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GP Deutschland

Und wieder gewinnt Schumacher

Foto: dpa

Update ++ Auch in Hockenheim steht Formel-1-Weltmeister Michael Schumacher wieder ganz oben auf dem Podium. Der Ferrari-Pilot feierte den elften Sieg im 12. WM-Lauf und hat damit schon sechs Rennen vor Saisonende seine eigene Bestmarke aus dem Jahr 2002 eingestellt.

25.07.2004

Es war der 81. Triumph seiner Formel 1-Karriere und der dritte Sieg in Hockenheim nach 1995 und 2002. Auf Platz zwei kam der Brite Jenson Button im BAR-Honda, der Renault-Fahrer Fernando Alonso aus Spanien auf Distanz halten konnte.

Anders als zuletzt bei den Grand Prix in Frankreich (vier Schumacher-Stopps) und England (zwei Schumacher-Stopps) war der Sieg des wohl bald schon siebenmaligen Weltmeisters diesmal nicht das Resultat eines genialen Taktik-Manövers. Der Deutsche legte, ebenso wie alle seine direkten Konkurrenten, drei Boxenstopps ein. Schumacher war von der Pole-Position aus gestartet und kontrollierte das Feld anscheidend nach Belieben.

Schumiläum: 50 Rennen ohne Technik-Defekt

Ferrari konnte in Hockenheim noch ein besonders Schumiläum feiern: Es war Schumachers 50. Rennen ohne technisch bedingten Ausfall. “Absolut wundervoll“, rühmte sich Schumacher. "Aber nicht nur die Zuverlässigkeit ist toll, sondern auch die Arbeit bei den Boxenstopps.“ Vor exakt drei Jahren war er an gleicher Stelle durch Benzinpumpendefekt gestoppt worden. Seither fiel er nur zweimal aus: Vor eineinhalb Jahren in Brasilien nach einem Aquaplaning-Unfall und zuletzt in Monaco 2004 nach dem kuriosen Crash mit Juan Pablo Montoya hinter dem Safetycar.

“Was für ein Wochenende!“, freute sich der Deutsche, der mit einer hartnäckigen Erkältung kämpfte. "Es war ein hartes Rennen, speziell am Anfang, als Kimi Räikkönen von hinten Druck machte. Und auch später hat mir Jenson Button ordentlich eingeheizt. Ich wusste teilweise nicht, was in diesem Rennen abgeht. Echt ein hartes Rennen.“

Für Rubens Barrichello lief es nicht nach Wunsch. Der Ferrari des Brasilianers büßte in der Startrunde nach einem Crash mit David Coulthard den Frontflügel ein, was einen zusätzlichen Stopp bedingte. In der Schlussrunde hatte er auch noch einen Platten: Platz zwölf

Button: Fast vom Helm erwürgt

Der zweitplatzierte Jenson Button betrachtete seinen Renn-Nachmittag mit gemischten Gefühlen: "Das war das beste Rennen meiner Karriere. Ich bin aber etwas enttäuscht. Schließlich bin ich nur von Platz 13 aus losgefahren.“ Wegen eines Motorwechsels wurde er in der Startaufstellung um zehn Startplätze nach hinten strafversetzt. "Wäre ich von weiter vorne gestartet, hätte ich Michael heute sicherlich in Verlegenheit bringen können“, jammerte Button, der immer noch seinem ersten GP-Sieg hinterherfährt.

Viele Zuschauer fragten sich, warum sich Button in den letzten Runden im er wieder mit der linken Hand an den Helm griff. Button klärte auf: "Der Kinnriemen saß ein bisschen locker. Durch den Fahrwind ist der Helm immer wieder nach oben gesaugt worden. Das hat mich gewürgt. Ich habe kaum Luft bekommen. Deswegen musste ich auf den Geraden den Helm immer nach unten drücken.“

Auch Alonsos Fahrt auf Platz drei verlief nicht nach ganz Plan: "Ungefähr 16 Runden vor Schluss hatte ich so wenig Grip an der Vorderachse, dass ich an der Box per Funk nachgefragt habe, ob der Frontflügel überhaupt noch dran ist.“ Alonso drehte drei Runden, bei denen er je drei Sekunden auf Button verlor, mit dem er sich zuvor erfrischende Duelle geliefert hatte. "Dann war das Problem plötzlich wieder verschwunden.“ Des Rätsels Lösung: Offenbar hatte sich ein Fremdkörper im Frontflügel verfangen.

Die deutschen Autohersteller bekleckerten sich nicht mit Ruhm. David Coulthard brachte den McLaren-Mercedes auf einen glanzlosen vierten Platz. Juan Pablo Montoya im Williams-BMW musste nach Schneckenstart schon damit zufrieden sein, als Fünfter ins Ziel zu kommen. Ralf Schumachers Ersatzmann Antonio Pizzonia machte seine Sache ordentlich. Der Brasilianer kam hinter dem überraschend starken Mark Webber im Jaguar auf Rang sieben.

Für die spektakulärste Szene des Rennens sorgte Kimi Räikkönen. Am McLaren des Finnen brach bei Tempo 290 km/h auf der Start-Ziel-Geraden der Heckflügel. Blitzartig drehte sich der Silberpfeil und schlug dann hart in die Reifenstapel ein. Der Finne blieb unverletzt. Wutentbrannt schleuderte Räikkönen das Lenkrad weg, ehe er sich von einem Mopedfahrer an die Box kutschieren ließ, wo er von Mercedes-Sportchef Norbert Haug getröstet wurde.

Von vielen Seiten wurde der Mut von David Coulthard bewundert: Der Schotte fuhr schließlich unverdrossen sein Rennen zu Ende, obwohl er befürchten musste, dass auch an seinem Silberpfeil der Flügel bricht.

Am Kräfteverhältnis der Teams hinter Platzhirsch Ferrari hat sich in Hockenheim nicht viel geändert: Renault und BAR-Honda streiten hingebungsvoll um Platz zwei in der Konstrukteurs-WM. Diesmal hatten die Weiß-roten kleine Vorteile, zumal Renaults zweiter Mann, der zum Jahresende geschasste Jarno Trulli, wegen eines zusätzlichen Boxenstopps zum Wechsel des Frontflügels die Punkteränge verfehlte.

Für McLaren und Williams, vor der Saison selbst ernannte Titelfavoriten, bleibt nur der Kampf um die Blechmedaille, den vierten Rang in der Konstrukteurs-WM.

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