Jetzt auch für: iPhone, iPad, Android und Windows
Marken
Themen
Artikel
Videos
Baureihen
Alle Treffer mit anzeigen

GP Frankreich, Rennanalyse

Sonnenkönig

Foto: dpa

Die Vierstoppstrategie bei Ferrari war nur ein kleiner Baustein zum Erfolg in Magny Cours. Entscheidend für den 79. Grand Prix-Sieg von Michael Schumacher war das Wetter. Aus dem gleichen Grund gingen die traditionellen Top-Teams beim Frankreich-GP etwas unter.

05.07.2004

Warum kam Michael Schumacher so früh zum ersten Reifenwechsel?

Michael Schumacher fuhr in der siebten und achten Runde die bis dahin schnellste Zeit im Rennen und verkürzte den Rückstand auf den führenden Fernando Alonso auf eine Sekunde, da kam er in der elften Runde überraschend zum ersten Boxenstopp. Dabei ging es nicht darum, Schumacher vom langsameren Alonso zu befreien, es war auch nicht der Auftakt zur Viertoppstrategie. Der Tank war schlicht leer. Weil Schumacher im Training unbedingt die Pole Position wollte, gab das Team ihm nur wenig Benzin mit auf den Weg. Die Vierstopp-Strategie war aus der Not geboren. In der Simulation waren drei Stopps, rein mathematisch gesehen, schneller.

Warum hatte Fernando Alonso keine Chance zum Sieg?

Teamchef Flavio Briatore machte nach dem Rennen ein langes Gesicht. Richtig sauer und ratlos war aber ein anderer: Michelin-Rennchef Pierre Dupasquier verstand die Welt nicht mehr. "Ich kapiere nicht, warum wir so langsam waren. Ich habe uns pro Runde schneller erwartet."

Tatsächlich dominierten Michelin-Reifen jeweils drei Runden lang über Ferrari und Bridgestone, dann wechselten die Vorteile zur italienisch-japanischen Kombination. Die Bridgestone-Gummis waren mindestens 13 Runden lang besser als die Michelin. Nur so konnte sich Rubens Barrichello trotz Verkehr von Platz zehn bis auf's Treppchen vorarbeiten, und nur so konnte Michael Schumacher nach dem Strategie-Wechsel (vor dem zweiten Boxenhalt) genug Vorsprung für einen vierten Stopp herausfahren.

Schuld war das Wetter. Wie an den Vortagen erwarteten alle Teams einen eher verhangenen Himmel bei gemäßigten Temperaturen. Stattdessen strahlte am Sonntag die Sonne. Bei 28 Grad Celsius im Schatten und 42 Grad Asphalt-Temperatur erwiesen sich die von allen Topteams gewählten weichen Reifen als Fehlgriff - nur nicht bei Ferrari. "Unser Reifen ist weniger temperaturempfindlich", sagt Ferrari-Technik-Chef Ross Brawn. Ein Rätsel allerdings bleibt: Die anderen Bridgestone-Kunden wie Jordan oder Sauber profitierten nicht von der Michelin-Schwäche.

Warum gingen die neuen Autos etwas unter?

Die beiden neuen McLaren-Mercedes MP4-19B und Williams-BMW FW26 zeigten im Training eine starke Leistung. Juan Pablo Montoya vergab durch einen Fahrfehler in der Qualifikation die Chance auf die Pole Position. Im Rennen hielten alle neuen Autos durch, doch boten sie eine eher unscheinbare Vorstellung.

Alle Michelin-Teams kämpften mit einem unberechenbaren Fahrverhalten. Die Renault litten unter fortschreitendem Untersteuern, die BAR übersteuerten. Die McLaren lagen ebenfalls nicht auf der Straße, wie sie sollten. Bei Williams traten gleich beide Phänomene auf. Prompt leistete sich Juan Pablo Montoya einen Dreher und zwei weitere Fahrfehler. Möglicherweise stimmte durch die höheren Temperaturen der Reifendruck nicht exakt, worauf die Michelin empfindlich reagieren. Zwei Mal änderten die Mechaniker die Frontflügel-Einstellung während der Boxenstopps.

Ohne seine Patzer wäre der achtplatzierte Montoya aber auch nur einen Platz weiter vorn gelandet. Bei BMW herrschte einerseits Enttäuschung über das magere Ergebnis, andererseits Aufbruchstimmung: "Jetzt geht es erst richtig los", sagte Williams-Technik-Chef Sam Michael. Schließlich kam Williams ohne jeden Test mit dem stark überarbeiteten FW26 nach Magny Cours.

Zu den Ergebnissen

Täglich wissen was läuft
Hier gibt´s den Gratis-Newsletter rund um Auto, Motor und Sport.

Kommentar schreiben

Es ist noch kein Kommentar vorhanden. Seien Sie der Erste und sagen Sie und Ihre Meinung.

Neues Heft
Empfehlungen aus dem Netzwerk
3D Felgenkonfigurator
Anzeige
Whatsapp
Immer auf dem neuesten Stand mit unserem WhatsApp-NewsletterJetzt kostenlos anmelden