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GP Deutschland 2016 (Ergebnis Rennen)

Hamilton siegt, Rosberg patzt

GP Deutschland 2016 - Rennen - Start Foto: xpb 72 Bilder

Lewis Hamilton hat vor der Sommerpause noch einmal zugeschlagen und den GP Deutschland 2016 für sich entschieden. Schon am Start sorgte der Brite für klare Verhältnisse. Dahinter landete das Red Bull-Duo um Daniel Ricciardo und Max Verstappen auf dem Podium. Einen gebrauchten Tag erwischten Nico Rosberg und Ferrari.

31.07.2016 Andreas Haupt 2 Kommentare

Der Lauf von Lewis Hamilton geht weiter, obwohl eigentlich das gesamte Wochenende am Hockenheimring in der Hand von Nico Rosberg war. Doch am Rennsonntag schlug der Weltmeister in seinem Mercedes zu und schnappte sich seinen vierten Sieg in Serie. Niemand sonst grüßte im Juli von ganz oben.

Hamilton holt Rosberg wieder am Start

Wie in Ungarn vor einer Woche legte der Titelverteidiger den Grundstein für seinen Triumph bereits am Start. Auf den ersten 310 Metern hin zur ersten Kurve beschleunigte er auf der Innenseite Teamkollege Nico Rosberg aus, der zudem beide Red Bull passieren lassen musste. In den folgenden 67 Runden gab Hamilton seine Führung nicht mehr aus der Hand. Eine Dreistopp-Strategie (Reifenfolge Supersoft, Soft, Supersoft, Soft) führte ihn zu einem souveränen sechsten Saisonsieg. In Hockenheim konnte Hamilton zuvor bereits 2008 gewinnen. „Was für ein toller Start. Mein Ingenieur hat einen großartigen Job gemacht – danach war die Balance des Autos unglaublich“, feierte Hamilton.

Dagegen lief es für Rosberg auch nach dem verpatzten Start alles andere als rund. In der 16. Runde riefen seine Mercedes-Strategen den Plan B aus, nachdem beim ersten Versuch der Undercut scheiterte und das Auto mit der Startnummer sechs sowohl hinter Max Verstappen als auch Daniel Ricciardo blieb. Auch beim zweiten Reifentausch 13 Umläufe später hing Rosberg zunächst hinter dem niederländischen Wunderkind fest. Allerdings war der 31-Jährige in seinem Silberpfeil nahe genug dran, um in der Spitzkehre (Turn 5) mit DRS einen Überholversuch zu starten.

Jedoch trug es Rosberg auf der Bremse weit hinaus. Zwar schnupfte er Verstappen auf, doch dem ging auf der Außenseite die Straße aus, weshalb er durch die asphaltierte Auslaufzone musste. Ein Funkspruch folgte: „Er hat mich von der Strecke gedrängt.“ Auch die Rennkommissare hörten zu und schauten sich die Überholszene nochmals an. Sie kamen zum Schluss, dass Rosberg zu viel Ellbogen eingesetzt hatte, und verdonnerten ihn zu einer Fünfsekunden-Zeitstrafe, die der WM-Zweite bei seinem letzten von drei Stopps abbüßte.

Dadurch fiel er wieder hinter beide Red Bull zurück, die er bis ins Ziel nicht mehr bekam. Somit geht Hamilton mit einer 19 Punkte-Führung in die Sommerpause. Im Duell zwischen ihm und Rosberg, der große Verlierer des Wochenendes, steht es 217 zu 198 nach WM-Punkten. „Das ist ein heftiger Tag“, stöhnte Rosberg. „Ich habe keine Ahnung, warum die Reifen am Start so durchgedreht haben. Danach habe ich alles gegeben, Red Bull niederzuringen. Die Strafe war das Ende des Tages.“

Ferrari ohne Chance

Daniel Ricciardo nutzte die Gelegenheit. Der Australier packte zu und holte sich nach dem GP Monaco und Ungarn seinen dritten Podestplatz in dieser Saison. Am Start musste Ricciardo noch mit ansehen, wie sein 18-jähriger Stallrivale frech auf der Außenbahn an ihm vorbei preschte. Ricciardo ging die erste Kurve hinter Hamilton etwas zu vorsichtig an. In der 40. Runde fand der dreifache GP-Sieger allerdings seinen Weg an Verstappen vorbei. Jedoch sah es so aus, als ob sich der Niederländer nicht sonderlich wehrte. Über Funk hatte er sowohl über Probleme auf den Supersoft- als auch auf den Soft-Gummis geklagt. Am Ende sicherte er sich in seinem achten Rennen für Red Bull bereits das vierte Podest. Mit der Ausbeute von 33 Punkten zog Red Bull in der Konstrukteurs-WM an Ferrari vorbei.

