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GP England 2014 (Rennen)

Hamilton-Heimsieg nach Rosberg-Ausfall

Start - GP England 2014 Foto: xpb 75 Bilder

Lewis Hamilton hat den Grand Prix von England gewonnen. Der Mercedes-Pilot profitierte dabei vom Ausfall von Nico Rosberg, der mit einem Getriebe-Problem ausschied. Für Kimi Räikkönen war nach einem heftigen Crash schon in Runde 1 Schluss.

06.07.2014 Tobias Grüner

Der Grand Prix von England hat auch 2014 wieder für jede Menge Drama gesorgt. Den ersten Höhepunkt erlebten die 130.000 Fans in Silverstone schon in der Startrunde, als Kimi Räikkönen bei hoher Geschwindigkeit die Kontrolle verlor, erst in die Bande krachte und dann mit Felipe Massa kollidierte. Beide Piloten blieben zum Glück unverletzt. Bis die Trümmer beseitigt und die Leitplanke repariert war, musste das Rennen allerdings für eine Stunde unterbrochen werden.

Getriebe-Defekt entscheidet Mercedes-Duell

Nach dem Neustart ging es mit vielen spektakulären Überholmanövern unterhaltsam weiter. Vor allem Lewis Hamilton machte sofort Boden gut. Schon in der ersten, abgebrochenen Runde hatte sich der Mercedes-Pilot von Platz 6 auf 4 verbessert. Nur 4 Runden nach dem Restart lag der Lokalmatador auf Rang 2 hinter Nico Rosberg. Wie schon oft in diesem Jahr gesehen, entwickelte sich zwischen den Silberpfeilen ein spannender Kampf um jedes Zehntel.

Hamilton entschied sich mit einem späten ersten Stopp für eine alternative Strategie. Die Frage, ob sich der taktische Schachzug am Ende ausgezahlt hätte, blieb allerdings unbeantwortet. Schon in Runde 20 beklagte sich Rosberg erstmals über Getriebeprobleme. 9 Runden später verweigerte die Schaltbox dann endgültig ihren Dienst. Rosberg rollte aus, Hamilton rollte entspannt zum 5. Saisonsieg.

"Das ist sehr ärgerlich. Ich habe schon relativ früh gemerkt, dass ich Probleme mit dem Getriebe habe. Zunächst ging es wieder kurz, aber dann ist es doch ausgefallen. Wir haben noch versucht, irgendwas über die Einstellungen zu probieren, damit ich wenigstens noch ein paar Punkte hätte mitnehmen können. Aber es war nicht möglich", beklagte Rosberg später sein Technikpech.

Teamkollege Hamilton dagegen feierte auf dem Podium vor den vielen englischen Fans. "Meine Gefühle sind etwas gemischt. Natürlich wollen wir in jedem Rennen einen Doppelsieg für Mercedes einfahren. Aber ich habe dieses Ergebnis gebraucht."

Bottas wieder auf dem Podium

Nach dem Ausfall von Rosberg übernahm Valtteri Bottas den zweiten Rang. Der Williams war wie schon in Spielberg das einzige Auto, das die Pace der Mercedes einigermaßen mitgehen konnte. Von Startplatz 14 lieferte der Finne eine wahnsinnige Aufholjagd. Schon in Runde 16 hatte er nur noch die beiden Silberpfeile vor sich. Mit einem Stopp weniger als Sieger Hamilton rollte Bottas am Ende mit 30 Sekunden Rückstand über die Linie.

Nach Rang 3 in Österreich stand Bottas damit erneut auf dem Podium. "Ein Schritt weiter nach oben geht noch", so der Finne. "Mercedes ist noch schneller als wir, aber wir befinden uns auf dem richtigen Weg. Es ist nur schade, dass Felipe (Massa) sein 200. Formel 1-Rennen so beenden musste."

Rang 3 sicherte sich Daniel Ricciardo. Der Australier kam schon in Runde 15 an die Box. Zur Überraschung aller Experten überlebte er den Rest des Rennens auf einem Satz Medium-Reifen. Die Rundenzeiten blieben dabei immer im Rahmen. Auch Jenson Button auf Rang 4 kam nur einmal bei den Mechanikern vorbei. Mit dem Stopp in der 28. Runde wählte der Brite aber eine konservativere Variante. Der McLaren hatte einfach nicht den Speed gegen den Red Bull. "Eine Runde mehr und es wäre hart geworden. Jenson kam am Ende schnell näher", erklärte Ricciardo anschließend.

