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GP England - Ergebnis Rennen

Erster Ferrari-Sieg durch Alonso

Fernando Alonso Foto: Ferrari 53 Bilder

Fernando Alonso hat in Silverstone für den ersten Ferrari-Sieg der Saison gesorgt. Sebastian Vettel musste sich zum dritten Mal in diesem Jahr mit Platz zwei zufrieden geben, konnte seinen Vorsprung in der WM-Wertung aber weiter ausbauen.

10.07.2011 Tobias Grüner

Ferrari ist zurück auf der Siegerstraße. Nach zehn Rennen ohne Sieg erlöste Fernando Alonso die Tifosi beim GP England. Der Spanier war nach seiner guten Qualifying-Leistung auch im Rennen auf Augenhöhe mit Red Bull und kam zum ersten Mal in dieser Saison vor Weltmeister Sebastian Vettel ins Ziel.

"Ich bin stolz auf unser Team. Wir waren vor einigen Rennen noch weit entfernt und haben wirklich stark aufgeholt", freute sich Alonso anschließend. "Dass es ausgerechnet hier geklappt hat, freut mich besonders. Der Grand Prix von England hat so viel Geschichte. Ich bin vor dem Rennen noch ein paar Runden mit dem Ferrari 375 gefahren. Mit dem Auto hat unser Team vor 60 Jahren den ersten Sieg in der Formel 1 gefeiert."

Webber soll Vettel nicht überholen

Die Entscheidung über die ersten Plätze fiel in Runde 27 in der zweiten Boxenstopprunde, als die Red Bull-Mechaniker wegen eines Problems hinten links ungewöhnlich lange für den Reifenwechsel brauchten. Dabei ging nicht nur Alonso an Vettel vorbei sondern auch noch McLaren-Pilot Lewis Hamilton. Während der Deutsche rundenlang hinter dem Engländer festhing, konnte Alonso an der Spitze eine schnelle Runde nach der anderen drehen und den nötigen Vorsprung herausfahren.

Erst mit einem vorgezogenen dritten Boxenstopp in der 36. Runde konnte Vettel schließlich an Hamilton vorbeiziehen. In Runde 46 verlor der Lokalmatador auch noch den dritten Podiumsplatz an den zweiten Red Bull von Mark Webber. Kaum an Hamilton vorbei machte sich der Australier in den letzten Runden noch an die Verfolgung von Vettel. Doch obwohl er klar das schnellere Auto hatte, befahl im die Box die Position hinter seinem Teamkollegen zu halten.

Webber ignoriert Red Bull-Kommandostand

"Ich weiß nicht, wie viel uns der verpatzte Boxenstopp gekostet hat", sagte Vettel anschließend. "Aber wir haben auf jeden Fall die Führung verloren. Ich konnte danach nicht an Hamilton vorbei und dann haben auch noch die Reifen nachgelassen. Zum Glück konnte ich am Ende noch Rang zwei verteidigen."

Mark Webber zeigte sich nach dem Rennen angefressen. Den Nicht-Angriffs-Befehl gegen Vettel ignorierte er einfach. "Ich war damit nicht einverstanden. Wenn Fernando in der letzten Runde noch ausgefallen wäre, dann hätten wir um den Sieg gekämpft. Ich habe alles gegeben, bin aber nicht vorbeigekommen." Über die Funksprüche in der Schlussphase sagte Webber nur: "Es war eine sehr einseitige Konversation."

Hamilton mit Foto-Finish gegen Massa

Auch Hamilton musste bis zur Ziellinie um seinen vierten Platz kämpfen. Weil der McLaren bei seiner Aufholjagd von Startplatz zehn zu Beginn des Rennens zu viel Gas gegeben hatte, musste er am Ende Sprit sparen. In einem dramatischen Fotofinish rettete der Brite wenige Zentimeter Vorsprung vor dem zweiten Ferrari von Felipe Massa über die Distanz.

"In der letzten Runde das war schon sehr eng mit Massa", berichtete Hamilton anschließend. "Ich musste Sprit sparen und die Bremstemperaturen waren ganz weit unten. Ich hatte fast keine Bremse mehr, ich musste fast 150 Meter weiter vorne bremsen. Ich habe gerade so den Ausgang der Kurve geschafft. Red Bull und Ferrari haben im Moment deutlich mehr Abtrieb als wir. Die Unterschiede hat man im Rennen erkannt. Da haben wir viel verloren, mehr als ich erwartet hatte."

Ein Platz unter den ersten sechs war eigentlich auch für Lokalmatador Jenson Button reserviert. Doch beim dritten Stopp in der 40. Runde konnten die McLaren-Mechaniker den Reifen vorne rechts nicht korrekt mit der Radmutter fixieren und schickten den Weltmeister von 2009 mit lockerer Felge wieder auf die Strecke. Noch in der Boxenausfahrt bemerkte der Publikumsliebling das Malheur und stellte sein Auto ab.

Turbulentes Rennen für Schumacher

Vom Button-Ausfall profitierte unter anderem Nico Rosberg. Nachdem der Mercedes-Pilot unter feuchten Bedingungen zu Beginn des Rennens noch relativ langsam unterwegs war, steigerte er bei abtrocknender Piste sein Tempo und kam noch auf Rang sechs ins Ziel. Hinter Sauber-Pilot Sergio Perez nahmen mit Renault-Pilot Nick Heidfeld und dem zweiten Mercedes von Michael Schumacher noch zwei weitere deutsche Piloten Punkte mit nach Hause.

Dabei sah es für Michael Schumacher zwischendurch nicht gut aus. Bei einem missglückten Zweikampf gegen Kamui Kobayashi verlor der Rekordchampion erst den Frontflügel. Nach der Kollision sprach die Rennleitung auch noch eine Stop-and-Go-Strafe aus.

"Durch den Crash habe ich sehr viel verschenkt. Das ist zu hundert Prozent meine Schuld", gab Schumi anschließend offen zu. "Ich bin mit DRS angeflogen gekommen und habe versucht zu bremsen, leider ohne Erfolg. Das ist sehr schade. Ohne den Fehler wäre ich wahrscheinlich vor Nico gewesen. Die Strafe fand ich zu hart. Ein Stop and Go hat es in dieser Saison noch nicht gegeben."

Sutil verpasst Punkte knapp

Adrian Sutil verpasste auf Rang elf knapp die Zähler, obwohl er zu Beginn des Rennens lange Zeit auf Punktekurs war. Wie schon in Valencia musste er sich am Ende knapp gegen den Toro Rosso von Jaime Alguersuari geschlagen geben, der zum dritten Mal in Folge in die Top Ten fuhr. Auch für Timo Glock gab es wieder einmal nichts Zählbares. Der Virgin-Pilot kam auf Rang 16 ins Ziel.

In der WM-Wertung konnte Sebastian Vettel seinen Vorsprung trotz der Niederlage gegen Fernando Alonso weiter ausbauen. Der Deutsche führt die Tabelle mit 202 Punkten vor Teamkollege Mark Webber mit 124 Zählern an. Mit seinem Sieg verbesserte sich Fernando Alonso auf Rang drei. Der Spanier ist allerdings noch 92 Punkte vom Spitzenplatz entfernt. Trotz seines großen Vorsprungs warnte Vettel. "Ferrari ist zuletzt immer stärker geworden. Wir dürfen nicht nachlassen."

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