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GP Europa 2012 (Rennen)

Alonso holt Heimsieg, Schumi auf Podest

Motor Racing - Formula One World Championship - European Grand Prix - Race Day - Valencia, Spain Foto: xpb.cc 47 Bilder

Fernando Alonso hat in einem verrückten Rennen in Valencia von Startplatz elf den zweiten Sieg der Saison für Ferrari geholt. Kimi Räikkönen wurde im Lotus Zweiter vor Michael Schumacher, der seinen ersten Podestplatz seit China 2006 feiert. Sebastian Vettel fällt in Führung liegend aus.

24.06.2012 Bianca Leppert

All diejenigen, die ein langweiliges Rennen in Valencia prophezeiten, wurden am Sonntag (24.6.) Lügen gestraft. Die Formel 1 lieferte wieder einmal einen Knüller, der selbst gestandene Weltmeister zum Schluchzen vor Freude brachte. Das Motto die Letzten werden die ersten sein, bewahrheitete sich erneut.

Fernando Alonso feierte in seiner Heimat den 29. Sieg seiner Karriere und den zweiten der Saison für Ferrari - vom elften Startplatz! Das Podium konnte sich mit drei Weltmeistern sehen lassen. Kimi Räikkönen wurde im Lotus wie schon in Bahrain Zweiter. Michael Schumacher erreichte mit Platz drei das beste Ergebnis seit seinem Comeback. Er startete von Rang zwölf.

Vettel verliert sicheren Sieg

Eigentlich sah es lange nach einem sicheren Sieg für Sebastian Vettel aus. Der Red Bull-Pilot dominierte den Start und fuhr schnell einen sicheren Vorsprung heraus. Ungefährdet führte er das Feld an, als ihm eine Safety Car-Phase nach einem Unfall zwischen Heikki Kovalainen und Jean-Eric Vergne in Runde 29 in die Quere kam. Nach dem Restart, den er zunächst für sich entschied, blieb der RB8 in Runde 34 plötzlich stehen. Teamchef Christian Horner vermutet einen Defekt der Lichtmaschine.

"Wir wissen noch nicht warum", sagte Vettel frustriert. "Vielleicht war es eine Kombination aus dem Safety Car und dem Problem, das Mark (Webber) am Freitag hatte. Es ist scheiße gelaufen. Das wichtigste war, dass wir gezeigt haben, dass wir richtig schnell sind. Das Jahr ist noch lang. Jeder hat gesehen, dass wir die schnellsten waren. Das Safety Car hätte man sich sparen können. Da ging es wohl mehr darum, das Feld wieder einzubremsen."

Emotionaler Sieg für Alonso

Das war jedenfalls gelungen. Alonso schnupfte nach einer starken Anfangsphase beim Restart den auf Platz zwei liegenden Romain Grosjean auf und legte so den Grundstein für seinen Sieg. Grosjean und der Spanier lieferten sich zunächst einen engen Kampf um Hundertstelsekunden. Doch der Kampfgeist des Franzosen wurde jäh gebrochen. Sein Lotus gab in Runde 41 den Geist auf - wohl ebenfalls mit einem Problem der Lichtmaschine. Der Weg für Alonso war damit frei.

"Ein Heimrennen zu gewinnen, ist immer etwas Besonderes", sagte Alonso nach der Zieldurchfahrt. Auf dem Podium flossen sogar ein paar Tränen. "Das Ganze auch noch mit einem Team wie Ferrari, all den Fans auf den Tribünen und während der Fußball-Europameisterschaft ist großartig. Ich bin stolz spanischer Sportler zu sein. Das ist der tollste Sieg meiner Karriere, der mit nichts zu vergleichen ist."
 
Beim Kampf um die weiteren Podiumsplätze ging es in den Schlussrunden hoch her. Lewis Hamilton wurde kurz vor Ende des Rennens noch von Kimi Räikkönen geschnappt und lag auf einem aussichtsreichen dritten Rang. Doch auch er wurde ins Unglück gerissen, als er mit Pastor Maldonado im Williams kollidierte und zwei Runden vor Schluss in die Mauer krachte. Zuvor hatte es beim Briten auch wieder mal ein Problem beim Boxenstopp gegeben. Kimi Räikkönen fuhr mit 6,4 Sekunden Rückstand als Zweiter ins Ziel.

Schumacher mit Schlussattacke aufs Podium

Dahinter erbte Michael Schumacher, der mit einem späten zweiten Stopp eine sensationelle Schlussattacke ritt, noch den dritten Platz. Das brachte ihn so aus der Fassung, dass er bei der Pressekonferenz statt wie üblich in Deutsch, zunächst in Englisch seinen Unterstützern dankte. "Ich habe nie über das Podium nachgedacht", sagte Schumi. "Am Ende habe ich die Jungs gefragt, auf welchem Platz ich bin. Ich war in den letzten Runden sehr beschäftigt. Und dann haben sie mir gesagt, ich bin Dritter."

Wie gut die Taktik mit dem späten zweiten Stopp aufging, zeigte auch Mark Webber mit Rang vier. Die beiden schlängelten sich mit den noch besseren Reifen durch das Feld, während die Spitzengruppe herumrutschte. Dahinter landete Nico Hülkenberg mit einer starken Leistung auf dem fünften Rang im Force India.

Nico Rosberg beendete das Rennen auf dem sechsten Rang und stoppte ebenfalls sehr spät."Das war ein unglaubliches Rennen. Ich dachte, ich werde 15. und am Ende war es der sechste Platz. Der Boxenstopp am Ende hat mich gerettet."

Paul di Resta war als einziger im Feld auf einer Einstopp-Strategie unterwegs und rettete sich noch auf den siebten Platz. Jenson Button konnte das Tempo von Teamkollege Lewis Hamilton nie mitgehen, krebste lange im Mittelfeld herum und beendete das Rennen dank er Ausfälle an der Spitze noch auf Rang acht.

Kobayashi bekommt Strafe für Silverstone

Sergio Perez bescherte Sauber mit Rang neun ebenfalls noch Punkte. Die waren nach einem schwierigen Rennen für das Schweizer Team aber wohl eher Schadensbegrenzung. Erst kollidierte Bruno Senna mit Kamui Kobayashi, dann krachte der Japaner in Felipe Massa und erhielt damit direkt eine Rückversetzung um fünf Plätze für das nächste Rennen. Pastor Maldonado brachte seinen Williams nach dem Unfall mit Hamilton noch ohne Frontflügel auf Rang zehn ins Ziel. Aber auch der Venezolaner wurde prompt mit einer nachträglichen Durchfahrtsstrafe von 20 Sekunden bestraft und fiel auf Rang zwölf zurück. Sein Teamkollege Bruno Senna rückte damit auf Rang zehn auf.

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