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GP England

Taktikspielchen beim Qualifying

Geradezu skandalös verlief der erste Durchgang des Einzelzeitfahrens, bei dem die Startreihenfolge für den allein entscheidenden zweiten Durchgang ermittelt wird.

10.07.2004

Geradezu skandalös verlief der erste Durchgang des Einzelzeitfahrens, bei dem die Startreihenfolge für den allein entscheidenden zweiten Durchgang ermittelt wird. Weil einige Teams damit rechneten, dass es gegen Ende des zweiten Durchgangs regnet, wiesen sie ihre Fahrer an, so langsam wie möglich zu fahren. Denn beim zweiten Heat wird in umgekehrter Reihenfolge gestartet. So muss zum Beispiel der Letztplatzierte von Durchgang eins im zweiten Durchgang zwei als Erster auf die Strecke.

Besonders clever stellten sich die Teams Jordan und BAR an. Sie splitteten das Risiko, indem sie je einen Fahrer schnell fahren ließen, dem anderen jedoch Schleichfahrt verordneten.

Am Ende waren alle Taktikspielchen obsolet: Der Niederschlag blieb aus. Die in England meist sehr fachkundigen Zuschauer nahmen diesen Unfug der mutwilligen Trödelei mit bemerkenswertem Gleichmut auf. Von der Tribüne waren weder Pfiffe noch andere Missfallenskundgebungen zu hören.

Zuschauer an der Nase herumgeführt

Trotzdem bleibt ein schaler Beigeschmack: Mit solchen Mätzchen wird der Rennsport ad absurdum geführt. Die Zuschauer, die kommen, um prächtige Kraftwagen in rasender Fahrt zu erleben, werden an der Nase herumgeführt.

Dabei hatte es bis vor zwei Wochen so ausgesehen, als würde in England das Qualifying-Prozedere zuschauerfreundlich geändert. Doch Bernie Ecclestones Vorschlag, zwei Sitzungen à 25 Minuten abzuhalten und die Bestzeiten zu addieren, wurde von den arroganten Teamchefs trickreich abgewürgt. Wobei man sich fragen muss: Was würden die Teams denn machen, wenn die Fans eines Tages sagen: Formel 1: Nein danke! Bernies Kommentar zur Schleichfahrt von Silverstone: „Ein idiotisches System.“

Mit entwaffnender Offenheit kommentierte Kimi Räikkönen die Schleichfahrt im so genannten Pre-Qualifying: „Die Teams denken durch nur an sich selbst. Was mit den Zuschauern ist, ist ihnen völlig wurscht.“



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