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GP England 2016 (Ergebnis Rennen)

Hamilton gewinnt, Rosberg bestraft

GP England 2016 - Start - Safety Car - Silverstone Foto: sutton-images.com 49 Bilder

Lewis Hamilton hat sich souverän den Triumph bei seinem England-Heimspiel gesichert. Die weiteren Plätze belegten im Ziel Nico Rosberg und Max Verstappen. Doch die FIA-Kommissare brummten Rosberg nach dem Rennen eine Zehnsekunden-Strafe für eine verbotene Funkkommunikation auf. Dadurch tauschten er und Verstappen die Podiumsränge.

10.07.2016 Andreas Haupt 10 Kommentare

Auf die vierte Pole-Position in Silverstone am Samstag folgte der vierte Sieg beim Heimrennen: Lewis Hamilton war am gesamten England-Wochenende einfach nicht zu schlagen. Der Titelverteidiger, der in jeder Session der schnellste Pilot war, sicherte sich am Rennsonntag in souveräner Manier seinen vierten Saisonerfolg und den 47. seiner Karriere. Da konnte der Rest des Feldes nur gratulieren. „Ich bin so dankbar, dass ihr heute alle gekommen seid“, richtete sich der Weltmeister an die 135.000 Zuschauer. „Ihr seid die besten Fans der Welt.“

Regenguss vor Rennstart

20 Minuten vor Rennbeginn begann es in Silverstone zu schütten, während die Autos schon in der Startaufstellung standen. Zwar hörte es bis 13 Uhr Ortszeit auf zu regnen, trotzdem entschied sich die Rennleitung, den Grand Prix hinter dem Safety Car aufzunehmen.

Bernd Mayländer führte das Feld über 4 Runden um den 5,891 Kilometer langen Kurs. Hamilton beschwerte sich über Funk, dass das Tempo zu langsam sei, um die Reifen aufzuwärmen. In Copse Corner wäre es sogar beinahe zur Berührung zwischen Hamilton und dem Safety Car gekommen. Alle 22 Fahrer setzten auf Vollregenreifen.

Charlie Whiting ließ die Piloten im fünften Umlauf von der Kette. Zehn Piloten entschieden sich, direkt hinter dem Safety Car in die Box zum Reifenwechsel zu kommen. Darunter die beiden Ferraris von Sebastian Vettel und Kimi Räikkönen. Der Taktikpoker ging nicht auf. Stattdessen profitierte Mercedes. Die Strategen am silbernen Kommandostand nutzten eine Virtual-Safety-Car-Phase aus, um Zeit beim Reifenwechsel auf Intermediates in der siebten Runde zu sparen. Auch Max Verstappen und Sergio Perez profitierten.

Das virtuelle Safety Car löste Pascal Wehrlein aus, der seinen Manor ins Kiesbett schmiss. „Ich hatte Aquaplaning und dann die Kontrolle verloren. Keine Chance. Ich wollte eigentlich noch länger auf den Regenreifen bleiben. Aber ich habe auf das Team vertraut und auf Intermediates gewechselt.“

Zweistopprennen führt Hamilton zum Erfolg

Im 17. Umlauf wechselte Mercedes auf die Trockenreifen. Es war der zweite und letzte Stopp. Während Hamilton in Führung blieb, hatte Teamkollege Rosberg seine zweite Position an Verstappen verloren. Jedoch schon vor dem Reifenwechsel. Der Holländer schlug im Red Bull knallhart auf den Intermediates zu, als ihm der WM-Führende eine Gelegenheit anbot. Rosberg kam in der schnellen Becketts-Kurve auf einen nassen Fleck und rutschte von der Ideallinie. Der 18-Jährige setzte sich außen daneben und kassierte Rosberg in Chapel. Ein starkes Manöver.

Die Strecke fasste immer mehr Reifenabrieb auf und entwickelte dadurch mehr Grip. Davon profitierte wiederrum Rosberg. Der 31-Jährige biss sich zwar über Runden auf den Mediums die Zähne an Verstappen aus, drehte die Reihenfolge aber in der 38. Runde auf der Hangar-Gerade vor Stowe (Kurve 15) wieder um. Hamilton war jedoch schon um 8,7 Sekunden enteilt. Der Weltmeister verwaltete seinen Vorsprung souverän bis ins Ziel. „Gratulation an Lewis. Er hat tolle Arbeit abgeliefert. Ich konnte ihn einfach nicht kriegen“, anerkannte Rosberg. Kurz vor Rennende zickte sein Getriebe. „Bitte nicht in den siebten Gang schalten Nico“, forderte ihn sein Renningenieur auf. Die Rennstewards leiteten eine Untersuchung ein. Etwa dreieinhalb Stunden nach dem Rennende fiel die Entscheidung. Zu Ungunsten von Rosberg. Die Rennleitung sah einen Verstoß gegen Artikel 27.1 des sportlichen Reglements. Deshalb brummten sie Rosberg eine Zehnsekundenstrafe auf.

