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GP Europa

Heimsieg für Schumi - Alonso Zweiter

Foto: dpa

Michael Schumacher hat seine Aufholjagd in der Formel-1-WM mit dem 86. Karrieresieg fortgesetzt. Zwei Wochen nach seinem ersten Saisonsieg gewann der Rekord-Weltmeister am Sonntag (7.5.) beim GP von Europa im Ferrari vor WM-Spitzenreiter Fernando Alonso.

07.05.2006

Mit einer taktischen Meisterleistung hat der Kerpener den Spanier Alonso erneut an der Box ausgebremst und kam mit 3,7 Sekunden Vorsprung ins Ziel. Damit verkürzte Schumacher den Rückstand zu dem Spanier auf 13 Punkte.

121.000 Zuschauer feierten Schumacher nach dem fünften Triumph beim Großen Preis von Europa mit Trompetengetöse und schwenkten wild die Ferrari-Fahnen. "Es ist ein schönes Gefühl, hier wieder zu gewinnen", sagte der Ferrari-Star und lächelte zufrieden. "Es lief alles perfekt bei uns. Wir hatten eine prima Strategie", lobte der Kerpener die Team-Arbeit.

Aus für Schumi II - Rosberg unterstreicht Talent

In einem von der Taktik geprägten Rennen vervollständigte Schumachers Teamkollege Felipe Massa aus Brasilien den Erfolgstag des italienischen Teams mit Platz drei vor dem Finnen Kimi Räikkönen im Silberpfeil.

Der Wiesbadener Neuling Nico Rosberg im Williams unterstrich sein Talent als Siebter. Der Mönchengladbacher Nick Heidfeld im BMW war mit einer Runde Rückstand als Zehnter drittbester deutscher Fahrer. Ralf Schmacher hatte in seinem 150. Grand Prix Pech und musste an sechster Stelle liegend seinen Toyota in der 54. Runde mit einem Motorschaden abstellen. Auch Juan Pablo Montoya aus Kolumbien im zweiten McLaren-Mercedes sah die Zielflagge nicht.

In der Marken-Weltmeisterschaft liegt Renault nach dem fünften von 18 Saison-Rennen mit 62 Punkten klar vor Ferrari (46) und McLaren- Mercedes (38). In der Fahrerwertung führt Alonso nach den 308,863 Kilometern in der Eifel mit 44 Punkten vor Schumacher (31) und Räikkönen (23). Trotz des Ausfalls ist Ralf Schumacher (7) als Achter zweitbester deutscher Pilot vor Heidfeld (5) und Rosberg (4).

Der 2. Boxenstopp brachte die Entscheidung

Der von der Pole-Position gestartete Vorjahressieger Alonso verlor den fünften Saison-Grand-Prix beim zweiten Boxen-Stopp nach zwei Dritteln des Rennens. Eine Woche vor Alonsos Heim-Grand-Prix in Barcelona am Sonntag konnte der 37 Jahre alte Schumacher auf der 5,148 Kilometer langen Strecke in seinem 236. Grand Prix drei Runden länger auf der Piste bleiben als sein 24-jähriger Rivale aus Oviedo, der sein 75. Formel-1-Rennen bestritt.

Erstmals in diesem Jahr standen die beiden Rivalen beim Start direkt nebeneinander in Reihe 1. Alonso verteidigte die erste Pole-Position der Saison souverän, während Schumacher seinen Teamkollegen Felipe Massa in der Haarnadelkurve nur schwer unter Kontrolle halten konnte. Kurz danach kam das Safety-Car auf die Strecke, da der Italiener Vitantonio Liuzzi im Scuderia Rosso nach einem Getümmel im hinteren Teil des 22er-Feldes mit geplatzten Hinterreifen auf der Strecke stehen geblieben war.

Gleich fünf Plätze verlor der von Rang zehn gestartet Ralf Schumacher, während sich der von Position 13 ins Rennen gegangene Nick Heidfeld auf neun verbessert konnte. Nico Rosberg, der nach einem Motorschaden am Williams ganz vom Ende losgefahren war, beendete seine Aufholjagd mit der zweiten Platzierung in den Punkterängen.

Bis zum ersten Boxenstopp blieb Schumacher seinem spanischen Rivalen dicht auf den Fersen. Der Weltmeister kam in der 17. Runde mit einem Vorsprung von 0,6 Sekunden zuerst zum Halt und war nach einer Standzeit von 7,6 Sekunden wieder unterwegs. Eine Runde später war Schumacher beim Tanken, wurde 0,3 Sekunden länger bedient und musste sich knapp hinter Alonso einreihen. Die Ferrari-Hoffnung, Schumacher an der Box am Spanier vorbeizulotsen, war im ersten Anlauf nicht aufgegangen.

Auch danach kam der Rekordchampion nicht in den Windschatten seines Widersachers und hatte daher keine Chance zur Attacke. Doch dann nutzte Schumacher die Gunst der Stunde. 22 Runden vor Rennende holte sich Alonso zum zweiten Mal neue Reifen und stand 8,8 Sekunden lang. Danach drehte Schumacher drei schnellste Rennrunden in Serie, und benötigte nur 6,8 Sekunden beim Stopp. Als die Rivalen wieder auf der Bahn waren, lag der Deutsche deutlich vor dem Spanier. Souverän spulte Schumacher seine Pensum in souveräner Manier ab, ballte die Faust und ließ sich feiern.

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