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GP Deutschland 2012 (Analyse)

Zahlte sich die Mercedes-Strategie aus?

Michael Schumacher - Formel 1 - GP Deutschland - 22. Juli 2012 Foto: xpb 39 Bilder

Was war die beste Reifentaktik? Warum blieb Mark Webber blass? Wer war Initiator des Crashfestival? In unserer Rennanalyse beantworten wir die wichtigsten Fragen des Rennens in Hockenheim.

22.07.2012 Bianca Leppert

Warum ging Lewis Hamiltons Rennen so in die Hose?

Lewis Hamilton träumte am Donnerstag noch davon, in seinem 100. Grand Prix zu gewinnen. Doch das ging ordentlich schief. Vom achten Startplatz ging er ins Rennen.  Schon in Runde drei musste er mit einem aufgeschlitzten linken Hinterrad die Box ansteuern. Der McLaren-Pilot sammelte nach den Unfällen in der ersten Runde Trümmerteile auf und beschädigte sich so seinen Reifen.

Hätte ihn eine Safety Car-Phase davor bewahren können? McLaren-Teamchef Martin Whitmarsh hätte sich darüber gefreut. "Du hast die Trümmer auf der Strecke gesehen", meinte er. "Wir haben die Unfälle am Start gesehen. Aber wir wussten nicht, ob jemand die Teile auf der Strecke wegräumt, bis wir das Auto in der nächsten Runde aus dem Trümmerfeld fuhren sahen. Normalerweise räumen die Streckenposten schnell ein paar Teile weg. Vielleicht haben sie das auch. Aber es lag so viel da."

Hamilton musste sich noch eine ganze Runde mit dem kaputten Reifen um den Kurs schleppen. Nicht gerade Balsam für ein Formel 1-Auto. "Wenn du mit einem Reifenschaden eine Runde fährst, dann beschädigst du das Auto", sagte Whitmarsh. Auch das Getriebe ist nicht für solche Situationen gemacht und muss aufgrund des nicht mitdrehenden Rads zusätzlichen Belastungen und Kräften standhalten.

Am Ende bog Hamilton nach seinem wilden Kampf mit Sebastian Vettel und Fernando Alonso auf Platz 16 liegend in die Box ab und stieg aus. "Da es auch keine Chance mehr auf ein Safety Car gab, haben wir in dieser Situation entschieden, kein Risiko einzugehen", erklärt Whitmarsh.

Wieso blieb Mark Webber so blass?

Vom Hero zum Zero: Dieses Motto trifft auf Mark Webber zu. In Silverstone jubelte er noch als Sieger, in Hockenheim war er im Nirgendwo. Der Australier sammelte mit Platz acht zwar noch Punkte, doch echte Glanzlichter setzte er im Rennen keine. "Ich war heute einfach nicht schnell", sagte Webber. "Ich konnte nicht mit Fahrern mithalten, mit denen ich normalerweise mithalte."

In der ersten Runde nahm er sich Lewis Hamilton vor. Doch danach hing er fest. "Marks Nachmittag war durch die Strafe für den Getriebewechsel gekennzeichnet", meinte Teamchef Christian Horner. Statt von Platz drei ging Webber von Rang acht im Getümmel ins Rennen.

In Runde zwölf kam der Australier zum ersten Mal an die Box und wechselte von weiche auf harte Reifen. "Wir waren beim ersten Stopp aggressiv. Das hat sich nicht wie erhofft ausgezahlt und Mark schien im Longrun Probleme mit der Pace auf dem harten Reifen zu haben." Eine mögliche Erklärung von Horner ist die fehlende Zeit im Training ein Trocken-Setup am Freitag auszuarbeiten, da es ja nur geregnet hat. Webber tröstet das nicht. "Das ist eine komplett andere Strecke als Silverstone, aber wir müssen bei allen Bedingungen gut sein und heute waren wir das aus irgendeinem Grund nicht", meinte er.

Wer war Initiator des Crashfestivals in der ersten Runde?

Schon kurz nach dem Start ging es in Hockenheim ans Eingemachte. Manche Piloten schienen gleich in der ersten Kurve aufs Ganze gehen zu wollen. Das hatte Folgen. Nach der ersten Runde steuerten Felipe Massa, Bruno Senna und Romain Grosjean ohne Frontflügel die Box an. Doch wer krachte eigentlich mit wem zusammen?

Romain Grosjean machte Bekanntschaft mit Bruno Senna. Wie genau das passierte, weiß der Lotus-Pilot der ein Faible für Unfälle in der ersten Runde hat, aber selbst nicht mehr. "Auf der Geraden gab es eine Berührung. Ich bin mir nicht sicher, was passiert ist. Wir müssen die Onboard-Aufnahmen anschauen - aber mein Auto war danach mit einem kaputten Frontflügel und einem Plattfuß schwer beschädigt."

Felipe Massa krachte in das Heck von Daniel Ricciardo im Toro Rosso. "Ich bin gut weggekommen, aber dann hat ein Toro Rosso vor mir plötzlich verlangsamt. Als ich ihm ausweichen wollte, habe ich ihn mit dem Frontflügel berührt."

Welche Reifentaktik war die beste?

Die Mehrheit des Feldes war in Sachen Strategie klassisch unterwegs. Das bedeutet eine Zweistopp-Taktik im Modus weich-hart-hart. Die ersten Drei unterstreichen mit dieser Taktik, dass es die beste war. Es gab aber auch andere Ideen. Kimi Räikkönen ließ auch nach dem ersten Stopp wieder die weiche Mischung der Pirelli-Pneus aufziehen. "Da unser Auto sehr schonend mit den Reifen umgeht, konnten wir uns das erlauben", sagt Lotus-Teambesitzer Gerard Lopez. "Die weicheren Reifen waren bei uns definitiv die besseren."

Mercedes setzte auf die bewährte Valencia-Taktik. Allerdings plante man von Beginn an mit drei Stopps. "Wenn man mich vor dem Rennen gefragt hätte, hätte ich niemandem eine Dreistopp-Strategie empfohlen", sagte Pirelli-Motorsportdirektor Paul Hembery. "Unsere Simulation hat gezeigt, dass der Unterschied zwischen den Reifenmischungen dafür nicht groß genug war."

Nico Rosberg kam in Runde 50 und Michael Schumacher in Runde 52 zu einem dritten Stopp an die Box.  Mit unterschiedlicher Taktik: Schumi war weich-weich-hart-weich unterwegs, Rosberg mit hart-weich-weich-weich. "Bei einigen unserer Gegner auf Zwei-Stopp-Strategien bauten die Reifen gegen Rennende ab, aber das reichte nicht für unsere Fahrer, um einen Vorteil aus ihren frischeren Reifen zu ziehen", erklärte Ross Brawn. Schumacher bog als Fünfter in die Boxengasse ab und sah die Zielflagge schließlich als Siebter. Ein kleiner Trost: Mit wenig Benzin an Bord und frischen Reifen sicherte er sich immerhin die schnellste Rennrunde.

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