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Sebastian Vettel

Warum konnte Vettel nicht gewinnen?

Vettel Hamilton GP Formel 1 GP China 2011 Foto: xpb 62 Bilder

Sebastian Vettel hatte seine Gegner im Training in der Tasche. Trotzdem wurde nicht der dritte Sieg im dritten Rennen draus. Bei Red Bull diskutierte man bis tief in die Nacht, was schiefgelaufen ist. Sebastian Vettel nahm die erste Niederlage in diesem Jahr gelassen. Ein zweifacher GP-Sieger kann das. Vor allem wenn er immer noch 21 Punkte Vorsprung hat. Und die Gewissheit, dass er im schnellsten Auto sitzt. 

17.04.2011 Michael Schmidt

Was der Red Bull kann, wenn er zum richtigen Zeitpunkt des Rennens richtig bereift ist, zeigte Teamkollege Mark Webber. Seine schnellste Rennrunde von 1.38,993 Minuten lag um 1,4 Sekunden unter dem Bestwert von Sieger Lewis Hamilton. Vettel versuchte positiv zu denken: "Wir können von diesem Rennen lernen. Mein Start war nicht optimal, und unsere Strategie war vielleicht auch nicht die beste."

Bei Red Bull rauchten die Köpfe

Bei Red Bull wurde bis um 21.20 Uhr Ortszeit konferiert. Die anderen Teams hatten längst schon ihre Pavillons geräumt und waren Richtung Flughafen unterwegs. Nur bei Vettel, Webber, Adrian Newey, Teamchef Christian Horner und den Renningenieuren rauchten die Köpfe. Es galt ein Rennen zu analysieren, das auch hätte anders laufen können. Das Unheil kündigte sich mit dem Start an. Ausgerechnet Blitzstarter Vettel kam nicht vom Fleck. "Das Anfahren passte nicht hundertprozentig. Wenn du das im Auto spürst, wirst du ungeduldig und als Folge trittst du das Gaspedal vielleicht ein bisschen zu heftig durch."

Auch KERS lieferte nicht die volle Leistung ab. "Das setzt aber erst ab 100 km/h ein und war zu dem Zeitpunkt schon nicht mehr entscheidend, weil Button schon an mir vorbei war." Ausgangs der ersten Kurve blickte Vettel in das Heck von zwei McLaren, und er hatte alle Hände voll zu tun, Nico Rosberg im Mercedes abzuschütteln. Der Kampf ging über vier Kurven. Danach bestimmten die McLaren Vettels Tempo. Jenson Button hielt die Partie auf. Trotzdem kam Vettel am McLaren-Express lange nicht vorbei. Als Dritter machte er eine völlig neue Erfahrung. Auch am besten Auto im Feld leiden die Vorderreifen, wenn man in den Turbulenzen anderer Autos fährt.

Funkprobleme bei Red Bull

Inzwischen wusste Vettel bereits, dass der Funk nicht funktionierte. "Ich stellte Fragen, bekam aber keine Antworten." Das Team wollte ihn eigentlich eine Runde früher zum Stopp reinholen, weil Vettel mit einem Bremsplatten kämpfte und weil Rosberg mit frischen Reifen Tempo machte. Stattdessen bog der WM-Spitzenreiter im Schlepptau von Button an die Boxen ab, kurz nachdem er Hamilton hatte aussteigen lassen.

Und dann traute Vettel seinen Augen kaum: "Jenson bog plötzlich auf meinen Stellplatz ab. Ich hoffte nur, dass der Mann am Wagenheber schnell genug reagiert und ihm anzeigt, dass er eine Box weiter muss. Zum Glück hat Jenson seinen Fehler noch bemerkt. Unsere Jungs sind ein wenig aus dm Rhythmus gekommen, was etwas Zeit gekostet hat. Wenigstens konnte ich vor Jenson wieder auf die Strecke gehen."

Nur um festzustellen, dass er nun zwar beide McLaren hinter sich, dafür Rosberg vor seiner Nase hatte. Da reifte bei Red Bull der Gedanke, auf zwei Boxenstopps zu setzen. "Hätte ich geführt, wären wir in der Lage gewesen, eine Lücke aufzufahren und auf die Rennsituation zu reagieren. Drei Stopps wären wahrscheinlich besser gewesen."

KERS weiterhin Problemfall

McLaren machte es genau anders herum und ging von zwei auf drei Stopps. Im Rückblick der richtige Schritt. Vettel wollte seinem Team keinen Vorwurf machen. "Da geht es um eine oder zwei Runden, die du länger oder kürzer fahren kannst, und schon ändert sich das ganze Bild."

Die KERS-Misere hielt auch im dritten Grand Prix des Jahres an. Vettel konnte nie die gesamte Leistung abrufen. Und die verbliebene auch nicht immer. Im letzten Drittel ließ der zweifache Saisonsieger die Finger von seinem Kers. "Was natürlich auf einer Strecke mit so langen Geraden ein Nachteil ist."

Pirelli-Reifen entscheidend

Am Ende hatte Vettel seinem Rivalen Hamilton nichts mehr entgegenzusetzen. Hamiltons letzter Reifensatz hatte sieben Runden weniger auf der Lauffläche. "Ich habe Lewis ein, zwei Mal abgewehrt, aber eigentlich kämpfte ich schon mit dem Rücken zur Wand. Ich hätte ihn nie und nimmer sieben Runden lang halten können. Von meinen Reifen war nicht viel übrig. Dann hat mich Lewis eingangs Kurve sieben überrascht. Es war ein tolles Überholmanöver von ihm."

Vettel lernte in China, dass diese Saison doch kein Durchmarsch wird. Auch wenn sein Red Bull an diesem Tag keinen Deut schlechter und der McLaren kein Zehntel schneller geworden ist. Bei einem perfekten Start wäre Vettel womöglich wie in Australien und Malaysia locker zum Sieg gefahren. Die Umstände entscheiden im Pirelli-Zeitalter die Rennen. Und da darf man in der ersten Kurve eben nicht Dritter sein.

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