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GP Europa

Start-Ziel-Sieg von Massa

Foto: dpa 22 Bilder

Ferrari-Pilot Massa triumphiert bei der Valencia-Premiere mit einem Start-Ziel-Sieg. Lewis Hamilton überquerte beim Großen Preis von Europa als Zweiter die Ziellinie und verteidigte damit die Spitzenposition in der Formel-WM. Robert Kubica belegte im BMW-Sauber Rang drei.

24.08.2008

Ungarn-Unglücksrabe Felipe Massa hat mit seinem Triumph bei der Grand-Prix-Premiere in Valencia die silberne Siegesserie gestoppt. "Ich habe die Pole geholt, das Rennen gewonnen und bin die schnellste Runde gefahren. Mehr kann man sich nicht wünschen", sagte Massa überglücklich, nachdem er seinen Erfolg mit einem spontanen Jubelsprung auf seinen Ferrari gefeiert hatte. Überschwängliches Lob gab es vom früheren Mentor Michael Schumacher: "Felipe ist schon in Ungarn einzigartig gefahren und hat das hier mit einer Brillianz fortgeführt, wie man es nicht besser machen kann." Damit sorgte der Brasilianer zugleich für neue Spannung im Titelrennen.

Ein deutsches Trio fuhr in Spanien in die Punkte

Sebastian Vettel krönte seine beeindruckende Leistung während des gesamten Rennwochenendes mit dem sechsten Platz. Der Jungspund aus Heppenheim behauptete im Toro Rosso vor 115 .23 Zuschauern seine sensationelle Position aus dem Qualifying und holte zum vierten Mal in diesem Jahr Zähler. "Ich bin sehr stolz auf das, was wir an diesem Wochenende geleistet haben", sagte der Jungspund nach seinem sechsten Platz beim Großen Preis von Europa und zuvor in der Qualifikation. "Drei Punkte mit nach Hause zu nehmen ist fantastisch." Dies müsse auch das Ziel für die nächsten Rennen sein.

"Ich trau ihm den Titel zu. Er wird einer der Großen", lobte Toro Rosso-Teamchef Gerhard Berger seinen Schützling in den höchsten Tönen. Rekord-Weltmeister Michael Schumacher bescheinigte seinem Landsmann nach der Qualifikation "eine gigantische Leistung". Vettel freut sich über so viel fachmännisches Lob, bleibt aber im Gegensatz zu manch anderer Nachwuchskraft mit beiden Füßen auf dem Boden. "Ich muss noch viel an mir arbeiten", sagte der Abiturient (Schnitt: 2,8). "Das wird ein langer, schwerer und harter Weg." Der 21-Jährige sieht in fast allen Bereichen Verbesserungspotenzial: Sei es seine Fitness, die Abstimmung des Autos oder Rennroutine. "Es gibt noch jede Menge, was mir zu einem Top-Fahrer fehlt", urteilte er selbstkritisch.

"Well done", würdigte auch Routinier David Coulthard die Leistung. Im nächsten Jahr wird "Jungbulle" Vettel den sich zurückziehenden Schotten im A-Rennstall Red Bull ersetzen. Dies ist ein weiterer wichtiger Schritt ganz nach oben. "Ich weiß genau, was ich will, habe aber keinen genauen Zeitplan", versicherte Vettel, der trotz seines sympathischen Hangs zu Späßen immer dann abgeklärt und ernsthaft reagiert, wenn es die Situation erfordert. "Ich will Rennen gewinnen, um die WM kämpfen und eines Tages Weltmeister werden."

Timo Glock, wegen einer Erkältung geschwächt, fuhr nach seinem gigantischen zweiten Platz von Budapest erneut in die Punkte: Der Toyota-Pilot wurde Siebter vor Nico Rosberg im Williams-Toyota. Nick Heidfeld verpasste im BMW-Sauber als Neunter Zähler.

Anders als beim Motor-Drama von Budapest vor drei Wochen, als Massa den scheinbar sicheren Sieg drei Runden vor Schluss wegen eines Pleuelschadens einbüßte, hielt auf dem "Valencia Street Circuit" trotz hochsommerlicher Schwüle das Ferrari-Triebwerk über die ganzen 308,883 Kilometer. Der 26 Jahre alte Südamerikaner beherrschte den zwölften Saisonlauf und gewann nach 57 Runden auf dem 5,419 Kilometer langen Kurs in 1:35:32,339 Stunden. Hamilton wies 5,611 Sekunden Rückstand auf. Der Finne Heikki Kovalainen belegte im zweiten Silberpfeil den vierten Rang vor Jarno Trulli im Toyota.

