Jetzt auch für: iPhone, iPad, Android und Windows
Marken
Themen
Artikel
Videos
Baureihen
Alle Treffer mit anzeigen

GP Frankreich

Doppelsieg für Ferrari

Foto: dpa 76 Bilder

Ferrari-Pilot Kimi Räikkönen gewinnt den Grand-Prix in Magny-Cours vor seinem Team-Kollegen Felipe Massa und dem Mc-Laren-Pilot Lewis Hamilton. BMW fuhr mit Robert Kubica wieder einmal auf den vierten Platz vor.

01.07.2007 Gregor Messer

Nach zwei zuletzt schwachen Vorstellungen dominierte die Scuderia den achten Lauf zur Formel 1-WM in Magny-Cours in nicht erwarteter Form. Kimi Räikkönen gelang sein insgesamt elfter Grand Prix-Sieg. Für den Finnen war es der zweite Saisonerfolg nach seinem Auftaktsieg in Melbourne. Räikkönen siegte mit 2,4 Sekunden Vorsprung auf seinen Teamkollegen Felipe Massa und mit 32,1 Sekunden auf Lewis Hamilton.

Räikkönen holte kräftig auf

„Endlich hat mal der Start gut geklappt“, sagte Räikkönen, der an Lewis Hamilton vorbeiziehen konnte. „Dieses Manöver war entscheidend. Dann habe ich die ganze Zeit versucht, den Anschluss zu Felipe nicht zu verlieren. Ich wusste, dass ich einige Runden länger fahren konnte, aber ich hatte auch Probleme mit dem Verkehr. Bei meinem zweiten Stopp war die Situation dann umgekehrt, denn ich hatte freie Fahrt. Mein Auto war die ganze Zeit über gut, aber nicht perfekt.“

Bis zu Räikkönens zweitem Stopp in der 46. Runde sah Teamkollege Felipe Massa wie der sichere Sieger aus. Der Brasilianer führte stellenweise mit rund fünf Sekunden Vorsprung. Doch der Finne absolvierte kurz vor seinem zweiten Stopp mehrere bemerkenswert schnelle, konstante Runden von 1.16,2 Minuten, die ihm ein ausreichend großes Zeitpolster sicherten. „In den entscheidenden Phasen des Rennens war ich durch Verkehr behindert. Drei Runden lang steckte ich fest hinter einem Toyota, zwei Red Bull und einem Williams“, beschwerte sich der Brasilianer.

Massa übernahm direkt beim Start von der Pole Position die Führung vor Räikkönen, der auf dem Weg in die erste Kurve WM-Leader Lewis Hamilton austricksen konnte. Dahinter etablierten sich Robert Kubica, Giancarlo Fisichella, der gut gestartete Nick Heidfeld, Nico Rosberg sowie Fernando Alonso, der von Startplatz zehn zwei Plätze gut machen konnte.

In der ersten Haarnadelkurve fuhr – direkt vor dem Spanier – Toyota-Pilot Jarno Trulli in das Heck von Renault-Fahrer Heikki Kovalainen und drehte diesen um. Nutznießer waren beide Honda-Piloten, die jeweils drei Plätze gut machen konnten.

Alonso und Heidfeld lieferten sich harte Fights

Fernando Alonso, der im Zeittraining von einem Lagerschaden im Getriebe gehandicapt wurde, kämpfte rundenlang mit dem sich tapfer wehrenden Heidfeld. Der BMW-Pilot, am Freitag noch mit einer Muskelverhärtung stark beeinträchtigt, konnte sich dank besserer Strategie nach seinem zweiten Stopp vor Alonso behaupten. Der amtierende Weltmeister fuhr letztlich hinter Fisichella auf Rang sieben ein und sicherte sich zwei Punkte. „Ich habe heute das Maximum herausgeholt, was ich nur konnte“, meinte Alonso, „aber wir wussten, dass es heute mit einer Strategie schwierig werden würde, die ursprünglich auf eine Startposition in den ersten drei Reihen ausgelegt war. Das bedeutete, dass ich bei den Stopps immer wieder hinter Leute zurückfiel, die ich bereits auf der Strecke überholt hatte. Mein Zweikampf mit Nick Heidfeld hat Spaß gemacht, aber es war auch harte Arbeit.“

Teamkollege Hamilton konnte wie bei allen bisherigen WM-Läufen in diesem Jahr erneut auf das Podest klettern. „Das freut mich“, meinte Hamilton. Beim Start erfuhr der WM-Spitzenreiter ein neues Erlebnis: Er wurde überholt, von Räikkönen. „Mein Start war nicht der beste“, sagte Hamilton, „und ich weiß auch nicht genau, weshalb. Mein Auto war zu Beginn sehr gut, und ich habe alles versucht, um an Räikkönen vorbei zu kommen. Hat aber leider nicht geklappt. Daher haben wir uns für eine Dreistopp-Strategie entschieden.“

