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Deutsche F1-Piloten in Valencia

Freud und Leid im deutschen Lager

Sebastian Vettel Foto: xpb 25 Bilder

Das deutsche Lager trennte sich im Qualifying in zwei Teile. Während sich Sebastian Vettel und Nico Hülkenberg über gute Platzierungen freuten, stehen Nico Rosberg, Michael Schumacher, Adrian Sutil und Timo Glock weiter hinten als erwartet.

26.06.2010 Tobias Grüner, Michael Schmidt

Sebastian Vettel:

Sebastian Vettel strahlte. Zum ersten Mal seit dem GP China startet der Heppenheimer wieder von der Pole Position. Zum ersten Mal seit fünf Rennen ist er wieder schneller als Mark Webber. Der Australier erkannte neidlos an: "Seb hat heute einen besseren Job als ich gemacht." Für Vettel war es eine Last-Minute-Aktion: "Im ersten Versuch hatte ich einen dicken Fehler drin. Ich sah mich schon viel weiter hinten und war überrascht, dass ich trotzdem noch recht weit vorne stand. Ich wusste aber, dass ich im letzten Versuch alles auf eine Karte setzen musste."

Und der passte. Vettel distanzierte Webber um 0,075 Sekunden. Nicht viel, aber es reicht. "Jetzt starte ich auf der sauberen Seite", freute sich Vettel, warnte aber gleichzeitig. "Die Außenspur ist hier nicht so schlecht, weil du in der ersten Kurve auf der Außenbahn fahren kannst." Also Aufpassen auf Webber in Kurve zwei. "Da ist zwar ein großer Notausgang", juxte Vettel, "aber freiwillig will ich da nicht rein." Der Sieger des GP Malaysia ist überzeugt, dass er in Valencia aus eigener Kraft gewinnen kann, auch wenn das Streckenprofil nicht ideal für den Red Bull ist.

Überrascht hat ihn das letzte Aufbäumen von Titelkonkurrent Lewis Hamilton: "Ich hätte ihn nach den freien Trainingssitzungen etwas weiter hinten erwartet." Hamilton könnte in den ersten Runden zur echten Plage werden, fürchten die Red Bull-Piloten. "Ihr F-Schacht funktioniert noch besser als unserer. Am Freitag war unser System noch nicht so toll, aber die Jungs in der Garage haben wenig geschlafen und die Sache ganz gut hingekriegt. Wir lernen jeden Tag mit dem F-Schacht dazu."

Adrian Sutil:

Bei Adrian Sutil war der Frust groß nach dem Qualifying von Valencia. Mit Platz 13 erfüllte er nicht annähernd die Erwartungen. "Nach den guten Leistungen im Training hatte ich mir deutlich mehr erwartet. Am Vormittag waren wir noch ganz vorne dabei. Da habe ich mir einen Startplatz um Position sechs erhofft - und dabei noch vorsichtig gerechnet." Doch im Qualifying klappte dann gar nichts mehr. Schon im Q2 war Schluss, obwohl Sutil eine gute Runde auf den Asphalt legte.

"Wir wissen eigentlich auch nicht, was los war. Plötzlich hatten wir keinen Grip mehr. Das habe ich schon bei meiner ersten Runde gemerkt." Während sich andere Teams verbessern konnten, fiel Force India zurück. "Wir haben alles probiert, was im Qualifying möglich war. Harte Reifen, weiche Reifen, Luftdruck verändern, andere Temperatur beim Reifen aufwärmen – nichts hat funktioniert." Für das Rennen gibt Sutil dennoch nicht auf. "Im letzten Jahr bin ich auch noch zwei Plätze nach vorne gekommen. Und der Speed ist ja da. Auch wenn es nun mit nur noch einem Boxenstopp schwierig wird."

Nico Hülkenberg:

Nico Hülkenberg lieferte eine der größten Überraschungen des Qualifyings ab. Der Rookie stellte seinen Williams in die vierte Startreihe. Nachdem der F-Schacht beim Deutschen nicht funktioniert hatte, musste er ganz ohne Updates auskommen. "Es ist einfach die Strecke, die uns liegt." Teamkollege Rubens Barrichello fuhr mit der Top-Speed-Hilfe im Heckflügel. "Das bringt schon etwas. Vielleicht ein Zehntel." Trotzdem steht "Hülk" vor seinem erfahrenen Teamkollegen.

Beide Williams-Piloten legten im Q3 exakt die gleiche Zeit auf den Asphalt. Da der Deutsche seine Zeit früher fuhr, darf er vorne stehen. "Das ist die Revanche. Das letzte Mal hat er mich um vier Tausendstel geschlagen. Jetzt stehe ich knapp vorne. Und das bei einem Rennen, bei dem er sich sehr wohl fühlt. Immerhin hat er hier letztes Jahr gewonnen" Für den Sonntag hofft Hülkenberg auf Punkte. "Wenn man in den Punkten losfährt, will man natürlich auch dort ankommen. Aber hinter uns stehen ein paar gute Autos. Da müssen wir aufpassen."

Nico Rosberg:

Bei Mercedes GP herrschte nach dem Qualifying Katzenjammer. Die Plätze zwölf und 15 für Nico Rosberg und Michael Schumacher kamen auch für die Piloten ziemlich unerwartet. "Ich war gestern noch recht zuversichtlich. Es ist schon eine Überraschung, dass wir nun von Teams wie Williams und Toro Rosso geschlagen wurden. Wir wussten gestern auch noch nicht, dass das Reifenproblem heute so groß sein wird."

Laut Rosberg haben die Probleme auch die Wirkung des Update-Pakets überschattet. "Man hat einfach kein Vertrauen ins Auto. Es macht unerwartete Dinge. Das ist das Hauptproblem." Der Youngster will es aber trotz der Probleme nicht ausschließen, dass Mercedes dieses Jahr noch einmal irgendwann um Siege fahren kann. "Es gibt noch viele Rennen auf verschiedenen Strecken, wie z.B. Monza. Da bleiben noch viele Möglichkeiten. Wenn wir eine Lösung für das Reifenproblem finden, dann geht es sicher nach vorne.

Timo Glock:

Timo Glock verlor zum ersten Mal in dieser Saison ein Trainingsduell gegen Teamkollege Lucas di Grassi. Der Hesse macht dafür die falsche Reifenwahl verantwortlich: "Ich habe mit den weichen Reifen angefangen, obwohl wir uns darauf nicht so besonders wohl gefühlt haben. Es war zu wenig Grip vorhanden, wir rutschen zuviel, die Hinterreifen waren instabil."

Der letzte Schuss musste sitzen. "Leider ist mir da ein Fehler unterlaufen. Ich bin in der Zielkurve auf den Randstein geraten. Das hat mich sechs Zehntel gekostet." Ein bisschen Rechenarbeit und man weiß, wie schnell Glock hätte sein können: Mit 1.41, 5 Minuten wäre er deutlich vor di Grassi gestanden. Die Lotus hätte er aber nicht mehr bekommen. "Natürlich will man seine "Zu-Null-Bilanz" so lange wie möglich halten. Aber wenn ich durch den Fehler einen Platz gegen die Lotus verloren hätte, würde ich mich mehr ärgern."

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