Spannendes Duell zwischen Alonso und Vettel

Sebastian Vettel landete mit einer Zweistopp-Strategie dahinter auf Rang 5. Der Weltmeister lieferte sich über viele Runden einen heißen Kampf mit Fernando Alonso. Zunächst hatte der Ferrari-Pilot die Oberhand. Doch gegen Ende des Rennens wurde der Red Bull immer schneller. In Runde 48 schaffte es Vettel schließlich mit einem kompromisslosen Manöver in der Copse-Kurve. Beide Piloten hatten sich zuvor über Funk mehrmals über die Fahrweise des Gegners im Zweikampf beklagt.

"Nach der ersten DRS-Zone habe ich versucht außen durchzuschlüpfen. Dabei hätte er mich zweimal fast von der Strecke gestoßen. Wenn ich nicht gebremst hätte, wären wir beide rausgeflogen. Irgendwann bin ich mit der Brechstange doch noch vorbeigekommen", so Vettel über das spannende Duell. "Ich musste die ganze Zeit lachen, als ich über Funk Anweisungen bekam nicht außerhalb der Strecke zu fahren, weil ich genau wusste, dass er vorne sich fleißig beschwert. Da habe ich dann genau das gleiche gemacht." Allerdings verlor Vettel viel Zeit im Getriebe des Ferrari. "Es ist natürlich schade. Das Podium wäre dringewesen."

Gegner Alonso kommentierte den Zweikampf und die hitzigen Funksprüche entspannt: "Es gibt nun einmal Streckenlimits, die man einhalten muss. Ich habe gesehen, dass Sebastian ein paar mal draußen war und da habe ich mich nur erkundigt, ob die Limits für alle gelten. Aber es hat Spaß gemacht und die Fans hatten auch ihren Spaß."

Kevin Magnussen im zweiten McLaren landete dahinter auf Rang 7. Der Däne fuhr beim Restart noch auf Rang 3, konnte den Speed der Ferrari und Red Bull aber nicht mitgehen. Auch Nico Hülkenberg, der auf Platz 4 losgefahren war, haderte mit seiner Rennpace und musste sich schließlich mit Rang 8 zufrieden geben. Die beiden Toro Rosso-Piloten Daniil Kvyat und Jean-Eric Vergne komplettierten dahinter die Punkteränge. Adrian Sutil im Sauber blieb auf Rang 13 wieder ohne Zähler.

Rosberg nur noch 4 Punkte vor Hamilton

In der WM-Wertung konnte Lewis Hamilton den Rückstand deutlich verringern. Spitzenreiter Nico Rosberg (165) führt nur noch mit 4 Punkten Vorsprung vor dem Stallrivalen. Daniel Ricciardo (98) festigte seinen dritten Platz. Danhinter liegt Fernando Alonso auf Rang 4 mit 87 Zählern. In der Teamwertung bleibt Mercedes weiter alleine auf weiter Flur. Die Silberpfeile führen mit 326 Punkten vor Red Bull (168) und Ferrari (106). Williams (103) konnte sich auf Rang 4 vorbei an Force India schieben. Das nächste Rennen findet in 14 Tagen auf dem Hockenheimring statt.

FahrerTeamZeit/Rückstand
1. Lewis HamiltonMercedes2:26.52,094 Std.
2. Valtteri BottasWilliams+ 0:30.135 Min.
3. Daniel RicciardoRed Bull+ 0:46.495
4. Jenson ButtonMcLaren+ 0:47.390
5. Sebastian VettelRed Bull+ 0:53.864
6. Fernando AlonsoFerrari+ 0:59.946
7. Kevin MagnussenMcLaren+ 1:02.563
8. Nico HülkenbergForce India+ 1:28.692
9. Daniil KvyatToro Rosso+ 1:29.340
10. Jean-Eric VergneToro Rosso+ 1 Runde
11. Sergio PerezForce India+ 1 Runde
12. Romain GrosjeanLotus+ 1 Runde
13. Adrian SutilSauber+ 1 Runde
14. Jules BianchiMarussia+ 1 Runde
15. Kamui KobayashiCaterham+ 2 Runden
16. Max ChiltonMarussia+ 2 Runden
17. Pastor MaldonadoLotus+ 3 Runden
18. Nico RosbergMercedesAusfall
19. Marcus EricssonCaterhamAusfall
20. Esteban GutierrezSauberAusfall
21. Felipe MassaWilliamsAusfall
22. Kimi RäikkönenFerrariAusfall
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