mark Webber und Sebastian Vettel am Sonntag auf der Strecke begegnen, dürfte der Pulsschlag am Kommandostand also wieder in die Höhe gehen.

Die Strecke: Shanghai International Circuit

Der 5.451 Kilometer lange Kurs wurde 2004 vom deutschen Streckenarchitekt Hermann Tilke in ein Sumpfgebiet vor den Toren Shanghais gepflanzt. Mittlerweile sind im Umfeld der Grand Prix-Strecke zahlreiche Wohngebiete wie Pilze aus dem Boden geschossen. Das Vorurteil der Retortenstrecke wurde der Shanghai International Circuit bisher aber nicht los.

Vom Layout her bietet der breite Kurs mit seinen 16 Kurven jede Menge Abwechslung. Es gibt schnelle Kurven, aber auch sehr langsame Ecken. Die vielen engen, aber langgezogenen Kehren sorgen für eine ungewöhnliche Belastung der Reifen. Normalerweise sind die Gummis auf der Hinterachse stärker gefordert. In Shanghai sind die vorderen Gummis der limitierende Faktor.

Eine Neuerung im Gegensatz zum Vorjahr gibt es in Sachen DRS. Bisher hatte die FIA stets nur die lange Gerade zwischen den Kurven 13 und 14 als DRS-Zone ausgewiesen. In diesem Jahr dürfen die Piloten den Heckflügel auch noch zusätzlich auf der Zielgerade flach stellen. Dort könnte es zu einigen interessanten Konter-Attacken kommen - auch wenn Kurve 1 wegen des großen Radius' für Ausbremsmanöver nicht ideal ist.

Fast Facts zum GP China:

Streckenlänge: 5,451 Kilometer
Rundenzahl: 56
Durchschnittsgeschwindigkeit: 193 km/h
Höchste Querbeschleunigung: 3,6 g (für 3,4 Sekunden in Kurve 7)
Längste Vollgaspassage (zwischen Kurve 13 und 14): 15 Sekunden
Anteil der Bremsphasen an der Rundenzeit: 11 %
Anteil der Geraden an einer Runde: 55 %
Anzahl der Gangwechsel pro Runde: 51
Vollgasanteil auf einer Runde: 49 %
Geringste Geschwindigkeit: 63 km/h (Kurve 14)
Höchste Kurvengeschwindigkeit: 240 km/h (Kurve 7)
Distanz von der Startlinie bis zur ersten Kurve: 450 Meter
Top-Speed: 321 km/h
Spritverbrauch: 2,45 Kilo/Runde (64 Liter/100 km)
Zeitverlust pro 10 Kilo Zusatzgewicht: 0,38 Sekunden

Setup:

Wegen der beiden langen Geraden sind die Teams gezwungen, mit etwas weniger Abtrieb als in den ersten beiden Rennen zu fahren. Sowohl Front- als auch Heckflügel werden etwas flacher gestellt. Da der Asphalt auf der permanenten Rennstrecke in Shanghai sehr eben ist und die Kerbs auch keine großen Hindernisse darstellen, wird die Bodenfreiheit in China traditionell weit heruntergeschraubt. Nur in der Bremszone vor Kurve eins gibt es kleinere Bodenwellen, auf denen das Auto unruhig wird.

In den Punkten Bremsen und Motoren sind keine besonderen Belastungen zu erwarten. Der Vollgasanteil liegt mit 55 % im unteren Bereich. Die Temperaturen sind in Shanghai ebenfalls traditionell gemäßigt. Interessant wird allerdings die Getriebe-Frage: Eine kürzere Abstufung bringt eine bessere Beschleunigung aus den engeren Ecken. Eine längere Übersetzung hilft in Sachen Top-Speed auf der Geraden. Unklar ist auch, wie sich die neuen Pirelli-Reifen verhalten. Im Einsatz sind die Mischungen "soft" und "medium". Kritisch ist dabei vor allem der linke Voderreifen.

