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GP Italien 2014 (Rennanalyse)

Wieso ignorierte Hamilton seinen Ingenieur?

Lewis Hamilton  - Mercedes - Formel 1 - GP Italien - 7. September 2014 Foto: xpb 39 Bilder

Der GP Italien ließ jede Menge Fragen offen. In unserer Rennanalyse geben wir die Antworten. Warum ignorierte Lewis Hamilton seinen Ingenieur? Warum fiel am Start zurück? Welche Taktik war die Beste?

07.09.2014 Bianca Leppert

Welche Taktik hat sich ausgezahlt?

Viele Varianten haben wir beim Grand Prix von Italien nicht gesehen. Wie erwartet, lief es auf ein Rennen mit einem Stopp hinaus. Der große Unterschied war, wann man zum Reifenwechsel kam. Sebastian Vettel war in Runde 18 der Erste an der Box und setzte auf einen Undercut. Red Bull hatte sich für diese Taktik entschieden, weil er im McLaren-Sandwich hing. Vor ihm machte sich Kevin Magnussen breit, hinter ihm lauerte Jenson Button.

Sergio Perez kam nur eine Runde später zum Service. Während es zunächst danach aussah, dass sich diese Entscheidung für beide gelohnt hat, war es Perez, der am Ende profitierte. Vettel konnte seine Reifen nicht so schonen wie der Mexikaner, der als Reifenflüsterer bekannt ist.

Daniel Ricciardo wurde erst in Runde 26 an die Box zitiert. Für ihn machte sich diese Taktik ebenfalls bezahlt. Er hatte dadurch zunächst freie Fahrt, musste aber am Ende eifrig Überholen – mit dem Vorteil der frischeren Reifen. "Der Rennverlauf hat uns die Taktik aufgezwungen", sagte Red Bull-Teamchef Christian Horner. Es gab keine Ideallösung, sondern die Strategie war von Fall zu Fall unterschiedlich.

Wieso fuhr Nico Rosberg zwei Mal in den Notausgang?

Es waren die entscheidenden Momente des Rennens. Nico Rosberg steuerte zum ersten Mal in der neunten Runde in der ersten Schikane statt rechts geradeaus durch den Notausgang. Beim zweiten Mal in Runde 29 kostete ihn dieser Fehler die Führung und den Sieg. Eine technische Ursache konnte man kurz nach dem Rennen nicht ausmachen. Rosberg nahm den Fauxpas auf die eigene Kappe. Offensichtlich setzte ihn Lewis Hamilton, der auf dem Vormarsch war, zu sehr unter Druck.

Die einzige Erklärung, die Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff als mögliche Ursache liefern konnte, war die Verstellung der Bremsbalance weiter nach vorne. Grundsätzlich hatten die Fahrer die Ansage, in jedem Fall einen Bremsplatten zu vermeiden, denn das hätte einen zweiten Stopp nötig gemacht, der das ganze Rennen zerstört hätte. Deshalb nahm Rosberg lieber den Notausgang, als auf letzter Rille zu bremsen.

Welches Problem hatte Lewis Hamilton beim Start?

Mit der Pole-Position hatte Lewis Hamilton eigentlich die beste Ausgangsposition für das Rennen. Doch schon in der Aufwärmrunde merkte er, dass irgendetwas nicht stimmt. Er konnte das Startprogramm nicht aktivieren. "Ich habe mir gedacht, kein Problem, mache ich das eben für das Rennen", sagte Hamilton.

Beim Start streikte die Elektronik aber immer noch. Ein Softwarefehler verhinderte den reibungslosen Ablauf. Hamilton musste ohne den Autopilot agieren. "Die Drehzahl war viel zu hoch und ich habe es glücklicherweise geschafft, nicht allzu viele Plätze zu verlieren. Normalerweise üben wir das nie. Ich wusste nicht genau, was ich machen soll und habe einfach das Beste gehofft."

Warum hörte Lewis Hamilton nicht auf seinen Ingenieur?

Als Lewis Hamilton immer näher an Nico Rosberg rankam, bekam er über Funk die Ansage von seinem Ingenieur, daran zu denken, dass er die Reifen schonen muss. Das schien den WM-Zweiten aber nicht zu interessieren. Er gab trotzdem weiter Gas. War ihm die Empfehlung nicht ganz geheuer?

"Ich ignoriere keine Ansagen des Teams", stellte Hamilton nach dem Rennen klar. "Ich habe ein gutes Verhältnis zu meinem Ingenieur, bin die ganze Zeit mit ihm in Kontakt und er führt mich durch das Rennen. Aber am Ende war ich derjenige, der da draußen war und entscheiden musste: Ich kann die Reifen schonen, aber es mag anders besser sein. Ich wusste, dass sich möglicherweise eine Chance ergibt, wenn ich den Druck aufrecht erhalte."

Toto Wolff sagte nach dem Rennen, man habe beide Fahrer angewiesen, die Reifen zu schonen. "Wir haben erwartet, dass die harten Reifen stärker abbauen. Später haben wir die Anweisung dann revidiert."

Wieso musste Fernando Alonso seinen Ferrari parken?

Ferrari musste ausgerechnet in Monza vor den Tifosi den ersten Technikdefekt dieser Saison beklagen. Fernando Alonso parkte in Runde 29 seinen Ferrari qualmend in der ersten Schikane. Grund war ein Defekt am ERS-System.

In unserer Bildergalerie zeigen wir Ihnen die noch einmal die besten Szenen des Rennens.

FahrerTeamZeit/Rückstand
1. Lewis HamiltonMercedes1:19.10,236 Std.
2. Nico RosbergMercedes+ 0:03.175 Min.
3. Felipe MassaWilliams+ 0:25.260
4. Valtteri BottasWilliams+ 0:40.786
5. Daniel RicciardoRed Bull+ 0:50.309
6. Sebastian VettelRed Bull+ 0:59.965
7. Sergio PerezForce India+ 1:02.518
8. Jenson ButtonMcLaren+ 1:03.030
9. Kimi RäikkönenFerrari+ 1:03.535
10. Kevin Magnussen*McLaren+ 1:06.171
11. Daniil KvyatToro Rosso+ 1:11.184
12. Nico HülkenbergForce India+ 1:12.606
13. Jean-Eric VergneToro Rosso+ 1:13.930
14. Pastor MaldonadoLotus+ 1 Runde
15. Adrian SutilSauber+ 1 Runde
16. Romain GrosjeanLotus+ 1 Runde
17. Kamui KobayashiCaterham+ 1 Runde13
18. Jules BianchiMarussia+ 1 Runde
19. Marcus EricssonCaterham+ 2 Runden
20. Esteban Gutiérrez**Sauber+ 2 Runden
21. Fernando AlonsoFerrariAusfall
22. Max ChiltonMarussiaAusfall
* +5 Sekunden-Strafe
** +20 Sekunden-Strafe
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