Jetzt auch für: iPhone, iPad, Android und Windows
Marken
Themen
Artikel
Videos
Baureihen
Alle Treffer mit anzeigen

GP China eine Runde zu kurz

Die Details zum Flaggen-Fauxpas

Zielflagge - GP China 2014 Foto: Ferrari 53 Bilder

Der GP China endete mit einem Kuriosum. Lewis Hamilton wurde die Schachbrettflagge in der 55. statt in der 56. Runde gezeigt. Die Wertung erfolgte jedoch in Runde 54. Die entsprechende Regel 43.2. wurde nach einem ähnlichen Versehen beim GP England 1985 eingeführt.

23.04.2014 Michael Schmidt

Lewis Hamilton war verwirrt. Er sah die schwarzweiß karierte Flagge, aber es war noch eine Runde zu absolvieren. Der Mercedes-Kommandostand empfahl seinem Piloten, trotzdem die 56. Runde zu Ende zu fahren.

Auch die 19 Verfolger von Hamilton hängten noch eine Runde dran. Sie hatten die Zielflagge gar nicht gesehen. Weil der Flaggenmann die Fahne sofort wieder eingezogen hatte, nachdem er seinen Irrtum bemerkte. Der Name des Mannes wurde geheimgehalten. Es ist ein Mitglied eines lokalen Automobilclubs.

Missverständnis am Funk führte zu Flaggen-Fauxpas

Das Missgeschick kam so zustande. Rennleiter Zhuang Tao hatte bei FIA-Renndirektor Charlie Whiting angefragt, ob man den Fahrern ein Schild für die letzte Runde zeigen sollte. Whiting erklärte seinem chinesischen Kollegen, dass dies in der Formel 1 nicht üblich sei. Tao informierte den Flaggenmann, dass nur die Schachbrettflagge zum Einsatz komme.
 
Der glaubte, dass dies die Aufforderung für die Zielflagge sei, fragte aber noch einmal nach. Bei der Antwort "no flag now" überhörte der Mann das "no". Ein Fehler, der passieren kann. So kam Artikel 43.2. des Sportgesetzes zur Anwendung. Der besagt: "Sollte die Zielflagge aus irgendeinem Grund gezeigt werden, bevor die Renndistanz beendet ist, wird das Rennen bei der letzten Zieldurchfahrt vor diesem Signal als beendet betrachtet." Also in Runde 54.

Silverstone 1985 führte zu Änderung des Sportgesetzes

Auf das Ergebnis hatte die Verkürzung um zwei Runde nur eine minimale Auswirkung. Jules Bianchi platzierte sich im Kampf um Platz 17 vor Kamui Kobayashi. Der Caterham-Pilot überholte den Marussia in der 55.Runde. Einen Umlauf zu spät.

Vor 29 Jahren waren die Folgen eines verfrühten Rennabbruchs gravierender. Die Ereignisse des GP England 1985 führten dazu, dass der Sonderfall ins Reglement aufgenommen wurde. Damals in Silverstone lautete die offizielle Begründung der Rennleitung auf "menschliches Versagen".

Piquet und Surer um Punkte betrogen

Was war passiert? Der GP England war eine Runde zu früh abgewinkt worden. Eigentlich unerheblich, denn Alain Prost siegte mit einer Runde Vorsprung auf Michele Alboreto. Doch hätte die 66. Runde noch stattgefunden, wären Jacques Laffite nicht Dritter und Derek Warwick nicht Fünfter geworden. Beiden ging in der Auslaufrunde das Benzin aus. Der Ausfall hätte den Viertplatzierten Nelson Piquet auf Rang 3 und den Sechsten Marc Surer an die vierte Stelle befördert.

Kommentar schreiben

Es ist noch kein Kommentar vorhanden. Seien Sie der Erste und sagen Sie und Ihre Meinung.

Neues Heft
Empfehlungen aus dem Netzwerk
3D Felgenkonfigurator
Anzeige
Whatsapp
Immer auf dem neuesten Stand mit unserem WhatsApp-NewsletterJetzt kostenlos anmelden