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GP Deutschland 1999 am Hockenheimring

Eddie Irvine lässt deutsche Fans jubeln

1999 Hockenheim Foto: dpa 72 Bilder

Der GP Deutschland findet 1999 ohne Michael Schumacher statt. Die Fans in Hockenheim feuern seinen Ferrari-Teamkollegen Eddie Irvine an und können am Ende jubeln. Konkurrent McLaren stellt sich mit Mika Häkkinen selbst ein Bein.

18.07.2010 Michael Schmidt

Pole: Mika Häkkinen (McLaren-Mercedes)    1.42,950 min

1. Eddie Irvine (Ferrari)    1:21.58,594 h
2. Mika Salo (Ferrari)+ 1,007 s
3. Heinz-Harald Frentzen (Jordan-Mugen)    + 5,195 s

Michael Schumacher erscheint 1999 in Hockenheim nur auf der Leinwand. Drei Wochen nach seinem Beinbruch von Silverstone hält der Rekonvaleszent von einem Gartenlokal am Genfer See aus eine Ansprache an seine Fans beim GP Deutschland. Ferrari hat bereits alle Jetons auf Teamkollege Eddie Irvine umgelenkt. Der wird von Ersatzfahrer Mika Salo bedingungslos unterstützt.

Eigentlich sollte der WM-Titel für die McLaren-Piloten ohne Schumacher eine Formsache sein, doch die einfachsten Aufgaben sind manchmal die schwersten. Beim Rennen davor am A1-Ring schieben sich Mika Häkkinen und David Coulthard gegenseitig von der Piste. Eddie Irvine gewinnt und wird plötzlich ein ernstzunehmender Kandidat für den Titel.

Eddie Irvine wächst über sich hinaus

Kaum zu glauben, was die Psychologie ausmachen kann. Irvine wächst in seine Nummer-eins-Rolle nahtlos hinein, weil McLaren mit haarsträubenden Fehlern sein Selbstbewusstsein stärkt. Und er ist nicht allein im Kampf gegen die Silberpfeile.

Heimlich, still und leise hat sich auch Heinz-Harald Frentzen angeschlichen. Der Jordan-Pilot punktet regelmäßig, gewinnt in Magny-Cours und gibt als Trainingszweiter von Hockenheim einen Warnschuss an die großen Favoriten ab. Nach der ersten Runde liegen alle WM-Kontrahenten in den Top 6. Die Reihenfolge lautet: Häkkinen-Salo-Coulthard-Frentzen-Barrichello-Irvine.

McLaren stellt sich in Hockenheim selbst ein Bein

David Coulthard bringt sich durch einen Auffahrunfall gegen Salos Ferrari um alle Chancen. Der Nasenwechsel kostet 15 Sekunden. Ein verpatzter Boxenstopp wirft Häkkinen von Platz eins auf Rang vier zurück. Das Tankventil klemmt. Jetzt liegen die beiden Ferrari in Front mit Frentzen in Lauerstellung.

Der Platztausch zwischen Salo und Irvine wird von der Box befohlen. Häkkinens Aufholjagd endet mit einer Schrecksekunde. Bei 330 km/h platzt der linke Hinterreifen des McLaren. Der Finne segelt in den Reifenstapel. Das Volk johlt. Nach Schumachers unfreiwilliger Rennpause ist Irvine jetzt ihr Ersatz-Schumi.

Bei Häkkinen stellt sich hinterher heraus, das McLaren gegen alle Bridgestone-Anweisungen mit dem Luftdruck der Reifen experimentiert hat. Er wird zu niedrig eingestellt. Irvine nimmt das Geschenk dankend an. Es ist sein zweiter Sieg in acht Tagen.

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