Updates:

Alles Teams werden mehr oder weniger viele neuen Teile nach Shanghai bringen. Größere Updates erwarten wir vor allem von Ferrari und McLaren. Bei Lotus werden in China beide Autos mit dem neuen Auspuff-System ausgerüstet sein. Marussia testet eine neue Aufhängung. In der langen Pause seit dem Rennen in Malaysia hatten die Ingenieure viel Zeit für neue Ideen. In unserem Update-Überblick haben wir die größten Baustellen für Sie gesammelt.

Favoriten:

Wenn die Reifen nicht zu schnell eingehen, sollte Red Bull wieder der erste Anwärter auf den Sieg sein. Als ersten Konkurrent erwarten wir dann Mercedes. Die Silberpfeile sind schon im Vorjahr gut mit dem ungewöhnlichen Layout in Shanghai zurechtgekommen. Dass die Hinterreifen hier nicht so stark belastet werden, kommt dem W04 entgegen. Außerdem ist Nico Rosberg hier komischerweise immer besonders schnell unterwegs.

Sollten der Reifenverschleiß dagegen wieder zum entscheidenden Faktor werden, muss man vor allem auf Lotus und Ferrari auf der Rechnung haben. Beide Autos gehen besonders schonend mit den Gummis um. Zum Unsicherheitsfaktor werden auch die vielen geplanten Updates. Können die Ingenieure von McLaren und Sauber endlich das Potenzial der Autos auf die Strecke bringen? Oder ist Force India auch weiterhin die fünfte Kraft im Feld? Spannung ist garantiert.

Experten-Meinung: Rémi Taffin (Leitender Ingenieur Renault Sport)

"Shanghai ist einzigartig im Kalender. Auf der 1,3 Kilometer langen Geraden sind die Motoren für 18 Sekunden am Anschlag. Im Rest der Runde ist der Vollgasanteil dagegen relativ gering. Der Motor muss somit im gesamten Drehzahlband Leistung bringen. Man darf nicht zu viel Top-Speed opfern. Die Bremskraft des Motors muss konstant sein, um für Stabilität im Heck zu sorgen. Durch die vielen Fabriken rund um die Strecke liegt viel Staub in der Luft. Der Grip ist dadurch begrenzt. Aber die Partikel können auch vom Motor angesaugt werden und im Inneren Schäden anrichten."

So lief das Rennen im Vorjahr (GP China 2012)

Nico Rosberg sorgte 2012 in Shanghai nicht nur für seinen persönlichen ersten und bislang einzigen Formel 1-Sieg, sondern auch für den ersten Erfolg in der neueren Geschichte des Mercedes-Werksteams. Von der Pole Position ließ der Deutsche im Rennen nichts anbrennen. Am Ende rollte Rosberg mit 20 Sekunden Vorsprung auf Lewis Hamilton über die Linie. Der dritte Fahrer mit Mercedes-Motor auf dem Podium war Jenson Button.

Der einzige Pilot in der Spitzengruppe, der wie Rosberg mit nur 2 Stopps über die Distanz kam, hieß Sebastian Vettel. Der Weltmeister war zu Beginn des Rennens bereits von Startplatz 11 bis auf Rang 15 zurückgefallen, konnte sich durch die gute Strategie aber bis auf Rang 5 nach vorne arbeiten. Am Ende sah es sogar kurz danach aus, als könne Vettel vielleicht Platz 2 angreifen. Doch mit abbauenden Reifen verlor er in den letzten Runden noch wichtige Positionen.

Der große Verlierer in einem spannenden Finale hieß aber Kimi Räikkönen. Der Finne versuchte es ebenfalls mit einer Zweistopp-Strategie, die allerdings nicht aufging. Innerhalb weniger Runden fiel der Iceman von Platz zwei bis auf Rang 14 zurück. Es war übrigens der letzte Grand Prix, bei dem Räikkönen nicht punkten konnte. Seitdem folgten 19 Rennen in Folge unter den Top Ten. Der Formel 1-Rekord von Michael Schumacher liegt übrigens bei 24.

In unserer Bildergalerie haben wir noch einmal die Highlights des Vorjahres gesammelt.

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