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GP Deutschland 2011: Die Vorschau

Konkurrenz will Vettel die Party vermiesen

Fernando Alonso Foto: Wolfgang Wilhelm 60 Bilder

Am Nürburgring peilt Sebastian Vettel den ersten Sieg auf deutschem Boden an. Doch das wechselhafte Eifelwetter und die erstarkte Konkurrenz könnten dem Heppenheimer die Heim-Party vermiesen.

20.07.2011 Tobias Grüner

Nach zwei Jahren Pause ist die Formel 1 zurück auf Deutschlands ältester Grand Prix-Strecke. Wie immer können sich die Fans am Nürburgring auf ein großes Motorsport-Spektakel freuen. Sebastian Vettel kommt zum ersten Mal als Weltmeister in die Eifel. Neben dem Heppenheimer sind noch fünf weitere deutsche Piloten im Einsatz. Da sind zwei Daumen zum Drücken fast schon zu wenig.

Michael Schumacher sitzt zum ersten Mal seit seinem Comeback wieder am Nürburgring in einem Formel 1-Auto. Dem Mercedes-Piloten steht dabei eine ganz besondere Ehre bevor. 2007 wurde eine Kurvenkombination auf den Grand Prix-Kurs nach dem Rekordchampion benannt, das "Schumacher-S". Der Kerpener freut sich schon auf die erste Begegnung im Formel 1-Auto: "Ich hoffe, dass mich das nicht nur stolz, sondern auch noch schneller macht."

Normalerweise geht es mit rund 260 km/h durch die schnelle Links-Rechts-Kombination. Am Wochenende könnten aber alle Piloten etwas eingebremst werden. Die Wetterprognosen für die drei Renntage sind wechselhaft mit Regenwahrscheinlichkeiten jeweils über 50 Prozent. Die Regen-Vorwarnzeit ist in der Eifel bekanntlich nicht besonders lang. In guter Erinnerung bleibt vielen Fans noch der Grand Prix von 2007, als fast das gesamte Feld mit Slicks in der Startaufstellung stand, und plötzlich ein Monsun niederging.

Die Strecke: Der Nürburgring

Bis 1976 wurden Formel 1-Rennen auf der alten 22,8 Kilometer langen Nordschleife ausgetragen. Nach vielen Umbauten der Grand Prix-Strecke müssen die Fahrer heute nur noch 5,148 Kilometer zurücklegen. Das aktuelle Layout muss sich nicht hinter anderen Grand Prix-Kursen verstecken. Mit langsamen, mittelschnellen und schnellen Passagen bietet der Nürburgring viel Abwechslung. Zudem geht es ständig bergauf und bergab.

Es gibt zwei längere Vollgaspassagen, auf denen die Piloten die 300 km/h-Marke knacken. Überholen ist allerdings schwierig. Die Zielgerade eignet sich nur bedingt für Manöver. Die relativ langsame Zielkurve erschwert es dem Hinterherfahrenden, nahe genug dranzubleiben. Besser sind die Chancen auf dem schnellen Abschnitt vor der Schikane. Hier hat die FIA auch die DRS-Zone eingerichtet, in der die Piloten den Heckflügel flacher stellen dürfen.

Das Setup:

Die Grand Prix-Variante des Nürburgrings stellt die Ingenieure mit ihrem abwechslungsreichen Layout nicht vor extreme Probleme. Die Reifenbelastung ist gering. Mit den mittleren Mischungen weich und mittelhart bringt Pirelli zudem zwei Reifen, die den Piloten keine großen Schwierigkeiten bereiten sollten. Der Bremsenverschleiß ist mit nur drei härteren Bremsmanövern pro Runde ebenfalls durchschnittlich. Auch die eher kühlen Temperaturen helfen, die Carbon-Stopper am Leben zu halten.

Wegen der wenigen langen Geraden werden die Teams die Flügel auf maximalem Abtrieb stellen. Die Bodenfreiheit kann auf der relativ ebenen Strecke in der Eifel etwas niedriger gewählt werden. Das einzige Fragezeichen steht am Nürburgring wie so oft hinter dem Wetter. Der angekündigte Regen könnte die Setup-Arbeit im Training wieder deutlich spannender machen.

