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Vorschau GP Indien 2012

WM-Vorentscheidung im Delhi-Duell?

GP Indien 2011 Fernando Alonso Foto: xpb 56 Bilder

Mit dem GP Indien beginnt die heiße Phase der Formel 1-Saison. Bei sechs Punkten Differenz und nur noch vier Rennen kann jeder Fehler von Sebastian Vettel oder Fernando Alonso eine Vorentscheidung bringen. Wir sagen Ihnen in unserer Vorschau, wer beim Duell in Delhi die besseren Chancen besitzt.

24.10.2012 Tobias Grüner

Spannender geht es nicht mehr. Mit drei Siegen in Folgen hat sich Sebastian Vettel rechtzeitig die Führung im Gesamtklassement gesichert, bevor die Formel 1 in Indien auf die Zielgerade einbiegt. Sechs Punkte Vorsprung sind allerdings kein großes Ruhepolster. Mit einem Sieg könnte Fernando Alonso die Reihenfolge an der Spitze ganz einfach wieder umkehren.

Ausfälle sollten die beiden WM-Konkurrenten nun tunlichst vermeiden. Nach dem Gastspiel in Delhi bleiben nur noch drei Rennen übrig. Große Rückstände sind da nicht mehr aufzuholen. Wie leicht man das Rennen auf dem technisch anspruchsvollen Buddh International Circuit mit null Punkten beenden kann, bewies im Vorjahr Felipe Massa, der etwas zu schnell über die Kerbs rumpelte und sich dabei die Aufhängung beschädigte.

Das Wetter wird dagegen wohl nicht für zusätzliche Würze im WM-Duell sorgen. Das gesamte Wochenende soll es in Delhi trocken bleiben. Bei Temperaturen bis an die 30°C-Marke dürften Fahrer und Ingenieure gehörig ins Schwitzen kommen. Sowohl für Mensch als auch für Material bedeutet die Hitze eine zusätzliche Belastung.

Die Strecke: Buddh International Circuit

Zum zweiten Mal erst ist die Formel 1 auf der Strecke 30 Kilometer südöstlich der Millionen-Metropole Delhi zu Gast. Die vom deutschen Formel 1-Architekten Hermann Tilke entworfene 5,125 Kilometer lange Piste hält einige Besonderheiten parat. Die markanten Höhenunterschiede sorgen für einige blinde Kurven und verstärkte Verbremsgefahr. Die beste Überholmöglichkeit findet sich am Ende der rund einen Kilometer langen Geraden. Hier werden die Autos in nur 140 Metern von 320 km/h auf 90 km/h verzögert.

Mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von weit über 200 km/h gehört Indien zu den schnellsten Strecken im Kalender. Am Ende der Runde geht es allerdings sehr kurvig zu. In den engen Kombinationen aus Kurven und Schikanen dürfen sich die Piloten keine Fehler erlauben, sonst ist sofort die Zeit im gesamten Sektor dahin. Eine Besonderheit ist auch die Boxengasse: Mit mehr als 600 Metern ist sie die längste im gesamten Kalender. Die erhöhte Zeit beim Reifenwechsel müssen die Ingenieure in ihre Strategie einkalkulieren.

Fast Facts zum GP Indien:

Höchste Querbeschleunigung: 3,5g (für 6 Sekunden in den Kurven 10/11)
Längste Vollgaspassage: 1.000 Meter (zwischen Kurve 3 & 4)
Anteil der Bremsphasen an der Rundenzeit: 15 Prozent
Anteil der Geraden an einer Runde: 55 Prozent
Anzahl der Gangwechsel pro Runde: 57
Vollgasanteil auf einer Runde: 62 Prozent
Geringste Geschwindigkeit: 70 km/h (Kurve 3)
Höchste Kurvengeschwindigkeit: 250 km/h (Kurve 12)
Distanz von der Pole Position bis zur ersten Kurve: 400
Top-Speed: 317 km/h
Spritverbrauch: 2,27 kg/Runde
Zeitverlust pro 10 Kilo Zusatzgewicht: 0,36 Sekunden

Das Setup:

Die lange Gerade sorgt dafür, dass die Ingenieure die Heckflügel einen kleinen Tick flacher stellen können. Am Frontflügel ist dagegen maximaler Abtrieb gefordert, um die Untersteuertendenz vor allem in der langgezogenen 180-Grad Kehre im Mittelsektor (Kurven 10/11) zu minimieren. Die Dämpfung wird etwas härter ausgelegt, um das Auto gut auf die Richtungswechsel in den Medium-Speed Kurven im letzten Sektor einzustellen. Größere Bodenwellen gibt es auf dem noch relativ neuen Kurs keine. Deshalb kann das Fahrwerk relativ tief geschraubt werden.

