Jetzt auch für: iPhone, iPad, Android und Windows
Marken
Themen
Artikel
Videos
Baureihen
Alle Treffer mit anzeigen

GP Europa-Sperre

Wofür muss Renault büßen?

Fernando Alonso Foto: Daniel Reinhard 51 Bilder

Renault ist für den GP Europa gesperrt. Die Sportkommissare unterstellten dem Team Fahrlässigkeit bei einem Reifenwechsel. Was bedeutet die drakonische Strafe für das Team, Fernando Alonso, Nelson Piquet und den GP Europa in vier Wochen?

27.07.2009 Michael Schmidt

Die Nachricht der Sportkommissare um 18:22 Uhr schlug ein wie eine Bombe. Renault ist für den GP Europa in vier Wochen in Valencia gesperrt. Damit wäre Lokalheld Fernando Alonso nur Zuschauer.

Sollte Flavio Briatore seinen Plan wahrmachen und Nelson Piquet auf die Straße setzen, würde die Strafe seinen Nachfolger Romain Grosjean treffen. Der Franzose könnte dann in Valencia noch ein GP2-Rennen fahren und dürfte erst beim GP Belgien in Spa debütieren. Für Valencia wäre ein Startverbot für Renault eine finanzielle Katastrophe. Wenn Alonso nicht fährt, bleiben im krisengeschüttelten Spanien die Tribünen erst recht leer. Daran kann Bernie Ecclestone kein Interesse haben. Der GP Ungarn vor nur 25.000 Zuschauern war schon keine gute Werbung für die Formel 1.

Alonso schon früher im Ferrari?

Deshalb blühten nach dem Rennen in Budapest bereits wieder neue Spekulationen. Nicht Michael Schumacher ersetzt den verletzten Felipe Massa bei Ferrari, sondern Fernando Alonso. Renault habe ihm mit seinem Fehlverhalten den Grund geliefert, wie er seinen Vertrag vorzeitig beenden könnte, reimen sich die Spekulanten zusammen.

Einige glauben sogar, dass Absicht hinter diesem Urteil steckt. Die Sache hat nur einen Haken. Was passiert, wenn Massa vor Ende der Saison zurückkehrt? Dann könnte Alonso nicht mehr zurück zu Renault. Andererseits müsste man dann für 2010 Kimi Räikkönen an die Luft setzen, um für Alonso einen Platz zu schaffen. Das alles würde sich aber erst spät im Jahr entscheiden. Das spricht gegen ein abgekartetes Spiel.

Verschwörungstheoretiker glauben eher daran, dass FIA-Präsident Max Mosley mit solchen Urteilen die Teamchefs strafen will, die im Formel 1-Krieg am meisten an seinem Stuhl sägten. Flavio Briatore war im Kreis der FOTA einer der Rädelsführer. Er würde bei einer gerechtfertigten Bestrafung im Renault-Konzern nicht gut dastehen.

Zeichen für die Sicherheit

Die FIA wollte mit ihrer drakonischen Strafe ein Zeichen setzen. Wenn die Sicherheit gefährdet ist, kennt der Verband keinen Pardon. Nach den Unfällen von Henry Surtees und Felipe Massa ist man in Paris doppelt wachsam. Wenn dann ein Team vergisst, nach dem Boxenstopp das Rad ordentlich zu sichern, es versäumt den ahnungslosen Fahrer aufzuhalten und ihn über Funk noch nicht einmal warnt, dass sich das Rad lockern könnte, dann ist bei der gegenwärtigen Stimmungslage Schluss mit lustig. Renault kündigte zwar eine Berufung an, doch nach Ansicht von FIA-Experten ist die Beweislage ziemlich eindeutig. Die Sportkommissare sicherten sich Filmmaterial und Funkmitschnitte.

Vielleicht werden wir erst in vier Wochen wissen, was wirklich dahinter steckt. Es kann auch sein, dass Renault für ein Vergehen mit büßt, das bereits ein Jahr zurückliegt. Und die FIA hat nur auf die erstbeste Gelegenheit gewartet, um zuzuschlagen. Wer die Formel 1 kennt, der weiß, dass der Toyota-Werbeslogan gilt: Nichts ist unmöglich.

Umfrage
Ist die Strafe von einem Rennen Sperre für Renault gerechtfertigt?
Ergebnis anzeigen
Kommentar schreiben

Es ist noch kein Kommentar vorhanden. Seien Sie der Erste und sagen Sie und Ihre Meinung.

Neues Heft
Empfehlungen aus dem Netzwerk
3D Felgenkonfigurator
Anzeige
Whatsapp
Immer auf dem neuesten Stand mit unserem WhatsApp-NewsletterJetzt kostenlos anmelden