Den deutschen Fans blieb es bei der Rückkehr der Formel 1 vergönnt, einem Heimstar auf dem Podium zuzujubeln. Schon am Samstag hatte sich mit dem sechsten Rang im Qualifying angedeutet, dass Ferrari und Sebastian Vettel in Deutschland schlicht die Geschwindigkeit fehlen würde, um Mercedes und sogar Red Bull zu fordern. Es kam wie erwartet. Zwar machte Vettel gegen Kimi Räikkönen eine Position gut, aber mehr war für den Heppenheimer nicht drin. Immerhin sorgte der Ferrari-Star über Funk für Unterhaltung. Sein Renningenieur forderte ihn zu einem frühen dritten Boxenbesuch auf, um einen Undercut zu probieren. Vettels Antwort: „Es ist keiner da. Gegen wen sollen wir den Undercut versuchen?“ Verstappen vor ihm war schon um etwa zehn Sekunden enteilt gewesen. Nach 67 Runden fehlten Vettel bereits über 32 Sekunden auf Sieger Hamilton. Räikkönen als Sechser lag gute fünf Sekunden hinter seinem Teamkollegen. „Es ist enttäuschend, nicht in der Lage zu sein, auf das Podium zu fahren“, fasste Vettel zusammen. „Die letzten Rennen waren ein bisschen ruckelig. Aber allgemein steckt Speed im Auto.“

Nico Hülkenberg überzeugte beim Heimspiel mit einer guten Performance. Der lange Rheinländer hatte seinen Force India-Stallgefährten Sergio Perez das gesamte Wochenende über im Griff. Am Sonntag holte er sich mit dem siebten Rang die Belohnung. Fünf Umläufe vor dem Ende krallte sich Hülk noch Valtteri Bottas im Williams, der vor ihm gestartet war, nachdem Force India vor dem Qualifying einen Reifensatz nicht zurück an Pirelli gegeben hatte und Hülkenberg dafür eine Position nach hinten rücken musste. Im Rennen korrigierte er schließlich die Rangfolge. „Seine Reifen waren am Ende. Da musste ich nur noch vorbeifahren. Die Autos vor mir waren zu schnell, um noch besser abzuschneiden. Die Dinge zwischen uns, Williams und McLaren liegen sehr eng. Das wird ein Kampf bis zum Saisonende“, weiß Hülkenberg. Seine Bilanz nach 12 Rennen: „Mit dem heutigen Rennen bin ich zufrieden. Mit dem bisherigen Saisonverlauf nicht.“

Hinter Hülkenberg überquerte Jenson Button den Zielstrich. Der Weltmeister von 2009 holte sich in seinem McLaren in der vorletzten Runde noch Bottas. Der Williams-Pilot probierte als Einziger der Spitzengruppe eine Zweistopp-Strategie. Zum Schluss büßte er dafür mit abgefahrenen Gummis. Der Finne rettete sich noch knapp vor Sergio Perez im zweiten Force India über den Strich. Ohne Zählbares verlassen Esteban Gutierrez (11.) und Fernando Alonso (12.) den Hockenheimring. Pascal Wehrlein erreichte bei seinem ersten F1-Heimrennen die 17. Position. Nicht über die komplette Distanz kamen Felipe Nasr (Sauber) und Felipe Massa (Williams).

FahrerTeamZeit / Rückstand
1. Lewis HamiltonMercedes1:30:44,200
2. Daniel RicciardoRed Bull+ 6.996 Sek.
3. Max VerstappenRed Bull+ 13.413
4. Nico RosbergMercedes+ 15.845
5. Sebastian VettelFerrari+ 32.570
6. Kimi RäikkönenFerrari+ 37.023
7. Nico HülkenbergForce India+ 70.049
8. Jenson ButtonMcLaren+ 1 Runde
9. Valtteri BottasWilliams+ 1 Runde
10. Sergio PerezForce India+ 1 Runde
11. Esteban GutierrezHaas+ 1 Runde
12. Fernando AlonsoMcLaren+ 1 Runde
13. Romain GrosjeanHaas+ 1 Runde
14. Carlos Sainz Jr.Toro Rosso+ 1 Runde
15. Daniil KvyatToro Rosso+ 1 Runde
16. Kevin MagnussenRenault+ 1 Runde
17. Pascal WehrleinManor+ 2 Runden
18. Marcus EricssonSauber+ 2 Runden
19. Jolyon PalmerRenault+ 2 Runden
20. Rio HaryantoManor+ 2 Runden
21. Felipe NasrSauberAusfall
22. Felipe MassaWilliamsAusfall
Neuester Kommentar

Stehe neutral zu den Fahrern, habe da keinen Favoriten.

Die 5-Sekunden Strafe gegen ROS kann ich nicht nachvollziehen, wie oft hat HAM das schon mit ROS gemacht, z.B. @Montreal, und es wurde nicht mal untersucht.

Sieht für mich wieder nach Willkür der Regelauslegung aus.

Mach5 1. August 2016, 11:57 Uhr
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