Motorschaden zwölf Runden vor Schluss

Der Brite liegt in der Gesamtwertung nun mit 70 Punkten vorn. Massa schob sich mit 64 Zählern auf Rang zwei vor Titelverteidiger Räikkönen (57). Der Finne schied im zweiten «roten Renner» wegen eines kapitalen Motorschadens zwölf Runden vor Schluss aus. Erfreulich war, dass die befürchteten schweren Unfälle ausblieben. Es war sogar ein weitgehend unspektakulärer WM-Lauf. In der Konstrukteurswertung blieb Ferrari vorn. Die Italiener liegen mit 121 Punkten vor McLaren-Mercedes (113) und BMW-Sauber (96).

Ein positives Fazit zog trotz des Ferrari-Sieges auch Mercedes-Sportchef Norbert Haug: "Lewis liegt jetzt sechs und 13 Punkte vor seinen Verfolgern, kein Team hat heute mehr Punkte gemacht als wir. In der Konstrukteurswertung haben wir aufgeholt – alles positiv also."

10.000 Euro Strafe für Ferrari

Eine Beinahe-Kollision in der Boxengasse mit Adrian Sutil im Force India nach dem zweiten Stopp hätte Massa fast den Sieg gekostet. In letzter Sekunde konnten beide einen Crash vermeiden. Für Massa blieb dies letztlich ohne negative Folgen. Die Rennkommissare verhängten allerdings gegen Ferrari eine Strafe in Höhe von 10.000 Euro wegen sicherheitsgefährdendem Losfahrenlassen nach dem Boxenhalt. Sutil musste dann 14 Runden vor Schluss als erster Deutscher am Hafenbecken der Mittelmeer-Metropole die Segel streichen. Er fuhr in einer Kurve in die Betonbegrenzung.

Bei Ferrari kam es bei Räikkönens zweitem Halt zu einem weiteren Zwischenfall: Der Finne fuhr los, als der Tankrüssel noch steckte. Dabei wurde ein Mechaniker zu Boden gerissen. Dieser musste ins Krankenhaus eingeliefert werden. Wenig später lösten sich Räikkönens Hoffnungen auf WM-Punkte spektakulär in Rauch auf.

Massa konnte beim problemlos verlaufenen Start seine Spitzenposition vor Hamilton und Kubica verteidigen. Sein von Rang vier losgefahrener Teamkollege Räikkönen musste dagegen Kovalainen passieren lassen. Vettel hielt seinen sensationellen sechsten Startplatz. Rosberg überrumpelte in der ersten Runde Heidfeld und Glock machte drei Ränge gut. Erstes prominentes Unfallopfer war ausgerechnet Fernando Alonso. Williams-Pilot Kazuki Nakajima raste dem Spanier ins Heck und der zweimalige Weltmeister musste seinen Renault in der Box abstellen, bevor sein Heimrennen richtig begonnen hatte.

Massa baute seinen Vorsprung gegenüber dem McLaren-Mercedes-Mann bis zu seinem ersten Boxenstopp kontinuierlich aus. Der Brasilianer tankte als Erster der Top-Ten bereits in der 15. von 57 Runden und fiel dadurch vorübergehend auf Platz vier zurück. Hamilton bog zwei Umläufe später als Nächster zum Service ein und kehrte als neuer Vierter zurück. Nachdem Kovalainen im 21. Umlauf als letzter der Top-Sechs frische Reifen aufziehen ließ, war die alte Reihenfolge wieder hergestellt: Massa vor Hamilton und Kubica. Daran änderte auch der zweite Halt nichts.

Dem nächsten Rennen sieht Massa mit gemischten Gefühlen entgegen. "Wir müssen weiterhin hart arbeiten. Vor allem die Zuverlässigkeit muss verbessert werden. Wir hatten im ersten Saisonrennen Probleme, dann zuletzt meinen Motorschaden in Budapest und jetzt bei Kimi Räikkönen." Dabei traten die Motorschäden immer beim zweiten Renneinsatz des Triebwerks auf. Keine guten Aussichten für den Brasilianer, der in Belgien ohne neuen Motor das Rennen bestreiten muss.

GP Europa: Ergebnis Rennen

GP Europa: Ergebnis Qualifying
GP Europa: Ergebnis 3. Freies Training
GP Europa: Ergebnis 2. Freies Training
GP Europa: Ergebnis 1. Freies Training
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