Verstappen konnte auf der Strecke keinen Konter mehr setzen. Den zweiten Rang gewann er am grünen Tisch. Der Youngster feierte seinen dritten Podestplatz im sechsten Rennen seit er für Red Bull unterwegs ist. „Es war klasse. Wir hatten eine tolle Pace und ich bin dankbar für so ein tolles Auto“, freute sich Verstappen. Teamkollege Daniel Ricciardo büßte zu viel Zeit in der Anfangsphase ein. Später klemmte der Australier lange hinter Sergio Perez fest. Mehr als der vierte Rang war für den Australier nicht mehr drin.

Verpatztes Wochenende für Ferrari

Ferrari erwischte wie schon am Samstag einen gebrauchten Tag. Kimi Räikkönen schaffte es vom fünften Startplatz als Fünfter ins Ziel. Dem roten Auto fehlte sowohl im Nassen als auch im Trockenen einfach die Geschwindigkeit von Mercedes und Red Bull. Sebastian Vettel, der nach einem Getriebewechsel den GP England 2016 vom elften Platz startete, erlebte ein verkorkstes Rennen. Der Heppenheimer hing stets im Mittelfeld fest.

Bei einem Überholversuch an Felipe Massa drängte er den kleinen Brasilianer in der dritten Kehre von der Strecke. Wie es aussah unabsichtlich, weil Vettel mit einem ausbrechenden Ferrari zu kämpfen hatte. Die Kommissare kannten keine Gnade und brummten dem viermaligen Weltmeister eine Strafe von fünf Sekunden auf. Trotzdem hielt er sich vor Daniil Kvyat (Toro Rosso), der den letzten Punkt abstaubte, und wurde Neunter. Ein enttäuschendes Resultat, das Vettel in der WM weiter zurückwirft.

Sergio Perez rollte in seinem Force India auf der sechsten Position ins Ziel. Das starke Ergebnis kam vor allem durch die nasse Anfangsphase und den gut getimten Boxenstopp zustande. Nico Hülkenberg schlich sich gegen Ende zwar noch ans Heck seinen Stallrivalen, blieb in seinem Force India aber um 0,7 Sekunden zurück und erreichte als Siebter das Ziel.

Dahinter folgte Carlos Sainz, der sich wie viele Piloten (unter anderem Hamilton, Verstappen, Rosberg, Vettel, Räikkönen) einmal in der ersten Kurve vertat und beinahe abflog. Ohne Zähler blieben Felipe Massa (11.), Jenson Button (12.) und Fernando Alonso (13.). Sechs Piloten fielen aus: Kevin Magnussen, Jolyon Palmer, Rio Haryanto, Romain Grosjean, Marcus Ericsson und Wehrlein.

In der Weltmeisterschaft verkürzte Hamilton seinen Rückstand auf Rosberg auf einen Zähler (168 zu 167). Während die britischen Fans Hamilton auf dem Podest bejubelten, pfiffen sie Rosberg gnadenlos aus.

FahrerTeamZeit / Rückstand
1. Lewis HamiltonMercedes1:34.55,831 Std.
2. Max VerstappenRed Bull+ 0:08.250 Min.
3. Nico RosbergMercedes+ 0:16.911
4. Daniel RicciardoRed Bull+ 0:26.211
5. Kimi RäikkönenFerrari+ 1:09.743
6. Sergio PerezForce India+ 1:16.941
7. Nico HülkenbergForce India+ 1:17.712
8. Carlos Sainz Jr.Toro Rosso+ 1:25.858
9. Sebastian VettelFerrari+ 1:31.654
10. Daniil KvyatToro Rosso+ 1:32.600
11. Felipe MassaWilliams+ 1 Runde
12. Jenson ButtonMcLaren+ 1 Runde
13. Fernando AlonsoMcLaren+ 1 Runde
14. Valtteri BottasWilliams+ 1 Runde
15. Felipe NasrSauber+ 1 Runde
16. Esteban GutierrezHaas+ 1 Runde
17. Kevin MagnussenRenaultAusfall
18. Jolyon PalmerRenaultAusfall
19. Rio HaryantoManorAusfall
20. Romain GrosjeanHaasAusfall
21. Marcus EricssonSauberAusfall
22. Pascal WehrleinManorAusfall
Neuester Kommentar

Charlie und Ham sind beide Engländer und bald keine Europäer mehr... Das hat schon letzte Woche angefangen wo Ham eindeutig schuldig war und hat sich sogar beim verlassen der Strecke Vorteil verschafft. Das sah Charlie "natürlich" nicht. Dieses Rennen nun Sorgen, dass der Ros den Ham beim Start kriegt und natürlich auch Straffe wegen dem Funk, wobei hätte die Getriebe oder der Motor nen Ausfall gehabt, könnte es zu Kollision führen. Alles egal. Hautsache den Ros auszubremsen.
Das geht langsam sehr stark Richtung Politik. So ein Sport braucht kein Mensch!

Eugen78 11. Juli 2016, 16:32 Uhr
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