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Vorschau GP England 2010

Vettel will Engländern die Party vermiesen

Sebastian Vettel Foto: xpb 63 Bilder

Sebastian Vettel reist als Favorit zum Auswärtsspiel nach Silverstone. Doch die beiden Lokalmatadoren von McLaren wollen mit aller Macht einen zweiten England-Sieg des Deutschen verhindern. Michael Schumacher könnte sogar schon den vierten Erfolg im Feindesland feiern.

07.07.2010 Tobias Grüner

Die Formel 1 feiert am Wochenende beim GP England in Silverstone Bergfest. Zur Saisonhalbzeit geht es ausgerechnet an den Ort, wo vor fast genau 60 Jahren alles in der Formel 1 begann. Sechs Jahrzehnte nach Giuseppe Farina und Luigi Fagioli kämpfen nun Sebastian Vettel und Lewis Hamilton um wichtige WM-Punkte im Titelkampf.

Aktuell hat McLaren die Nase im Duell gegen Red Bull leicht vorne. Hamilton führt die WM mit sechs Zählern Vorsprung auf seinen Teamkollegen Jenson Button an. Vettel reist nach seinem Valencia-Sieg mit zwölf Zählern Rückstand zum Auswärtsspiel nach Silverstone. Der zweite Red Bull von Mark Webber liegt nach seinem Horrorcrash beim GP Europa bereits 24 Punkte hinter der Spitze.

Die Strecke (Silverstone Circuit):

Der Silverstone Circuit präsentiert sich 2010 in einer neuen Form. Zwischen den Kurven 9 und 16 haben fleißige Bautrupps die Streckenführung in der Winterpause komplett verändert. Mit der Erweiterung um rund 750 Meter wollten die Silverstone-Planer eine weitere Überholmöglichkeit schaffen, ohne den Highspeed-Charakter der Strecke zu verändern. Ob die Maßnahme den Praxistest besteht, wird sich erst im Rennen zeigen. Zumindest für die Zuschauer bietet sich im neu entstandenen "Arena Komplex" einen attraktiven Platz, von dem man die Autos über eine lange Zeit verfolgen kann.

Durch den neuen Streckenteil hat Silverstone nichts von seinem Reiz verloren. Die ultraschnellen Kurven im ersten Sektor sind für die Piloten immer noch ein Highlight im Rennkalender. Namen wie Copse, Maggots oder Becketts klingen den englischen Formel 1-Fans wie Musik in den Ohren. Obwohl es eigentlich nur eine lange Gerade mit Top-Speeds von über 300 km/h gibt, ist Silverstone eine der schnellsten Strecken im Kalender. Nur in Monza erreichen die Piloten im Schnitt höhere Geschwindigkeiten.

Das Set-Up für Silverstone:

Mit einer relativ steilen Anstellung der Flügel versuchen die Ingenieure die Bodenhaftung in den langen Kurven zu steigern. Bei Kurvengeschwindigkeiten von bis zu 300 km/h gewinnen die Teams einen Großteil des Grips über die Aerodynamik. Abtrieb heißt die Disziplin, die in Silverstone über den Sieg entscheidet. Der Asphalt auf dem ehemaligen Militärflugplatz in Zentralengland bietet von sich aus nur wenig Haftung. Bei feuchter Strecke verschlimmert sich die Lage noch. Nicht selten enden Regenrennen in Silverstone im Chaos.

Technik-Updates beim GP England:

Ausgerechnet McLaren hat zum Heimspiel in England ein großes Update-Paket angekündigt. Nach Red Bull-Vorbild wurden an den Autos von Hamilton und Button die Auspuffrohre neu verlegt, so dass sie nun direkt auf den Diffusor blasen. Der Trick generiert im Idealfall mehr Abtrieb auf der Hinterachse. Auch Williams hofft mit einem großen Paket den Anschluss an die Spitze herzustellen. Im Hinterfeld will auch Virgin positive Schlagzeilen schreiben. Das Team von Timo Glock will Konkurrent Lotus mit einem größeren Update auf die Pelle rücken.

