Jetzt auch für: iPhone, iPad, Android und Windows
Marken
Themen
Artikel
Videos
Baureihen
Alle Treffer mit anzeigen

Indien-Logistik

Formel 1-Teams bangen vor dem Zoll

Impressionen GP Indien 2011 - Delhi Foto: Grüner 58 Bilder

Indiens Bürokratie bringt die Top-Teams im Kampf um den WM-Titel schon Tage vor dem Hitzerennen mächtig ins Schwitzen. Ob alle neuen Teile für die entscheidende WM-Phase mit an die Strecke dürfen, bleibt fraglich. Es wird wieder eine heikle Mission.

22.10.2012 dpa

Landen in Neu Delhi, aussteigen und ab mit den Ersatzteilen zur Strecke in Greater Noida - wenn das in Indien bloß so einfach wäre?! Ausgerechnet in der heißesten Phase der Formel-1-Entscheidung zittern vor allem die Top-Teams vor dem indischen Zoll.

"Die turbulente Vorlaufzeit vor dem Premierenrennen letztes Jahr hat einen solchen Schrecken verbreitet, dass die Formel-1-Teams noch immer misstrauisch sind, was die bürokratischen Hürden betrifft", schrieb "The Asian Age" am Montag (22.10.) mit Blick auf die zweite Auflage des Grand Prix in Greater Noida am kommenden Wochenende.

Ferrari mit Technik-Offensive in Indien?

Also müssen vor allem die Rennstall-Duellanten Ferrari und Red Bull besonders gut planen. In Maranello wurde hart an den Weiterentwicklungen der Roten Göttin gearbeitet, nachdem Fernando Alonso die WM-Führung an Titelverteidiger Sebastian Vettel nach dessen Sieg-Hattrick hatte abgeben müssen.

Nach Korea wurde mit den Technik-Updates sogar noch ein Aero-Test in Spanien absolviert. Die Ferrari-Fans hoffen auf eine große Offensive, um Red Bull noch abzufangen. "Wir müssen ein Auto für die erste Reihe haben, sonst macht es uns das Leben viel schwerer und Du läufst Gefahr, in Unfälle verwickelt zu werden", forderte Ferrari-Präsident Luca di Montezemolo.

Zusätzliches Gepäck soll es für den viertletzten WM-Lauf aber nicht geben. Indien neigt zu verschärfter Bürokratie. Organisatoren einer Messe in Neu Delhi beklagen, dass sie jedes Jahr wieder für die immer gleiche Veranstaltung 17 verschiedene Behörden kontaktieren müssen. Jede dieser Behörden - darunter nicht nur Stellen wie die Feuerwehr, sondern beispielsweise das Amt für Ungezieferbekämpfung - muss eine Genehmigung oder zumindest eine Unbedenklichkeitsbescheinigung ausstellen.

Indische Bürokratie sorgt für Probleme

Auch bei der bevorstehenden Asien-Pazifik-Konferenz der deutschen Wirtschaft in Gurgaon bei Neu Delhi sind bürokratische Hürden zu überwinden. Für das Treffen sollen im Hotel - ähnlich wie bei einer Messe - Stände der verschiedenen Firmen aufgebaut werden. Das Problem: Das Hotel liegt kurz hinter der Grenze Neu Delhis im Bundesstaat Haryana. Das Material für die Stände lagert aber in Neu Delhi. Nun kämpfen die Organisatoren darum, von der Einfuhrsteuer Haryanas befreit zu werden.

Kein Wunder, dass sich die Teamverantwortlichen der Formel 1 nun wieder ob der strengen Zollbestimmungen Sorgenfalten Sorgen machen. "Es ist das heikelste Rennen, was das betrifft", räumte McLarens Technischer Direktor Paddy Lowe ein. Selbst die Art und Weise, wie die Zollscheine angebracht sind, müsse stimmen.

Red Bull plant ebenfalls weitere Updates

Die ohnehin logistische Herausforderung mit der einzigartigen Übersee-Hatz in diesem Jahr wird dadurch noch erschwert. Vor gut einer Woche wurden die Wagen von Südkorea per Fracht auf die Reise nach Neu Delhi geschickt. Während WM-Spitzenreiter Vettel in seiner Schweizer Wahlheimat kurz durchatmen konnte, ehe es schon wieder in den Simulator ging, wurde auch in der Red-Bull-Fabrik in Milton Keynes weiter für den Endspurt analysiert, gegrübelt und getüftelt.

Auch Red Bull plant weitere Verbesserungen am Auto, um Ferrari keine Chance zum Angriff zu lassen. Welche Updatestufen wann gezündet werden, steht bei den WM-Konkurrenten noch nicht fest. Nur sieben Tage nach Delhi kommt es in Abu Dhabi schon zum drittletzten Saisonrennen. "Es ist ein bisschen Zockerei", sagte Ferrari-Sportdirektor Massimo Rivola zu den logistischen Planungen.

Keine staatliche Unterstützung für F1-Rennen

"Wir wissen, dass die Zolleinreise mühsam ist", gab Vicky Chandhok in "The Asian Age" zu. Der Präsident des indischen Motorsportverbandes meinte dem Artikel zufolge, dass die Regierung wenig tue, um den Ablauf des Grand-Prix-Events zu vereinfachen. Allerdings ist das Rennen auch ausschließlich privat- und nicht mit staatlichen Geldern finanziert.

In unserer Galerie geben wir Ihnen einen Eindruck vom ganz normalen Chaos in Indien.

Kommentar schreiben

Es ist noch kein Kommentar vorhanden. Seien Sie der Erste und sagen Sie und Ihre Meinung.

Neues Heft
Empfehlungen aus dem Netzwerk
3D Felgenkonfigurator
Anzeige
Whatsapp
Immer auf dem neuesten Stand mit unserem WhatsApp-NewsletterJetzt kostenlos anmelden