Der farbige Engländer führt die WM nun mit 64 Punkten vor Alonso (50), Massa (47) und Räikkönen (42) an. Jeder der vier Erstplatzierten hat somit zwei Siege auf dem Konto. Neben Hamilton konnte nur noch Massa in jedem Rennen Punkte sammeln. Nick Heidfeld liegt mit 30 Zählern auf WM-Platz fünf vor seinem Teamkollegen Robert Kubica.

Für BMW war es ein gutes Wochenende

„Dies ist mit neun Punkten unser bestes Gesamtergebnis bislang“, betonte nicht nur Nick Heidfeld, sondern auch BMW-Sportchef Mario Theissen. Die Weißblauen holten in Magny-Cours sogar einen Punkt mehr für die Konstrukteurs-WM als McLaren-Mercedes. „Aber daran orientieren wir uns gar nicht“, meinte Heidfeld.

Der Unfall ist längst vergessen

Robert Kubica war bei seinem Comeback nach seinem schweren Unfall in Montreal und der damit verbundenen Pause in Indianapolis klar schneller als Heidfeld. „Robert hat heute bewiesen, dass er nicht nur den Unfall komplett weggesteckt und verdaut hat, sondern auch, dass er nun endgültig das volle Vertrauen in das Auto und in die Reifen hat“, sagte Theissen. In den ersten Saisonrennen haderte der Pole noch mit den Einheitsreifen und der damit verbundenen Umstellung beim Fahrstil. Nick Heidfeld freute sich dennoch über Platz fünf: „Mein Start war klasse. Ich konnte sofort einen Renault überholen. Fisichella hat vor mir zwei Mal die Linie gekreuzt, was ich nicht in Ordnung fand, weil es nicht den Regeln entspricht. Aber wir hatten heute Renault sauber im Griff.“ Heidfeld spürte im Rennen keinerlei Beschwerden im Rücken wie noch am Freitag. „Das Wichtige ist: Es ist nichts von Dauer oder etwas Ernsthaftes.“

Einen Punkt für Honda

Honda gelang mit Rang acht von Jenson Button der erste WM-Zähler des Jahres. „Der Punkt geht vollkommen in Ordnung“, lobte Ex-Weltmeister Keke Rosberg, „Jenson war einfach schneller als Nico.“ Der Filius des Weltmeisters von 1982 sah zwar das Ziel, aber nur auf Rang neun, nachdem es lange Zeit nach einem WM-Punkt für den Deutschen ausgesehen hatte.

Albers missachtet seinen Lollipop-Mann

In einem eintönigen Rennen sorgte Spyker-Fahrer Christijan Albers für die einzig spektakuläre Szene. Der ehemalige Mercedes-DTM-Pilot sorgte mit einem völlig missglückten Boxenstopp in der 24. Runde für Aufsehen. Albers sprintete los, obwohl ihm nicht das Signal zur Weiterfahrt mit dem so genannten Lollipop angezeigt worden war. Der Schlauch der Tankanlage riss dabei ab und verhedderte sich in der Boxenausfahrt im linken Hinterrad. Albers, dessen Platz in dem holländischen Team mittlerweile stark umstritten ist, parkte seinen Spyker umgehend. Nach dem Rennen kam es für den Unglücksraben noch einmal ganz dick: Die Sportkommissare verdonnerten den Niederländer zu 5.000 Dollar Strafe, wegen „unsicheren Wegfahrens aus der Boxengasse“.

Sein Teamkollege Adrian Sutil musste nach einem Defekt an seinem Einsatzauto in der Startaufstellung mit dem Ersatzwagen aus der Boxengasse nachstarten. Dennoch holte der junge Gräfelfinger Albers zügig ein und überholte ihn in der 19. Runde. Allerdings musste Sutil einmal zur Strafexkursion durch die Boxengasse, weil er bei seinem Stopp zu schnell durch die Boxengasse fuhr. Letztlich erreichte er Platz 17.

Kommentar schreiben

Es ist noch kein Kommentar vorhanden. Seien Sie der Erste und sagen Sie und Ihre Meinung.

Neues Heft
Empfehlungen aus dem Netzwerk
3D Felgenkonfigurator
Anzeige
Whatsapp
Immer auf dem neuesten Stand mit unserem WhatsApp-NewsletterJetzt kostenlos anmelden