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GP Deutschland 2013 (Rennen)

Vettel feiert ersten Heimsieg am Nürburgring

Start GP Deutschland 2013 Foto: xpb 64 Bilder

Sebastian Vettel hat zum ersten Mal ein Formel 1-Rennen auf deutschem Boden gewonnen. In einer spannenden Verteidigungsschlacht am Nürburgring konnte der Heppenheimer die beiden Lotus hinter sich halten. Mercedes fiel mit Reifenproblemen weit zurück.

07.07.2013 Tobias Grüner

Sebastian Vettel hat seinen Heimfluch besiegt. Im sechsten Anlauf gewann der Red Bull-Pilot zum ersten Mal einen Grand Prix von Deutschland. Am Sonntag (7.7.2013) überzeugte der Weltmeister mit einer kämpferisch starken und fehlerlosen Leistung und sicherte sich den vierten Saisonsieg. Die Fans auf den gut besetzten Tribünen empfingen den Hessen nach 60 Runden mit stehenden Ovationen.
 
Leicht hatte es Vettel nicht. Nach dem gewonnenen Start, bei dem er sich an Pole Setter Lewis Hamilton vorbeischob, kristallisierten sich schnell die beiden Lotus als schärfste Gegner. Die schwarz-goldenen Autos schienen besser mit ihren Reifen umzugehen und wollten über die gesamte Distanz nicht aus den Rückspiegeln verschwinden.

Kuriose Zwischenfälle am Ring

Doch Vettel bot Kimi Räikkönen und Romain Grosjean keine Angriffsfläche und ließ sich auch durch eine Safety-Car-Phase zur Rennmitte nicht aus der Ruhe bringen. Die Rennleitung musste das Feld neutralisieren, nachdem der Marussia von Jules Bianchi Feuer gefangen hatte. Kurz nachdem der Franzose sein Auto verlassen hatte, machte sich der rote Renner selbstständig und rollte rückwärts einmal quer über die Strecke. Zum Glück krachte niemand in das führerlose Fahrzeug.
 
Es blieb aber nicht bei diesem einen kuriosen Zwischenfall. Beim ersten Boxenstopp hatten die Red Bull-Schrauber das rechte Hinterrad von Mark Webber nicht richtig festgeschraubt. Der Gummi machte sich beim Anfahren selbstständig und sprang wild durch die Boxengasse. Kameramann Paul Allen, der mit dem Rücken zur Gefahr stand, wurde von dem Geschoss getroffen. Bei Bewusstsein wurde er zur Untersuchung ins Militärkrankenhaus nach Koblenz gefahren.

Vettel hält beide Lotus in Schach

Mit Webber aus dem Rennen musste sich Vettel alleine gegen Grosjean und Räikkönen verteidigen. Direkt nach der Safety-Car-Phase schien die größte Gefahr vom Franzosen zu drohen. Lotus setzte seine Fahrer in den letzten 30 Runden auf unterschiedliche Strategien. Während Vettel auf den frühen Stopp von Grosjean reagierte, blieb Räikkönen länger draußen.
 
Dadurch hatte der Finne in den letzten Runden die frischeren Reifen. Nachdem der Iceman seinen Teamkollegen geschnappt hatte, machte er sich auf die Jagd nach Vettel. Bis zur Ziellinie setzte Kimi seinen guten Freund unter Druck. Doch am Ende musste er sich mit Rang zwei begnügen. Eine Sekunde rettete Vettel über die Linie.

"Das ist wirklich unglaublich. Endlich hat es geklappt. Ich bin überglücklich", strahlte Vettel über seinen ersten Heimsieg. "Wir mussten hart kämpfen. Lotus hat alles versucht. Sie waren unheimlich schnell und haben viel Druck gemacht. Dann hatte ich noch Probleme mit dem KERS. Ich war wirklich froh, dass das Rennen nach 60 Rennen beendet war. Es schien ewig zu dauern."

Lotus-Piloten nur knapp geschlagen

Auch Räikkönen kämpfte etwas mit technischen Problemen. "Mein Funk funktionierte leider nicht an allen Stellen der Strecke. Ich konnte meine Box hören, aber sie mich nicht. Und es gab ja viel zu diskutieren. Aber Platz zwei und drei ist gut für das Team." Grosjean hatte etwas gemischte Gefühle: "Wir haben mit den Reifen etwas Unterschiedliches probiert. Ich denke, die Variante von Kimi mit dem weichen Reifen am Ende war etwas schneller. Aber für mich ist es schön, nach langer Zeit überhaupt wieder auf dem Podium zu stehen."
 
Rang vier ging an Fernando Alonso. Der Ferrari war auf Medium-Reifen gestartet, konnte den vermeintlichen Taktik-Vorteil aber nicht richtig ummünzen. In den Kampf um die Podiumsplätze konnte er nicht eingreifen. Ferrari-Teamkollege Felipe Massa war schon früher aus dem Rennen. In Runde 4 musste der Brasilianer sein Auto nach einem Dreher in Kurve 1 abstellen.

Mercedes wieder mit Reifenproblemen

Für Lewis Hamilton lief es noch schlechter. 19 Sekunden hinter Alonso blieb der Pole-Setter komplett chancenlos. Mercedes kämpfte wie früher in der Saison mit massiven Reifenproblemen und konnte die Pace der Spitze nie mitgehen. Kurz vor Schluss überholte Hamilton immerhin noch Jenson Button, der mit Platz 6 aber nicht unzufrieden war.
 
Als Siebter fuhr Mark Webber über die Ziellinie. Durch den Boxenunfall hatte der Australier bereits eine Runde verloren, die er aber durch die Safety-Car-Phase wieder geschenkt bekam. In einem furiosen Schlussspurt machte der Routinier Platz um Platz gut und ließ am Ende noch Sergio Perez (McLaren) und Nico Rosberg hinter sich. Auch der zweite Silberpfeil-Pilot kämpfte mit Reifenproblemen. Platz neun war Schadensbegrenzung.

Rang zehn ging an Nico Hülkenberg. Der Deutsche zeigte eine gute Pace, musste aber durch das Safety-Car die Strategie ändern. Am Schluss musste er glücklich sein, überhaupt noch einen Punkt abzustauben. Ohne Zählbares fuhr am Ende Adrian Sutil nach Hause. Der Force India-Pilot hatte wie schon im Qualifying Probleme mit dem Speed und landete außerhalb der Top Ten auf Rang 13.

Vettel in der WM-Wertung vorne weg

In der WM-Wertung konnte sich Vettel mit dem Sieg weiter von der Konkurrenz absetzen. Mit 157 Punkten thront er einsam an der Spitze des Klassements. Im spannenden Kampf um Rang zwei verlor Fernando Alonso (123) etwas an Boden auf Kimi Räikkönen (116). Das nächste Rennen findet in drei Wochen in Budapest statt.

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