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GP England 2012 (Qualifikation)

Alonso holt Pole in Regen-Quali

Schumacher Vettel GP England 2012 Foto: dpa 74 Bilder

Update ++ Bilder ++ In einer wahren Quali-Regenschlacht hat sich Fernando Alonso die Pole Position von Silverstone gesichert. Nach heftigen Niederschlägen musste die Sitzung wegen Nässe für anderthalb Stunden unterbrochen werden. Michael Schumacher und Sebastian Vettel fuhren in die zweite Startreihe.

07.07.2012 Tobias Grüner

Die verrückte Formel 1-Saison macht auch in Silverstone keine Pause. Wie man es von einem vernünftigen Grand Prix in England erwartet, spielte der Regen auch im Qualifying wieder einmal die Hauptrolle. 6:19 Minuten vor dem Ende der zweiten Runde musste der Kampf um die besten Startplätze unterbrochen werden, weil bei stehendem Wasser auf der Piste nicht an einen sicheren Fahrbetrieb zu denken war.

92 Minuten waren die Teams zum Nichtstun verdammt, bevor die größten Pfützen von der Strecke verschwunden waren und die Rennleitung das feuchte Spiel wieder anpfeifen konnte. Mit Laola-Wellen zusammen mit den Fans auf der Haupttribüne hielten sich die Mechaniker warm und sorgten gleichzeitig für gute Stimmung auf den Rängen.

Alonso ganz knapp vor Webber auf Pole

Doch das Warten sollte sich lohnen: Mehr als zweieinhalb Stunden nach Beginn der Sitzung stand endlich der Polesetter fest. In einem spannenden Top Ten-Finale hatte am Ende Fernando Alonso die besten Nerven und die richtigen Reifen. Auf immer weiter abtrocknender Strecke wurden die schnellsten Zeiten auf den leicht profilierten Intermediates gesetzt.

Mit 47 Tausendsteln Vorsprung vor Mark Webber sicherte sich der Ferrari-Pilot die erste Pole Position seit dem GP Singapur 2010. "Das war sehr schwierig heute", erklärte der Spanier später. "Wir haben am Ende zum Glück noch die Runde zusammenbekommen. Es war leicht einen Fehler zu machen. Die erste Pole Position nach zwei Jahren - das ist eine lange Zeit für Ferrari. Aber viel bedeutet das nicht im Regen, wenn alles schnell durchgemischt wird. Immerhin habe ich freie Sicht in den ersten Runden."

Mark Webber war ebenfalls zufrieden, auch wenn es ganz knapp nicht zur Pole gereicht hat. "Das war ganz eng heute. Die Bedingungen waren extrem tückisch. Es war schwer, in einen Rhythmus zu kommen. Ich habe die Pole zwar knapp verpasst, aber morgen ist erst das Rennen."

Schumacher und Vettel in Reihe zwei

Für das deutsche Highlight des Tages sorgte Michael Schumacher auf Rang drei. Der Mercedes-Pilot schien mit den richtigen Regenreifen in Q3 schon auf das falsche Pferd gesetzt zu haben. Doch nach einem schnellen Wechsel auf die Intermediates riskierte der Rekordweltmeister in seiner letzten Runde alles und stellte seinen Silberpfeil in die zweite Startreihe.

"Auf den Regenreifen sehen wir ganz vernünftig aus", strahlte der Kerpener. "Regen wäre also auch für das Rennen ganz willkommen. In der zweiten Runde sah es noch nicht so gut für uns aus. Da hatte ich das falsche Visier ohne Beschlagschutz drauf. Das war nicht so angenehm. Aber in der Pause konnten wir das beheben und am Ende noch eine schnelle Runde setzen."

Direkt neben Schumi startet mit Sebastian Vettel ein weiterer deutscher Pilot. Der Red Bull-Pilot kam im Regen nicht ganz so gut zurecht wie Teamkollege Webber. Am Ende fehlten gut vier Zehntel auf die Pole Position. "Ich bin nicht ganz zufrieden", erklärte der Heppenheimer. "Die letzte Runde war nicht hundertprozentig perfekt. Es hätte besser sein können. Lassen wir uns überraschen, was morgen passiert."

