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GP England 2014 (Qualifying)

Rosberg-Pole in letzter Sekunde

Top 3 - Qualifying - GP England  - 2014 Foto: xpb 79 Bilder

Nico Rosberg hat sich die Pole Position beim GP England gesichert. Im spannenden Quali-Krimi von Silverstone fuhr der Mercedes in letzter Sekunde Bestzeit. Sebastian Vettel startet dahinter von Rang 2. Lewis Hamilton, die beiden Ferrari und die beiden Williams zogen in der Wetter-Lotterie Nieten.

05.07.2014 Tobias Grüner

Das englische Wetter ist bekannt für plötzliche Wendungen. So verrückt wie am Samstag hat man es aber selten gesehen. Bei wechselhaften Bedingungen auf der Strecke in Silverstone durchlebten die Fans auf den Tribünen ein Wechselbad der Gefühle. Im Q3 sah zunächst alles nach der fünften Pole Position des Jahres für Lewis Hamilton aus. In seinem ersten Versuch des Top Ten-Finales hatte der Lokalmatador die Bestzeit gesetzt. Passenderweise zog danach direkt ein kurzer Regenschauer durch.

Die Fans des Engländers jubelten bereits. Kaum einer dachte mehr daran, dass kurz vor Schluss der Sitzung noch eine Verbesserung möglich ist. Der Eindruck schien sich zu bestätigen: Hamilton selbst brach seinen letzten Run ab, weil er nach Aussage von Teamchef Toto Wolff im ersten Sektor nicht mehr genug Grip fand. Doch das war ein Fehler. Im hinteren Teil trocknete die Strecke rapide ab. Teamkollege Nico Rosberg gab Vollgas und fuhr am Ende 3,5 Sekunden schneller als sein WM-Verfolger.

Hamilton verzockt sich im Quali-Roulette

"Das war wirklich verrückt – ein großes Durcheinander. Die Bedingungen haben sich ständig verändert", schnaufte Rosberg anschließend erleichtert durch. "Am Ende hat zum Glück alles geklappt. Als ich nach meinem ersten Run an die Box gefahren bin, war es bereits nass. Ich habe meinen Jungs gesagt: Das war's! Trotzdem sind wir nochmal rausgefahren. Im letzten Sektor war es dann plötzlich sehr trocken. Ich habe die ganze Rundenzeit in den letzten 3 Kurven gemacht."

Auch Sebastian Vettel schätzte die Bedingungen in den letzten Sekunden richtig ein. Der Weltmeister hatte zuvor noch gar keine Rundenzeit gesetzt. Auch er fuhr locker an Hamilton vorbei auf Rang 2. "Wir hatten nichts zu verlieren und sind deshalb mit Slicks rausgefahren. Zunächst habe ich gedacht, es ist viel zu nass. Aber dann trocknete es sehr schnell ab. Ich konnte nicht volles Risiko gehen, weil ich noch keine Rundenzeit hatte. Aber über Platz 2 bin ich natürlich sehr glücklich." Die Pole Position verpasste der Weltmeister um 1,5 Sekunden relativ deutlich.

Auch Jenson Button auf Rang 3 zeigte perfektes Timing und eine gute Leistung im richtigen Moment. "Das ist ein tolles Ergebnis für heute vor den vielen Fans. Damit bin ich sehr zufrieden und gehe als glücklicher Mensch ins Bett. Aber das war nur das Qualifying. Das Rennen kommt morgen." Für Button hatte das Qualifying mit einer Zitterpartie begonnen: "Im ersten Quali-Abschnitt wurde mir eine Zeit gestrichen, weil ich in der Zielkurve neben der Strecke war. Da dachte ich schon, dass ich rausfliege. Ich habe es gerade noch so geschafft."

Drei deutsche Piloten in den Top-4

Auch Nico Hülkenberg fuhr in den letzten Sekunden noch eine persönliche Bestzeit und startet überraschend als dritter deutscher Pilot in den ersten beiden Reihen. "Es war ein bisschen Roulette. Ich dachte in Q3 schon, dass es vorbei ist. Unsere erste Runde war für die Katz, weil es schon zu stark geregnet hatte. Am Ende ging es doch noch einmal gut. Die Outlap war noch sehr rutschig, aber die Strecke hat sich so schnell geändert. Ich habe noch einmal alles gegeben, gekämpft wie ein Löwe und es hat geklappt. Coole Sache."

Direkt vor Hamilton schob sich auch noch der zweite McLaren von Kevin Magnussen auf Rang 5. Hinter dem Hamilton-Mercedes startet Sergio Perez im zweiten Force India auf Rang 7. Der Mexikaner lag nach dem ersten Q3-Run noch direkt hinter beiden Silberpfeilen auf Platz 3 - wurde aber am Ende genau wie Hamilton durchgereicht. Daniel Ricciardo im zweiten Red Bull fährt auf Position 8 los. In der fünften Startreihe stehen die beiden Toro Rosso-Piloten Daniil Kvyat und Jean-Eric Vergne, die das richtige Timing ebenfalls verpassten.