Die Upgrades:

Nach den vielen neuen Teilen in Silverstone hielten sich die Teams mit Ankündigungen vor dem Rennen am Nürburgring zurück. Nur sieben Tage nach dem GP Deutschland verabschiedet sich die Formel 1-Saison 2011 in Budapest in die Sommerpause. Große Schritte bringen nur noch wenige Teams. Die deutlichsten Veränderungen sind bei Renault zu erwarten. Teamchef Eric Boullier kündigte in England an, dass sein Team einen konventionellen Auspuff testen will, der wie bei den meisten anderen Teams nach hinten herausbläst.

Mercedes hat die Abkehr von seinem radikalen Auspuffkonzept schon hinter sich. Es wird spannend, ob die Silberpfeile das Potenzial des neuen Systems wie angekündigt beim Heimrennen noch weiter ausschöpfen und einen Schritt nach vorne machen können. Auch Force India hat noch einmal ein größeres Upgrade-Paket im Gepäck, mit dem man wieder an Toro Rosso und Sauber vorbeiziehen will. Spannend wird die Auspuff-Frage bei Lotus und Sauber. Das Anblasverbot beim Gaswegnehmen führte in Silverstone dazu, dass beide Teams mit mittig platzierten Endrohr-Varianten fuhren. Nun wollen beide Teams wieder an der Auspuff-Version tüfteln, bei der die Abgase Richtung Außenseite des Hecks zielen.

Die Favoriten:

Bei sechs Siegen und drei zweiten Plätzen gibt es für Sebastian Vettel bei den Buchmachern wie immer die niedrigste Quote. Das Rennen in Silverstone hat die Prognosen allerdings wieder deutlich schwieriger gemacht als noch zu Beginn der Saison. Ferrari hat mit dem großen Technik-Update in England viel Boden gutgemacht. Jetzt müssen die Italiener beweisen, dass der erste Saisonsieg von Fernando Alonso keine Eintagsfliege war.

McLaren geriet zuletzt etwas ins Hintertreffen. Will man Red Bull den Konstrukteurspokal nicht schon im Spätsommer überreichen, müssen die Chrompfeile jetzt einen Gang zulegen. Dahinter wird es wie immer spannend im engen Mittelfeld. In Silverstone war der Sauber das schnellste Team. Sergio Perez kam aber im Rennen nicht an Mercedes-Pilot Nico Rosberg vorbei. Man darf gespannt sein, wie sich die Updates bei Renault auswirken. Toro Rosso ist ebenfalls ein Punktekandidat. Jaime Alguersuari hat mit drei Top Ten-Platzierungen in Folge eine kleine Serie am Laufen.

Expertenmeinung: James Allison (Technikchef Renault):

"Der Nürburgring hat keine besonders herrausragenden Merkmale, aber er bietet einen guten Allround-Test der Leistungsfähigkeit des Autos. Der ungewöhnlichste Aspekt des Nürburgrings besteht in der Tatsache, dass wir dort nur alle zwei Jahre fahren. Normalerweise analysiert man vor einem Rennwochenende zunächst die Daten aus dem Vorjahr. Im Falle des Nürburgrings sind die Aufzeichnungen schon zwei Jahre alt und deshalb weniger hilfreich in der Vorbereitung auf den Grand Prix. Zum Beispiel hatte beim letzten Rennen auf dem Nürburgring kein einziges Auto einen angeblasenen Diffusor."

So lief das letzte Rennen auf dem Nürburgring:

Zuletzt war die Formel 1 im Juli 2009 in der Eifel zu Gast. Mark Webber wird das Rennen wohl nie vergessen. Dabei sah es am Start noch gar nicht nach dem ersten Grand Prix-Sieg für den Red Bull-Piloten aus. Nach einem harten Duell mit Brawn-Pilot Rubens Barrichello berührten sich beide Autos und Webber musste zur Durchfahrtstrafe an die Box. Doch an diesem Tag konnte nichts und niemand den ersten australischen Sieg nach knapp 30 Jahren verhindern. Auch Sebastian Vettel musste sich bei seinem Heimrennen mit Rang zwei zufrieden geben. Ferrari-Pilot Felipe Massa wurde vor Nico Rosberg im Williams Dritter.

In unserer Fotogalerie zeigen wir noch einmal die schönsten Fotos des Nürburgring-Wochenendes von 2009.

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