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GP Deutschland vor der Tür

Warum muss ich nach Hockenheim?

GP Tagebuch 2012 GP Deutschland Foto: xpb 59 Bilder

Der Formel 1-Zirkus gastiert in Deutschland. Nach vollen Häusern in Kanada, Österreich und England tut sich Hockenheim schwer, die Tribünen voll zu kriegen. Das verstehe, wer will. Es gibt genügend gute Gründe, sich den Grand Prix von Deutschland live anzuschauen.

16.07.2014 Michael Schmidt

Was ist nur mit den deutschen Rennfans los? In Montreal, am Red Bull-Ring und in Silverstone war die Bude voll. Hockenheim und der Nürburgring müssen um jeden Zuschauer kämpfen. Dafür gibt es eigentlich keine logische Begründung. Die Qualität der Grand Prix ist in diesem Jahr besser als in der letzten Saison und sicher auch besser als in den Jahren 2001, 2002, 2004 und 2011, als der Titel schon früh entschieden wurde.

Gut, Mercedes ist überlegen. Doch keiner kann vorhersagen, ob Nico Rosberg oder Lewis Hamilton gewinnt. Da konnte man in den goldenen Ferrari-Jahren und bei Sebastian Vettels Alleingängen 2011 und 2013 schon eher den Propheten spielen. Dazu gibt es noch ein Rennen hinter den Mercedes. Und das ist ziemlich ausgeglichen. Mit Nico Rosberg, Sebastian Vettel, Nico Hülkenberg und Adrian Sutil stehen vier Deutsche am Start. Damit ist auch die nationale Komponente bedient.

10 Gründe für den Besuch in Hockenheim

Es ist zu Saisonbeginn viel über zu langsame und zu leise Autos gesprochen worden. In England haben wir relativ wenig Klagen gehört. Liegt es daran, dass die Engländer besser informierte Rennfans sind? Die Tickets in Silverstone und am A1-Ring waren genauso teuer wie in Deutschland. Die Übernachtungsmöglichkeiten auch nicht besser als an den deutschen Strecken. Auch in Silverstone sitzen die Zuschauer meistens weit vom Geschehen weg. Trotzdem war das diesjährige Zuschaueraufkommen das drittbeste der Geschichte.

Wenn das Interesse an der Formel 1 dramatisch nachlassen würde, müssten das auch Kanada, Österreich und England spüren. Kanada und Österreich haben noch nicht einmal Formel 1-Fahrer. Bei uns finden viele die Formel 1 ohne Michael Schumacher doof. Da tragen die Schuld, die den Sport seinerzeit nur auf Michael Schumacher reduziert haben. Als Schumacher 2010 sein Comeback ankündigte, hat Hockenheim in einer Woche 10.000 Tickets extra verkauft. Dabei gibt es immer noch viele gute Gründe, sich die Formel 1 am Wochenende live im Motodrom anzuschauen.

1. Es gibt zwei Rennen in einem. Das der Mercedes-Piloten um den Sieg, und das der 20 anderen Fahrer um Platz 3. Rosberg gegen Hamilton, das erinnert an die großen Teamduelle der Vergangenheit, auch wenn die schmutzigen Tricks bis jetzt noch in der Kiste blieben. Und dahinter entscheidet sich je nach Rennstrecke, wer bester Verfolger wird: Williams, Red Bull, Ferrari mit Force India als Überraschungsteam. Wenn Fric wirklich verbannt wird, könnte es zumindest im Verfolgerfeld zu Platzverschiebungen kommen.

2. Die vier deutschen Fahrer schreiben ihre eigene Story. Kann Rosberg den Hamilton-Sieg von Silverstone kontern? Besiegt Vettel seinen Technik- und Taktikfluch, und knackt er Teamkollege Daniel Ricciardo? Schafft Hülkenberg endlich das erste Podium? Wie reagiert Sutil auf die Gerüchte, dass Testfahrer Giedo van der Garde bei Sauber schon vor der Tür steht?

3. Fußball ist vorbei. Zeit, sich mal wieder ein Autorennen anzuschauen. Ausreden gibt es nicht mehr.

4. Was in Montreal, am Red Bull-Ring und in Silverstone funktioniert, muss auch in Hockenheim gehen. Oder sind die Kanadier, Österreicher und Engländer wirklich die größeren Fans?

5. Der Sound und der Speed stehen bei den Fans in der Kritik. Zu Recht? Hinfahren, anschauen und dann urteilen.

6. Hockenheim ist eine Strecke, auf der man gut überholen kann. Unser Tipps: Kurve 2, die Haarnadel und der Linksknick in der Mercedes-Arena.

7. Österreich feierte rund um die Strecke eine riesige PS-Party. Hockenheim hat mit seinem Zeltplatz direkt hinter der Autobahn auch den direkten Draht zur Rennstrecke.

8. Hockenheim bietet erstmals wieder einen Schuss Nostalgie. Am Freitag können die Zuschauer dort sitzen, wo sie wollen. Man ist nicht auf eine Kurve fixiert. Also wieder wie in guten alten Zeiten. Außerdem dürfen alle Ticketinhaber für Tribünenplätze sich auf die Stehplätze begeben. Die Wege zu den einzelnen Streckenpunkten sind auch nicht mehr so weit wie auf dem alten Hockenheimring.

9. Wer ein Wochenend-Ticket hat, darf am Donnerstag in die Boxengasse. Dazu gibt es Taxifahrten um den Ring und täglich Autogrammstunden im Tribünenbereich. Ab 230 Euro gibt es noch Wochenend-Tickets zu kaufen.

10. Live ist einfach besser als Fernsehen. Und es gibt keine Werbe-Einblendungen. Wer im Motodrom sitzt, sieht den Rest der Rennstrecke auf Video-Leinwänden.

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