Williams und Ferrari scheitern im Q1

Das erste große Drama im Silverstone-Qualifying hatte schon das Q1 zu bieten. Nach einem feuchten Beginn trocknete die Strecke zwischendurch ab, wurde am Ende des Abschnitts aber schnell wieder nasser. Wer nicht im richtigen Moment auf Slicks draußen war, flog frühzeitig raus. Das war die Chance für die Hinterbänkler. Einige prominente Piloten zogen in der britischen Reifenlotterie eine Niete.

Die beiden Williams, die in Spielberg noch so stark aufgetrumpft hatten, flogen gemeinsam raus. Valtteri Bottas und Felipe Massa fahren am Sonntag von den Plätzen 14 und 15 los. Massa war entsprechend bedient: "Im Regen muss man auf der Strecke sein. Ich habe die Garage erst 2 Minuten vor Ende der Sitzung mit Slicks verlassen. Da war nur noch eine Runde drin. Und dann hat es auch schon wieder begonnen zu regnen. Im Rennen haben wir jetzt einiges zu tun."

Auch die Ferrari schafften den Einzug in die zweite Quali-Runde nicht. Fernando Alonso startet seine Aufholjagd von Rang 16, Kimi Räikkönen geht nur von Platz 18 ins Rennen. "Wir waren leider mit den falschen Reifen zur falschen Zeit draußen", erklärte Alonso. "Das kann bei solchen Bedingungen schnell passieren. Es ist ein schmaler Grat zwischen Held und Pleite. Heute haben wir einen Fehler gemacht. Jetzt müssen wir im Rennen einfach Spaß haben und Risiken eingehen. Ich hoffe, dass wir schon am Start nach vorne kommen und dann ein paar schöne Überholmanöver starten."

Bianchi startet von Platz 12

Max Chilton schaffte es mit seinem Marussia dagegen überraschend ins Q2, rutscht aber wegen eines ungeplanten Getriebewechsels (+ 5 Plätze) hinter Alonso in das Ferrari-Sandwich auf Rang 17 ab. Teamkollege Jules Bianchi darf seinen sensationellen 12. Platz behalten. Der Franzose wird die gute Position mit dem unterlegenen Auto im Rennen wohl nicht lange halten können, was die Freude im Marussia-Camp aber am Samstag nicht trübte.

Auch für Esteban Gutierrez setzte es eine Strafe. Die Boxenstopp-Panne vom Rennen in Spielberg führte zu einer Rückversetzung um 10 Startplätze. Der Mexikaner hatte seinen Sauber ins Q2 gebracht, rutschte dann aber mit seinem Auto rückwärts in die Bande. Somit geht es bis ans Ende des Feldes zurück. Von den Strafen profitierte vor allem Adrian Sutil im zweiten Sauber. Der Bayer überstand zwar die erste Quali-Runde, buddelte sein Auto dabei aber ins Kiesbett ein. Er fährt von Platz 13 los.

Die letzte Strafe nach dem Qualifying ereilte Pastor Maldonado. Bei der technischen Abnahme stellte sich heraus, dass der Lotus des Venezolaners nicht mehr genug Sprit für die Benzin-Probe im Tank hat. Die Zeiten aus dem Qualifying wurden deshalb gestrichen. Von ganz hinten muss Maldonado aber nicht losfahren. Die beiden Caterhams hatten keine Zeit innerhalb des 107-Prozent-Limits gesetzt und stehen deshalb noch hinter dem Lotus und Gutierrez.

FahrerTeamQ1Q2Q3
1. Nico RosbergMercedes1:40.3801:35.1791:35.766
2. Sebastian VettelRed Bull1:45.0861:36.4101:37.386
3. Jenson ButtonMcLaren1:44.4251:36.5791:38.200
4. Nico HülkenbergForce India1:41.2711:37.1121:38.329
5. Kevin MagnussenMcLaren1:42.5071:37.3701:38.417
6. Lewis HamiltonMercedes1:41.0581:34.8701:39.232
7. Sergio PerezForce India1:42.1461:37.3501:40.457
8. Daniel RicciardoRed Bull1:44.7101:38.1661:40.606
9. Daniil KvyatToro Rosso1.41.0321:36.8131:40.707
10. Jean-Eric VergneToro Rosso1:43.0401:37.8001:40.855
11. Romain GrosjeanLotus1:43.1211:38.496
12. Jules BianchiMarussia1:41.1691:38.709
13. Max Chilton*Marussia1:42.0821:39.800
14. Esteban Gutierrez**Sauber1:43.2851:40.912
15. Pastor MaldonadoLotus1:43.8921:44.018
16. Adrian SutilSauber1:42.603ohne Zeit
17. Valtteri BottasWilliams1:45.318
18. Felipe MassaWilliams1:45.695
19. Fernando AlonsoFerrari1:45.935
20. Kimi RäikkönenFerrari1.46.684
21. Marcus EricssonCaterham1:49.421
22. Kamui KobayashiCaterham1:49.625
* + 5 Plätze Strafe
** + 10 Plätze Strafe
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