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GP England 2013 (Ergebnis Rennen)

Rosberg gewinnt Reifen-Zitterpartie

Nico Rosberg GP England 2013 Foto: xpb 44 Bilder

In einem spektakulären Silverstone-Rennen mit etlichen Reifenschäden und zwei Safety Car-Phasen hat Nico Rosberg den zweiten Sieg für Mercedes geholt. Sebastian Vettel schied in Führung liegend mit Getriebeschaden aus.

30.06.2013 Bianca Leppert

Der Grand Prix von England wurde in diesem Jahr zu einem echten Nervenkrimi. Die Hauptrolle auf der Traditionsstrecke in Silverstone spielten wieder einmal die Pirelli-Reifen. Dieses Mal ging es aber nicht darum, wie viele Runden sie wohl halten, sondern eher darum, wann sie wohl explodieren. Denn im Rennen traten etliche Reifenschäden auf - meistens hinten links.

Lewis Hamilton war der erste Pechvogel, den es erwischte. In Runde acht explodierte in Führung liegend der Gummi links hinten. Ausgerechnet kurz nach der Boxeneinfahrt - er musste somit noch fast eine komplette Runde absolvieren, bevor er zum Service kam. Im zehnten Umlauf traf es Felipe Massa ebenfalls hinten links, in Runde 15 war der Toro Rosso von Jean-Eric Vergne dran.

Wegen der vielen Reifenteile auf der Strecke schickte die Rennleitung das Safety Car raus. Die meisten Fahrer bekamen über Funk von der Box mitgeteilt, sie sollen von den Kerbs fernbleiben. Vor allem die Kurven 3, 4 und 5 standen unter Verdacht. Bei Sebastian Vettel wurden am ersten Reifensatz Schnitte an der Innenschulter entdeckt. Beim Restart in Runde 21 lag mit Vettel, Rosberg und Sutil ein deutsches Trio an der Spitze.

Vettel mit Getriebeschaden

Doch der Red Bull-Pilot konnte den Sieg nicht nach Hause fahren. In Runde 42 versagte das Getriebe seinen Dienst. Er musste seinen RB9 kurz nach der Ziellinie parken. Um das havarierte Auto zu bergen,  kam erneut das Safety Car auf die Strecke. Nach dem Restart entschied Nico Rosberg den spannenden Sprint zur Ziellinie mit 0,7 Sekunden Vorsprung vor Mark Webber für sich. Für Rosberg ist es der dritte Sieg seiner Karriere.

"Es ist ein sehr spezieller Tag", sagte Rosberg. "Vor allem weil die Fabrik so nah ist. Wegen Lewis tut es mir für all die britischen Fans leid. Ich muss ehrlich zugeben, dass ich nicht enttäuscht war, als Sebastian gestoppt hat. Es war ein verrücktes Rennen. Es war sehr eng zwischen Sebastian und mir."

Webber macht Druck

Auf den letzten Metern bekam der Deutsche noch richtig Druck von Webber. Der Australier  hatte in der zweiten Safety Car-Phase auf Medium-Reifen gewechselt und pflügte in den Schlussrunden durchs Feld. Der zweite Platz war eine Wiedergutmachung, schließlich fiel er in der Anfangsphase mit einem schlechten Start und einer Kollision mit Romain Grosjean, bei der er sich den Frontflügel beschädigte, bis auf Platz 15 zurück. "Viele Leute hatten Probleme mit den Reifen, was uns geholfen hat", meinte Webber. "Wir hatten da Glück. Ich wäre gerne noch mehr Runden gegen Nico gefahren."

Taktikfehler bei Lotus

Den dritten Rang holte sich Fernando Alonso. Der Ferrari-Pilot hatte kurz vor der zweiten Safety-Car-Phase neue Reifen aufziehen lassen und fiel durch das schlechte Timing kurzzeitig auf Rang 12 zurück. Doch mit einem starken Schlussspurt bis aufs Podium betrieb der zweifache Champion Schadensbegrenzung in Sachen Weltmeisterschaft. "Wir müssen uns glücklich schätzen, wegen der Reifen und auch wegen des Ausfalls von Sebastian", meinte der Ferrari-Pilot am Ende. "Was die Weltmeisterschaft angeht, habe ich gemischte Gefühle. Die Pace, die wir dieses Wochenende gezeigt haben, war schwierig."

Auch Hamilton gehörte zu denjenigen, die Glück im Unglück hatten. Trotz des Reifenschadens in der Anfangsphase konnte er sich noch bis auf Rang vier vorarbeiten. "Die Situation mit den Reifen ist nicht akzeptabel. Das ist gefährlich", schimpfte der Brite. "Ich habe das ganze Wochenende nichts falsch gemacht und einfach Pech gehabt. Trotzdem konnte ich wieder aufholen. Noch eine Runde mehr, und ich hätte es vielleicht auf das Podium geschafft."

Kimi Räikkönen war bis zur letzten Safety Car Phase ebenfalls in Schlagdistanz zur Spitze, steuerte im Gegensatz zur Konkurrenz aber nicht die Box an und wurde schließlich Fünfter. Über Funk diskutierte er mit seinem Team, dass das wohl ein taktischer Fehler gewesen sei.

Für Felipe Massa ging das Rennen trotz Reifenschaden ebenfalls glimpflich aus. Er wurde vor Adrian Sutil Sechster. Bei Force India verlor man wegen eines zu spät absolvierten zweiten Stopps Chancen auf eine bessere Platzierung. Wie Räikkönen verzichtetete Sutil zudem auf einen Zusatzstopp in der letzten Safety-Car-Phase. Mit alten Gummis hatte er in der hitzigen Schlussphase keine Chance.

Dahinter sicherte Daniel Ricciardo mit einer guten Vorstellung Platz acht für Toro Rosso. Einen starken Kampfwillen zeigte auch Paul di Resta, der sich vom vorletzten Rang auf Platz neun vorarbeitete. Für Sauber sprang mit Platz zehn von Nico Hülkenberg immerhin noch ein WM-Punkt raus.

Alonso holt auf Vettel auf

Durch den Ausfall von Vettel konnte Alonso seinen Rückstand in der WM-Wertung auf 21 Punkte verringern. Auch Räikkönen rückte auf Rang drei etwas näher an den Deutschen heran. Der Iceman liegt mit 34 Zählern aber immer noch nicht in direkter Schlagdistanz. Silverstone-Sieger Rosberg liegt immer noch auf Rang sechs, konnte aber auf Hamilton und Webber, die direkt vor ihm liegen, Boden gutmachen.

Das nächste Rennen erwartet die Fans bereits in 7 Tagen. Beim Heimspiel am Nürburgring würden Mercedes und Rosberg gerne den Erfolg aus England wiederholen.

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