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GP England Technik-Analyse

Entwicklungs-Kampf geht in nächste Runde

Formel 1 GP England 2010 Technikanalyse Foto: Bianca Leppert 16 Bilder

In der Formel 1 ist Stillstand ein Fremdwort. Beim GP England haben die Teams trotz des bereits umfangreichen Update-Feuerwerk in Valencia wieder neue Teile im Gepäck. Wir sagen Ihnen welche und was sie bringen.

11.07.2010 Bianca Leppert

Eine Weiterentwicklung muss nicht immer besser sein. Zumindest dann nicht, wenn man sie vorher nicht ausgiebig testen kann. Diese schmerzliche Erfahrung machte McLaren am Freitag beim GP England. Die neuen Teile bestehend aus dem Frontflügel und einem neuen Unterboden inklusive vom Auspuff angeströmtem Diffusor funktionierten nicht wie erhofft. Lediglich der neue Frontflügel blieb am Samstag dran.

Williams mit großem Update

"Unser Datenvergleich hat ergeben, dass wir mit der alten Version schneller gewesen wären", erklärte Teamchef Martin Whitmarsh. "Zwei Trainingssitzungen waren halt doch zu wenig für so eine große und komplexe Änderung." Nun nutzt man die Zeit bis zum Grand Prix in Hockenheim, um die Updates noch mal im Simulator durchzuspielen.
 
Williams brachte ein extrem umfangreiches Update-Paket mit nach Silverstone, machte aber im Gegensatz zu McLaren nur gute Erfahrungen damit. Neben dem vom Auspuff angeströmten Diffusor, modifizierte Williams auch die Kühlung, die Aufhängung und die Bremsbelüftung. "Wir können von einem Fortschritt sprechen", berichtet Technikchef Sam Michael. Im Qualifying war dieser mit Platz acht für Rubens Barrichello bereits deutlich sichtbar.

Virgin mit vielen neuen Teilen

Eine fast komplette Runderneuerung brachte Virgin mit nach Silverstone. Das Team rund um Technikchef Nick Wirth entwickelte einen neuen Front- und Heckflügel und einen neuen Unterboden. Sehr zur Zufriedenheit von Timo Glock. Am Freitag beschädigte sich der Wersauer in den Trainings den Frontflügel und musste wieder auf die alte Version wechseln. Dabei war der Unterschied zwischen neu und alt deutlich spürbar: Glock sprach von rund einer Sekunde.
 
Neben den großen Updates gab es aber auch jede Menge kleine Veränderungen zu sehen. Sauber setzt auf eine schrittweise Optimierung und hat beim GP England einen verbesserten Frontflügel und andere Bremsbelüftungsschächte am Auto. Bei Renault wurde wie bei fast jedem Rennen ebenfalls mal wieder der Frontflügel im Detail verbessert. Auch Ferrari reiste mit einem neuen Frontflügel nach England. Daneben konzentrierten sich die Italiener auf das F-Schacht-System und entschieden sich nach den Trainings am Freitag es auch für den Rest des Wochenendes einzusetzen. Force India rückte mit einem neuen Unterboden und einem neuen Frontflügel aus, hatte aber Schwierigkeiten auf der neuen Strecke in Silverstone den Fortschritt zu bewerten.

Silverstone spiegelt Kräfteverhältnis wieder

Bei Red Bull sorgte der neue Frontflügel nicht nur auf, sondern auch neben der Strecke für Wirbel. Nachdem Sebastian Vettels Flügel im dritten Training abkrachte, musste Teamkollege Mark Webber seine neue Version abtreten und auf den alten zurückrüsten (mehr dazu lesen Sie hier: Flügeldrama bei Red Bull ). "Der Zeitunterschied der beiden Flügel war praktisch gleich null, was die Qualifikation ja bewiesen hat", verteidigte sich Teamchef Christian Horner. "In Q2 war Mark schneller, in Q3 Sebastian. Der Unterschied der Flügel besteht in ihrer Fahrcharakteristik. Sebastian kam damit besser zurecht als Mark. Er war nicht daran Schuld, dass der Flügel zu Bruch ging."

Insgesamt ist die 5,891 Kilometer lange Strecke in Silverstone auch eine guter Gradmesser für das Kräfteverhältnis. "Die Strecke hat einen guten Mix aus verschiedenen Kurven. Da spiegelt sich die Position der Teams gut wieder", meint Mercedes GP Teamchef Ross Brawn. Sebastian Vettel pflichtet ihm bei. "Hier kann man gut erkennen, wer einen Fortschritt gemacht hat."

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