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GP China

Alonso gewinnt - Renault holt Markentitel

Foto: dpa

Weltmeister Fernando Alonso konnte beim Großen Preis von China in Shanghai am Sonntag (16.10.) seine Pole Position in einen überlegenen und keiner Zeit gefährdeten Sieg ummünzen. Der Spanier sicherte mit seinem siebten Saisonsieg auch den Gewinn der Konstrukteurs-Weltmeisterschaft für seinen Arbeitgeber Renault ab.

16.10.2005

Sein italienischer Teamkollege Giancarlo Fisichella, der das Rennen von Platz zwei in Angriff genommen hatte, überquerte die Ziellinie als Vierter. Bei seinem zweiten Tankstopp konnte ihn zunächst McLaren-Mercedes-Pilot Kimi Räikkönen überholen, in Runde 50 verlor der Römer auch noch seinen Podestplatz, weil er wegen einer Blockade-Aktion gegen Räikkönen eingangs der Boxengasse eine Drive-Through-Penality aufgebrummt bekam.

Das 56-Runden-Rennen von Shanghai wurde von zwei Safety-Car-Phasen zerstückelt: Bei der ersten Unterbrechung hatten sich Teile der Drainage in Kurve zehn gelöst - sehr zum Leidwesen von McLaren-Mercedes, denn Juan Pablo Montoya überfuhr einen auf den Randsteinen liegenden Gullideckel und musste das Rennen nach drei Reparaturboxenstopps vorzeitig beenden. Die zweite Safety-Car-Phase wurde von Jordan-Pilot Narain Karthikeyan ausgelöst, der in Runde 29 in der lang gezogenen Kurve 13 seinen Formel 1-Boliden spektakulär zerstückelte. Durch die beiden Unterbrechungen wurden sämtliche Tankstrategien über den Haufen geworfen, weil fast alle Toppiloten die Gelbphase zum Nachtanken nutzten. Speziell in der zweiten Safety-Car-Phase war die Spritkalkulation der Top-Teams extrem kritisch, denn die maximale Reichweite mit einer Tankfüllung betrug ungefähr 24 Runden - es waren aber zu diesem Zeitpunkt noch 27 Runden zurückzulegen. Dennoch ging die Rechnung auf, weil das Safety-Car beim Unfall von Karthikeyan insgesamt fünf Runden auf der Strecke blieb und die Toppiloten so ausreichend Benzin sparen konnte.

Schumi II auf Platz drei - Alonso gebremst

Die deutschen Fans durften sich über Platz drei von Toyota-Pilot Ralf Schumacher freuen. Der Kerpener, der von Platz neun ins Rennen gestartet war, schob sich auf Grund der Drive-Through-Penalty für Fisichella in Runde 50 noch am Römer vorbei. Platz fünf ging an Red Bull-Pilot Christian Klien. Felipe Massa schenkte Peter Sauber bei dessen letztem Formel 1-Rennen als Teamchef einen sechsten Platz und Punkte zum Abschied. Die Top-Acht-Platzierungen wurden von Williams-BMW-Pilot Mark Webber und BAR-Honda-Fahrer Jenson Button komplettiert.

Fernando Alonso strahlte nach dem zweiten Titelgewinn der Saison 2005 über beide Backen: "Ich freue mich sehr für die unzähligen Teammitglieder, weil für sie der Konstrukteurstitel ebenso viel zählt, wie die Fahrermeisterschaft. Wir sind mit Risiko und Aggressivität in das letzte Saisonrennen gegangen, weil wir McLaren-Mercedes auf der Strecke besiegen wollten. Wir wollten zeigen, dass wir noch Trümpfe in der Hinterhand haben und das ist uns gelungen. Der Motor hatte mehr Leistung, weil er nur noch ein Rennen halten musste, und das Chassis hat gut funktioniert. Zu Rennbeginn hatte ich etwas mit Übersteuern zu kämpfen, aber das konnten wir beim ersten Stopp durch Anpassungen an den Flügeleinstellungen beheben.“ Auf die Frage, ob ihm die Safety-Car-Phase in Bezug auf die Tankstrategie geholfen hätte, schüttelt der Spanier heftig mit dem Kopf: "Ganz im Gegenteil, ich hatte 20 Sekunden Vorsprung, die wir bei der ersten Gelbphase verloren. Manch einer hätte sich gewundert, wie lange wir bis zum ersten regulären Stopp hätten fahren können.“ Alonso fuhr den Sieg sicher nach Hause, Renault befahl dem Spanier nach dem Ausfall von Montoya sogar, die Drehzahl deutlich zu reduzieren.

Kimi mit Hoffnung - Schumi I ohne Luftdruck

McLaren-Ass Kimi Räikkönen gestand die Niederlage offen ein: "Das Handling des Autos war im ersten Renndrittel wirklich gut, aber wir waren einfach nicht schnell genug, um den Renault zu folgen. Zu Ende wurde die Performance immer besser, ich konnte sogar noch die schnellste Rennrunde drehen.“ Beim zweiten Stopp in Runde 30 glimmte noch einmal kurz Hoffnung im McLaren-Camp auf: "Ich konnte Fisichella in der Box überholen, weil ich mehr Benzin an Bord hatte und deshalb weniger lange nachtanken musste,“ fasst der Finne zusammen. Fisichella versuchte Räikkönen bei der Anfahrt zum zweiten Stopp eingangs der Boxengasse einzubremsen, wofür der Italiener später eine Drive-Through-Penalty erhielt: "Ja, Fisichella hat mich aufgehalten, aber ehrlich gesagt versucht das in dieser Situation jeder andere Pilot auch. Nur in diesem Fall wurde Fisichella dafür bestraft,“ so Räikkönen. Podiums-Mann Ralf Schumacher wunderte sich über Platz drei: "Damit hatten wir nie gerechnet, aber speziell nach dem zweiten Stopp wurde das Auto immer besser, ich konnte sogar Alonso mühelos folgen, auch wenn der mehr Benzin an Bord hatte.“

Ralfs Bruder Michael hatte dagegen einen Tag zum Vergessen: Sein Rennen wurde bereits auf dem Weg in die Startaufstellung um 13.35 Uhr gekillt, als der Ex-Weltmeister einen der kuriosesten Momente der Formel 1-Geschichte erlebte: Schumacher fuhr langsam auf eine Kurve zu, wechselte die Fahrspur von rechts nach links - offensichtlich ohne in den Rückspiegel zu sehen - als Minardi-Pilot Christian Albers von hinten mit voller Geschwindigkeit heranrauschte, nicht mehr verzögern konnte und dem Ferrari auf die linksseitigen Räder knallte. "Ich fuhr Zickzack um die Reifen aufzuwärmen,“ erklärte Schumacher nach dem Rennen. "Und das relativ langsam, um Sprit zu sparen. Offensichtlich hat Albers das nicht bemerkt und ist mir ins Auto gefahren.“ Zwar konnte der siebenfache Weltmeister ins Ersatzauto umsteigen und aus der Boxengasse nachstarten, doch im Rennen lief es für Michael Schumacher dann eher noch schlechter: Er drehte sich während der ersten Safety-Car-Phase in Runde 22 von der Strecke und blieb im Kiesbett stecken. "Meine Reifen waren nicht mehr besonders gut, außerdem fiel in der Safety-Car-Phase der Luftdruck sehr stark ab. Als dann Felipe Massa vor mir stark verzögerte, musste auch ich in die Eisen. Dieser Impuls hat gelangt, um mich ins Kiesbett zu befördern.“

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