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GP England

Schumacher siegt vor Räikkönen

Foto: Ferrari

Michael Schumacher gewann den GP England vor Kimi Räikkönen (McLaren-Mercedes). Dritter wurde Schumachers Teamkollege Rubens Barrichello. Jarno Trulli überstand einen schweren Unfall unverletzt.

11.07.2004

Michael Schumacher und kein Ende. Beim GP von England setzte der sechsmalige Weltmeister seine Siegesserie fort. Der 35-Jährige holte beim elften Saisonrennen seinen zehnten Sieg. Es war der 80. Triumph in der Karriere des Deutschen und der 45. seit seinem Beinbruch bei GP von England vor exakt fünf Jahren.

Mit Platz zwei bestätigte Kimi Räikkönen den Aufwärtstrend von McLaren-Mercedes. Der Trainingsschnellste aus Finnland holte damit die erste Podiumsplatzierung des Jahres für das Silberpfeil-Team.

Der geringe Rückstand von Räikkönen auf Sieger Schumacher täuscht allerdings über die wahren Kräfteverhältnisse hinweg: Denn erstens nahm Schumacher schon weit vor der Ziellinie Gas weg. Zweitens machte Räikkönen dank der Safety-Car-Phase nach dem Unfall von Jarno Trulli einen 20-Sekunden-Rückstand auf den Weltmeister wett. Schumacher verblüffte die Konkurrenz diesmal mit einer Zwei-Stopp-Strategie. Fast alle anderen Konkurrenten, inklusive Räikkönen, tankten drei Mal.

„Wir haben ja ganz offensichtlich im Training Performance geopfert, um im Rennen schnell zu sein“, erläuterte Seriensieger Schumacher, der im Einzelzeitfahren am Samstag (10.7.) lediglich den vierten Platz belegt hatte. Bei den letzten acht Rennen holte der Kerpener lediglich zwei Mal die Pole-Position.

Schrecksekunde für Schumacher

„Langsam fehlen mir die Worte, um meine Siege zu beschreiben“, meinte Schumacher weiter. „Wir haben eine fantastische Saison. Jeder in der Fabrik ist voll motiviert und jetzt bekommen wir alle den Lohn. Ich wusste, dass wir eine sehr gute Strategie haben. Ich dachte aber nicht, dass sie sich so schnell auszahlt“, meinte Schumacher. „Denn ich lag schon nach meinem zweiten Stopp vor Kimi.“ Zu diesem Zeitpunkt hatte der Finne noch einen Boxenstopp zu absolvieren.

Eine kleine Schrecksekunde hatte aber auch Schumacher: „Die Safety-Car-Phase hat uns ein bisschen durcheinander gebracht. Ich hatte wahrscheinlich Glück, dass beim Restart zwei Autos zwischen mir und Kimi lagen. Denn ich wusste, dass seine Reifen schneller auf Temperatur kommen als meine.“

Schwerer Unfall von Jarno Trulli

Riesiges Glück im Unglück hatte Renault-Fahrer Jarno Trulli. Der Italiener blieb bei einem spektakulären Unfall unverletzt, als er mit seinem Renault am Ausgang der Bridge-Kurve bei einer Geschwindigkeit von fast 300 km/h nach rechts von der Fahrbahn abkam und in einen Reifenstapel prallte. Das Renault-Wrack schleuderte in ein Kiesbett und überschlug sich. Grund für den Unfall war eine gebrochene Hinterradaufhängung. „Wir können das aber erst bestätigen, wenn wir das Auto in der Fabrik genau untersucht haben“, sagte Jarno Trulli.

Als Dritter bewahrte sich Rubens Barrichello noch theoretische Chancen auf den WM-Titel. Der Brasilianer hat nun 74 Zähler auf dem Konto, 26 weniger als Schumacher. Der Titel in der Konstrukteurs-WM ist Ferrari fast nicht mehr zu nehmen. Die Italiener haben 174 Punkte – mehr als doppelt so viele wie das Zweitplatzierte Renault-Team.

Eine hervorragende Vorstellung bot Sauber beim Debüt des überarbeiteten C23. Obwohl er wegen Motorwechsels in die letzte Startreihe verbannt wurde, holte Giancarlo Fisichella als Sechster drei WM-Punkte. Dabei gelang dem oft unterschätzten Römer (wie Schumacher mit Zwei-Stopp-Strategie unterwegs) das Kunststück, David Coulthard im zweiten McLaren-Mercedes hinter sich zu lassen. Und auf den Fünftplatzierten Juan Pablo Montoya im Williams-BMW fehlten ihm nur sieben Zehntelsekunden.

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