Für die Bremsen stellt der Buddh International Circuit keine große Herausforderung dar. Auf der langen Geraden haben die Karbon-Stopper genügend Zeit abzukühlen. Danach ist das Layout eher flüssig. In Sachen Antrieb wird es schon kniffliger. Getriebe und Motoren müssen auf den Mix aus langer Gerade und engen Kurven eingestellt werden. Auch in Sachen Reifen könnte es spannend werden. Mit den Sorten soft und hart bringt Pirelli zwei Mischungen, die relativ weit auseinander liegen.

Die Updates:

Normalerweise werden zu einem solch späten Zeitpunkt in der Saison keine großen technischen Neuerungen mehr präsentiert. Doch der spannende WM-Kampf zwingt die Top-Teams, die alten Auto bis zum Finale weiterzuentwickeln. Ferrari will neue Teile bringen, die vergangene Woche bei einem Aero-Test auf gerade Strecke ausprobiert wurden. Red Bull will die Technik-Offensive der Italiener mit eigenen Updates kontern.

Bei Lotus kommt der neue Auspuff, den Kimi Räikkönen in Korea erstmals getestet hat, in Indien an beiden Autos zum Einsatz. Wir erwarten zudem einige Teams, die mit verschiedenen Updates bereits Messdaten für die kommende Saison sammeln. So werden wir im Freien Training sicher auch wieder das DRD-System von Mercedes sehen, mit dem der Top-Speed auf der Geraden gesenkt werden kann.

Die Favoriten für den GP Indien 2012:

Nach drei Vettel-Siegen in Folge muss man nicht lange nach Favoriten für den GP Indien suchen. Der Red Bull war im Qualifying zuletzt drei Zehntel schneller als der Ferrari. Ob die Italiener das Ruder nur zwei Wochen später mit ihrem Update-Paket rumreißen können, darf bezweifelt werden. Die große Frage lautet, ob McLaren den beiden WM-Aspiranten noch einmal dazwischenfunken kann. In Suzuka und Korea waren die Chrompfeile noch weit vom Sieg entfernt.

Im Verfolgerfeld war Lotus in Korea zuletzt schnell unterwegs. Auch Force India machte eine gute Figur. Das Team von Nico Hülkenberg will beim Heimspiel natürlich besonders glänzen. Sauber blieb mit Pech und eigenen Fehlern in Korea ohne Zähler, gilt aber für Indien ebenfalls als heißer Punktekandidat. Die Schweizer würden in der Teamwertung gerne noch an Mercedes vorbeiziehen. Bei den Silberpfeilen lief zuletzt gar nichts zusammen. Sowohl in Suzuka als auch in Korea gab es Nullnummern.

Experteneinschätzung: Paul Hembery (Pirelli-Sportchef)

"Wir bringen die Reifen "hart" und "soft" zum GP Indien, genau wie 2011. Wie alle anderen auch profitieren wir nun von einem besseren Verständnis für Strecke und Bedingungen, deshalb können wir etwas weniger konservativ agieren. Wegen der hohen Außentemperaturen, einigen schnellen Kurven und Höhenunterschieden sowie der langen Gerade ist die Strecke relativ anspruchsvoll für den Reifen. Außerdem erwarten wir, dass die Strecke im Laufe des Wochenendes deutlich an Grip zulegen wird."

"Unsere Reifen sind generell weicher geworden als im vergangenen Jahr, aber wir sollten trotzdem einen spürbaren Unterschied in Sachen Leistung zwischen den beiden für India nominierten Mischungen erkennen können. Das sollte in Sachen Strategie verschiedene Möglichkeiten eröffnen. Zusammen mit der breiten Strecke und dem offenen Layout sollten sich im Rennen viele Überholmöglichkeiten ergeben."

So lief das Rennen im Vorjahr: GP Indien 2011

Bei der Premiere in Indien 2011 dominierte Sebastian Vettel - wie auch im Rest der Saison - das Geschehen auf der Strecke. Er feierte dabei den ersten sogenannten Grand Slam seiner Karriere. Vettel startet von der Pole Position, fuhr die schnellste Rennrunde und er führte den Grand Prix vom Start bis ins Ziel an. Das war zuvor in diesem Jahrtausend nur Fernando Alonso und Michael Schumacher gelungen. Konkurrent Jenson Button musste anschließend zugeben: "Mehr als Platz zwei war hier nicht drin."

Am härtesten wurde um den dritten Platz auf dem Podium gekämpft. Die Entscheidung zwischen Fernando Alonso und Mark Webber fiel erst beim zweiten Boxenstopp zugunsten des Spaniers. Für große Schlagzeilen sorgte nach dem Rennen vor allem das Duell Felipe Massa gegen Lewis Hamilton. Die beiden Streithähne waren zuvor in der Saison schon mehrfach aneinandergeraten und kollidierten in Kurve fünf erneut. Hamilton fiel durch den fälligen Frontflügelwechsel zurück. Für Massa gab es eine Durchfahrtstrafe.

Die Bilder des ereignisreichen GP Indien 2011 haben wir noch einmal für Sie in der Fotogalerie.

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