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GP Deutschland Rennanalyse

Das war's wohl

Foto: dpa 30 Bilder

Nur Berufspessimisten zweifeln noch am ersten WM-Titel von Fernando Alonso. Während Renault sich immer mehr zum Muster an Zuverlässigkeit mausert, bremsen sich die schnellen McLaren regelmäßig selbst. Bei Ferrari sieht man sich bei der Strategie schon zu Verzweiflungstaten gezwungen.

25.07.2005

Nach seinem sechsten Sieg des Jahres zweifeln höchstens noch Berufs-Pessimisten daran, dass der Formel 1-Weltmeister 2005 nicht Fernando Alonso heißen wird. 87 Punkte hat der Spanier nach dem zwölften von 19 Saisonrennen auf dem Konto. Fünf Tage vor seinem 24. Geburtstag scheint auch Alonso selbst an das Erreichen des großen Ziels zu glauben: "Wenn wir die restlichen Rennen des Jahres zu Ende fahren, wird es schwierig für Kimi, mich noch abzufangen“, meinte er in Hockenheim.

Auf Ausfälle von Alonso darf die Konkurrenz nicht hoffen. Der Spanier kam in diesem Jahr nur zweimal nicht ins Ziel, als er in Kanada aus eigener Schuld in die Mauer fuhr und weil er in Indianapolis nicht starten konnte/durfte/wollte. Technische Maläsen hatte im Renault-Team nur Giancarlo Fisichella zu beklagen. Auch bei der Zuverlässigkeit hat Renault große Fortschritte gemacht: Bei den letzten drei Rennen kamen jeweils beide Autos ins Ziel, und zwar jeweils in den Punkterängen.

Nach dem Sieg in Hockenheim freute sich Alonso: "Das Auto war perfekt ausbalanciert. Anders als bei den letzten Rennen mussten wir bei den Boxenstopps am Frontflügel nichts nachjustieren.“ Der Spanier mahnt aber auch öffentlich ein höheres Entwicklungstempo bei seinen Technikern an: "In den ersten 30 Runden konnte ich Kimi nicht halten. Er war zwei bis drei Zehntelsekunden schneller als ich. Nach seinem Ausfall war das Rennen allerdings ein bisschen langweilig. McLaren war das ganze Wochenende überlegen. Wir müssen das Auto für die nächsten Rennen verbessern. Auf der andern Seite dauert das Rennen nun mal 67 Runden und nicht nur 30 Runden.“

Die Defekt-Serie von McLaren geht weiter

McLaren verfügt zwar aber über das schnellste Auto im Feld, erneut schlug aber der Fehlerteufel bei den Silbernen zu. Diesmal war es ein Hydraulikdefekt, der den bequem in Führung liegenden Silberpfeil von Kimi Räikkönen lahmlegte. Damit heißt es für den Finnen wohl endgültig Abschied nehmen von den WM-Träumen.

Allein drei Mal schied Räikkönen in Führung liegend aus. Bei einem perfekten Saisonverlauf müsste er die WM mit vier Punkten anführen, stattdessen liegt er 36 Zähler zurück. Selbst die Vizemeisterschaft gerät in Gefahr. Michael Schumacher hat nur vier Punkte weniger auf dem Konto als der Finne.

Juan Pablo Montoya sorgte für ein versöhnliches Ergebnis für McLaren. Der Kolumbianer holte Rang zwei, obwohl er nach einem Dreher im Einzelzeitfahren als Letzter ins Rennen ging und als Zwölfter aus der ersten Runde kam. "Von da hinten habe ich nicht mal die Startampel gesehen“, quiekte der Schnellsprecher aus Südamerika vergnügt. "In den ersten Runden ging es verrückt zu.“ Montoya ärgerte sich auch am Sonntag noch über das verpatzte Einzelzeitfahren. "Der Dreher im Training war wirklich eine Schande.“

Schumachers Reifenpoker

Die über lange Jahre als Taktik-Könige gerühmte Ferrari-Boxencrew operierte in Hockenheim nach dem System "Try and error.“ Michael Schumacher wurde mit der weichen Reifen-Option ins Rennen geschickt, Rubens Barrichello mußte es auf den harten Bridgestone-Reifen versuchen. Ein Unterfangen, das sich schon im Einzelzeitfahren als wenig erfolgversprechend herausstellte. Der Brasilianer startete von Platz 15 aus, blieb im Rennen absolut chancenlos und kroch als Überrundeter Zehnter ins Ziel.

Schumacher hingegen ging von Startplatz fünf aus ins Rennen. Auf den ersten Kilometern gelang es dem Weltmeister sogar, zwei Gegner, nämlich Jenson Button und Giancarlo Fisichella auszutricksen. Grund dafür: Die rechte, schmutzige Seite der Strecke, auf der der Brite und der Italiener losfuhren, erwies sich als Kriechspur. Räikkönens Ausfall spülte Schumacher sogar auf Platz zwei nach vorne.

Im letzten Renndrittel kämpfte Schumacher aber mit nachlassendem Grip und daher mit dem Rücken zur Wand. In Runde 45 presste sich Jenson Button vor der Spitzkehre am Deutschen vorbei, in der vorletzten Runde mußte sich Schumacher auch Giancarlo Fisichella im Renault beugen und kam so auf Platz fünf.

Ans Aufhören denkt Schumacher trotz der Durststrecke aber noch lange nicht. In Hockenheim bekräftigte er nochmals: "Ich verschwende keinen Gedanken an ein Leben nach der Formel 1.“

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