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Rennanalyse GP England

Was Sie noch nicht über das Rennen wussten

Michael Schumacher GP England 2011 Rennen Foto: xpb 53 Bilder

In unserer Rennanalyse klären wir die letzten offenen Fragen vom Rennen in Silverstone. Wir klären über die vielen Boxenpannen auf, sagen Ihnen warum es plötzlich Stop-and-Go-Strafen gab und verraten warum Red Bull erstmals in diesem Jahr keine Chance gegen Fernando Alonso hatte.

10.07.2011 Tobias Grüner

Warum war Ferrari plötzlich schneller als Red Bull?

Wer denkt, dass der Silverstone-Erfolg von Ferrari nur am Verbot des Auspufftricks lag, macht es sich zu einfach. Auf dem flüssigen Traditionskurs mit nur wenigen harten Bremspunkten spielt das Anblasen des Diffusors im Schleppbetrieb keine wichtige Rolle. Mehr Einfluss hatte wohl das große Update-Paket an den roten Autos. Die Liste der neuen Teile ist lang: Auspuff, Verkleidung, Unterboden, Hinterachse, Heckflügel. "Alles hat gut funktioniert", strahlte Fernando Alonso.

Vor allem die plötzliche Stärke der roten Autos in schnellen Kurven wird die Konkurrenz mit Sorgenfalten vermerkt haben. Zudem ist die Schwäche beim Aufwärmen der Reifen längst nicht mehr so ausgeprägt, wie z.B. noch vor zwei Monaten beim Rennen in Barcelona. Ein Red Bull-Durchmarsch wie noch in den ersten Saisonrennen ist nun nicht mehr zu erwarten. Aber selbst wenn Alonso jedes Rennen gewinnt und Vettel immer Zweiter wird, reicht es nicht mehr für Ferrari.

Warum sprach die Rennleitung plötzlich Stop-and-Go-Strafen aus?

Zum ersten Mal in dieser Saison sprach die Rennleitung Stop-and-Go-Strafen aus, und dann waren gleich zwei Fahrer betroffen. Kamui Kobayashi war nach seinem Boxenstopp dem Williams von Pastor Maldonado in die Quere gefahren und räumte die Hydraulik-Schläuche vor der Force India Garage ab. "Ganz klar ein Fehler des Teams", gab Teamchef Peter Sauber anschließend zu. Doch die Strafe sorgte bei dem Schweizer für Unverständnis. "Man sollte bei gleichen Vergehen nicht einmal so und einmal so entscheiden."

Auch Michael Schumacher wurde von der Rennleitung zum Zehn-Sekunden-Halt an die Box gerufen, nachdem er Kobayashi auf der Strecke torpediert hatte. Auch Schumi gab den Fehler zu. "Die Strafe fand ich aber zu hart. Das möchte ich gerne verstehen." Doch warum gab es plötzlich keine normalen Durchfahrts- sondern Stop-and-Go-Strafen? Rennleiter Charlie Whiting sorgt für Aufklärung. "Wir haben die Teams schon am Donnerstag darüber informiert. Bei einer normalen Durchfahrtsstrafe verliert man hier in Silverstone nur sechs bis sieben Sekunden. Das ist zu wenig."

Was ging bei Vettels Boxenstopp schief?

Sebastian Vettel verlor bei seinem zweiten Boxenstopp rund sieben Sekunden Zeit. Der hintere Wagenheber war einfach gebrochen, als der RB7 in die Höhe ging. Ein Ersatzheber musste eilig herbeigeschafft werden. Aber auch ohne das Malheur wäre Vettel wohl hinter Alonso ins Ziel gekommen. Im Ziel trennten die beiden 20 Sekunden. Alonso ist sich aber nicht ganz sicher: "Das weiß man nie. Es wäre sicher schwieriger geworden, wenn ich auf der Strecke vorbei gemusst hätte."

Was ging bei Di Restas Boxenstopp schief?

Als Paul di Resta zum Boxenstopp an die Force India-Box kam, standen zwar Reifen bereit, aber nicht die richtigen. Die Mechaniker hatten die Gummis für Adrian Sutil bereitgestellt. Teammanager Otmar Szafnauer liefert die Erklärung für das Chaos. "Wir hatten Paul zum Boxenstopp bestellt, aber plötzlich hat Adrian ein Problem mit den Reifen gefunkt. Wir disponierten dann um und sagten den Mechanikern, dass Adrian kommt. Doch dann war Paul plötzlich schon da." Am Ende hatte Sutil übrigens gar nicht wie befürchtet einen Platten.

Was ging bei Jenson Buttons Boxenstopp schief?

Für Jenson Button hatte der Boxenfauxpas noch schlimmere Auswirkungen als bei Red Bull, Force India oder Sauber. In der 39. Runde war das Rennen für den Engländer beendet. Der McLaren-Pilot erklärt selbst, was aus seiner Sicht passiert ist. "Dem Mechaniker rechts vorne sprang die Radmutter aus dem Schlagschrauber. Als er sich nach Ersatz umdrehen wollte, hat das der Wagenheber-Mann offenbar falsch gedeutet. Er ließ das Auto runter, und der Lollipop-Mann gab das Zeichen zur Abfahrt."

Warum hatte Lewis Hamilton zu wenig Sprit im Tank?

Lewis Hamilton bekam in Runde 42 den Befehl Sprit zu sparen. Und das mitten im Zweikampf mit Mark Webber. Dass die Ingenieure zu wenig Benzin in den McLaren hatten füllen lassen, hatte einen einfachen Grund. "Wir rechneten mit einer längeren Zeit im Verkehr auf seinem Weg nach vorne. Lewis war schneller als die Marschtabelle", erklärte Teamchef Martin Whitmarsh. Erst in der letzten Runde passte die Rechnung wieder und Hamilton durfte Vollgas geben. Da waren aber schon die Bremsen abgekühlt. Unter dem Jubel der Fans auf den Tribünen rettete er einen Vorsprung von anderthalb Meter über die Ziellinie.

Warum krachte Michael Schumacher in Kamui Kobayashi?

Michael Schumacher verbraucht in dieser Saison ungewöhnlich viele Nasen an seinem Silberpfeil. Schon in Istanbul und Valencia musste der Rekordchampion zum Reparaturstopp. In Silverstone kollidierte er erneut. Und wieder musste Schumi anschließend die Schuld eingestehen. "Das war die erste Runde, in der ich den Heckflügel flachstellen durfte. Ich habe das Tempo falsch eingeschätzt und mich beim Bremspunkt vertan. Mein Fehler", gab Schumi zu. Peter Sauber war wenig begeistert. "Das war dumm und unnötig."

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