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GP Deutschland 1998 am Hockenheimring

McLaren-Doppelsieg trotz Problemen

1998 Hockenheim Foto: Williams F1 72 Bilder

In der Saison 1998 sind die McLaren in Hockenheim nicht zu schlagen. Auch Jacques Villeneuve im überraschend starken Williams kann den Doppelsieg von Mika Häkkinen und David Coulthard nicht verhindern.

18.07.2010 Michael Schmidt

Pole: Mika Häkkinen (McLaren-Mercedes)    1.41,838 min

1. Mika Häkkinen (McLaren-Mercedes)     1:20.47,984 h
2. David Coulthard (McLaren-Mercedes)    + 0,427 s
3. Jacques Villeneuve (Williams-Mecachrome)    + 2,758 s

McLaren-Mercedes ist 1998 wie eine Rakete in die Saison gestartet. Es sieht nach einem Durchmarsch der Bridgestone bereiften Silberpfeile aus, bis Goodyear und Ferrari einen Gegenmittel finden. Zu Saisonmitte haben die Amerikaner Gleichstand auf dem Reifensektor erzielt. Ferrari bringt nach Hockenheim einen F300 mit verlängertem Radstand, der aber nach einem enttäuschenden Freitagstraining wieder eingemottet wird.

Auch das Abschlusstraining ist eine Ernüchterung für Publikumsliebling Michael Schumacher. Vom neunten Startplatz darf er sich keine übertriebenen Hoffnungen machen. Die erste Startreihe in Silber bessert auch nicht seine Laune.

Villeneuve überraschend hinter McLaren

Die Überraschung ist Jacques Villeneuve. Nach einer Saison zum Abhaken trumpft der Titelverteidiger erstmals groß auf. Die fehlenden PS des Mecachrome-Motors, einer Kundenversion des alten Renault V10, macht Williams mit einem Flügel im Formel 3-Format wett. Villeneuve zaubert das unruhig liegende Gefährt dank überragendem Top-Speed auf den dritten Startplatz.

Teamkollege Heinz-Harald Frentzen liest in der Zeitung, dass er 1999 bei Williams nicht mehr erwünscht ist. Er knüpft schon Kontakte zu Eddie Jordan. Riccardo Rosset erhält von den Ärzten nach einem üblen Crash in der ersten Kurve Startverbot.

McLaren macht sich in Hockenheim selbst Probleme

Die beiden McLaren-Mercedes seilen sich schnell vom Feld ab. Mika Häkkinen und David Coulthard gewinnen mühelos im Doppelpack. Villeneuve pirscht sich im Finale noch auf 2,6 Sekunden heran. Bei McLaren ist man sich nicht sicher, ob Häkkinen beim Tankstopp ausreichend Sprit für die Restdistanz mitbekommen hat. Die Box empfiehlt Häkkinen das magerste Benzingemisch. Coulthard könnte schneller, darf aber nicht.

Glück für McLaren, dass sich bei Villeneuve plötzlich Balanceprobleme mit dem voll auf Topspeed getrimmten Williams einstellen. Michael Schumacher wird ein farbloser Fünfter. Sein Bruder Ralf landet einen Rang hinter ihm. Für den Formel 1-Novizen ist ein sechster Platz noch ein Erfolg.

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