Die Favoriten in Silverstone:

Schon im Vorjahr hat sich gezeigt, dass Red Bull in den schnellen Kurven von Silverstone in einer anderen Liga fährt. Der Traditionskurs ist am ehesten mit der Strecke in Barcelona zu vergleichen. Dort brummten Vettel und Webber der gesamte Konkurrenz eine Sekunde Rückstand im Qualifying auf. Zwei Monate später wird sich auf der britischen Insel zeigen, wer seine Hausaufgaben am besten gemacht hat und Red Bull gefährden kann.

McLaren rechnet sich mit seinem Update gute Chancen aus. Doch schnelle Kurve gehörten bisher nicht zu den Stärken der Chrompfeile. Auch Ferrari hofft auf den Aufschwung, nachdem das Valencia-Update im Safety-Car-Pech verpuffte. Allerdings kommen in England wieder die harten Reifenmischungen zum Einsatz, mit denen Fernando Alonso und Felipe Massa in dieser Saison nicht besonders gut zurecht kamen.

Im Mittelfeld streiten sich wieder Renault und Force India um wertvolle Punkte. Außenseiterchancen besitzen auch Sauber und Williams. Für eine gute Sauber-Vorstellung sprechen die schnellen Kurven. Der wellige Asphalt auf dem neuen Streckenteil schmeckt dem Schweizer Auto dagegen gar nicht. Bei Williams kommt es darauf an, wie gut das Update einschlägt und ob der F-Schacht endlich funktioniert. Bisher konnte Williams in schnellen Kurven noch nicht glänzen. Erst in den letzten beiden Rennen war ein klarer Aufwärtstrend zu erkennen.

Expertenanalyse GP England: Hirohide Hamashima (Bridgestone Motorsport):

"Nach vielen Rennen kennen wir Silverstone sehr gut, auch wenn wir jetzt vor der Herausforderung eines neuen Streckenlayouts stehen. Früher stellte der Kurs eine der härtesten Prüfungen für den Reifen dar. Durch den neuen Teil werden die Reifen sogar noch mehr gefordert. Für den superweichen Reifen wären die Bedingungen zu hart gewesen"

"Durch die zusätzliche Gerade erhöht sich die Durchschnittsgeschwindigkeit. In der schnellen Abbey-Rechtskurve am Eingang des neuen Streckenteils treten hohe Fliehkräfte auf. Da Bridgestone sowohl die Formel 1 als auch die MotoGP beliefert, konnten wir schon einige unserer Prognosen beim vergangenen MotoGP-Rennen überprüfen. Wir gehen deshalb sehr zuversichtlich in das Rennen. Wir hoffen auf ein gutes Spektakel mit den Reifenmischungen "soft" und "hart" und wir werden sicherlich vom neuen Streckenlayout lernen."

So lief das Rennen im Vorjahr:

Sieger: Sebastian Vettel Red Bull-Renault Vorsprung: 15,188 s
Safety-Car: - Wetter: 17°C, bedeckt

Der Sieger stand 2009 schon vor dem Rennen fest. Sebastian Vettel war im umgebauten Red Bull RB5 so überlegen, dass ihn nur Teamkollege Mark Webber attackieren hätte können. Doch der Australier verliert beim Start einen Platz an Rubens Barrichello. Auf der Strecke kommt Webber nicht vorbei, also muss er bis zum ersten Tankstopp warten. Die ersten Acht üben sich in Einzelzeitfahren. Highlight ist eine Kollision zwischen Heikki Kovalainen und Sebastien Bourdais und ein Duell zwischen Lewis Hamilton und Fernando Alonso um Platz 14. Ohne den Kampf um die goldene Ananas der beiden Ex-Weltmeister wäre man eingeschlafen.

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