Die widrigen Bedingungen sorgten für eine bunte Mischung in den Top Ten. Ferrari Nummer zwei Felipe Massa startet am Sonntag von Rang fünf. Neben ihm in der dritten Reihe steht der Lotus von Kimi Räikkönen. Rang sieben ging an Pastor Maldonado im Williams, der sich die vierte Reihe mit seinem alten Freund Lewis Hamilton teilen muss, mit dem er erst in Valencia zusammengekracht war.

Hülkenberg mit Strafe nach Getriebewechsel

Platz neun ging an Nico Hülkenberg, der zwischendurch wieder einmal seine Stärke bei wechselnden Bedingungen demonstrieren konnte. Der Deutsche geht am Sonntag aber nur von Startplatz 13 ins Rennen, weil am Force India vorzeitig das Getriebe gewechselt werden musste.

Von der Rückstufung profitiert vor allem Romain Grosjean im Lotus. Der Franzose qualifizierte sich im Q2 locker für das Finale, rutschte aber nach seiner schnellen Runde ins Kies. Als es um die Vergabe der besten Plätze ging, musste der Rookie somit zuschauen.

Die großen Verlierer der zweiten Qualifying-Runde waren die beiden Sauber. Als die Strecke nach der langen Unterbrechung wieder freigegeben wurde, gingen Kamui Kobayashi und Sergio Perez auf den Intermediate-Reifen raus. Zu diesem Zeitpunkt war allerdings noch zu viel Wasser auf der Strecke. Von sicheren Top Ten-Plätzen fielen die beiden Autos noch weit zurück auf die Ränge zwölf und 17. Für Kobayashi kommt noch die Strafe von fünf Startplätzen dazu, so dass beide Autos am Sonntag direkt hintereinander starten.

Button vor der Pause draußen

Schon in der ersten Quali-Runde war auf der Piste jede Menge passiert. Das erste prominente Opfer der widrigen Bedingungen hieß Jenson Button. Der Lokalmatador, der ausgerechnet beim Heimrennen in Silverstone noch nie auf dem Podium stand, flog im Qulafying schon in der ersten Runde raus. In der Anfangsphase der Sitzung auf nur leicht feuchter Strecke konnte der Brite keine vernünftige Zeit fahren. Am Ende des Q1 war wegen des zunehmenden Regens keine Verbesserung mehr möglich.

Drei Zehntel fehlten dem McLaren-Pilot zum Weiterkommen. Die Pechsträhne in diesem Jahr scheint also anzuhalten. " Ich habe mit dem ersten Satz keine Temperatur in die Hinterreifen bekommen. Mit dem neuen zweiten Satz lief es dann super. Ich war sieben Zehntel schneller. Doch dann kam wieder Regen. Am Ende hatte ich auch noch Pech mit gelben Flaggen", klagte der Weltmeister von 2009. " Normalerweise kann ich eigentlich ganz gut im Regen Autofahren. Heute aber offensichtlich nicht."

Glock dreht sich auf der Ziellinie

Verantwortlich für die gelben Flaggen, die Button im Weg standen, war Timo Glock. Der Marussia-Pilot hatte sich in der letzten Kurve gedreht und sein Auto parallel zur Ziellinie abgestellt. "Der Dreher war nicht so wichtig, da ging sowieso nix mehr. Wir hätten drei Sekunden finden müssen", berichtete der Hesse. "Ich war vorher auf einer schnellen Runde, mit der ich auf Platz zehn gefahren wäre - also locker in Q2. Dann kam ich die Gerade runter und plötzlich gibt es einen Wolkenbruch." Am Ende blieb wie so oft nur Rang 21.

Die besten Bilder vom Qualifying haben wir noch einmal in unserer Bildergalerie.

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