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GP Japan 2010 - Die Vorschau auf Suzuka

Frühstücksprogramm mit Action-Garantie

GP Japan 2009 Foto: dpa 72 Bilder

Beim GP Japan geht der heiße Kampf um den Formel 1-Titel in die viertletzte Runde. In Suzuka können die fünf Kandidaten bereits alles verlieren, aber noch nichts gewinnen. Wir sagen Ihnen, wer die besten Chancen im Land des Lächelns besitzt.

06.10.2010 Tobias Grüner

Mit dem GP Japan biegt die spannendste Formel 1-Saison aller Zeiten am Wochenende auf die Zielgerade ein. Die Meisterschaft ist auch vier Rennen vor dem Saisonende nach wie vor völlig offen: Mit Mark Webber, Fernando Alonso, Sebastian Vettel, Lewis Hamilton und Titelverteidiger Jenson Button kämpfen weiterhin fünf Fahrer um den WM-Titel. Das Spitzenquintett ist im Gesamtklassement nur durch einen einzigen Sieg getrennt.

Die verrückte Saison hat schon mehrmals gezeigt, dass sich das Bild an der Tabellenspitze ganz schnell wenden kann. Die anspruchsvolle Strecke in Suzuka ist zudem immer für eine Überraschung gut. Als wäre das Rennwochenende durch die WM-Konstellation nicht schon spannend genug, zeigen erste Wetterprognosen außerdem, dass Regen zusätzliche Würze ins Spiel bringen könnte. Es lohnt sich also auf jeden Fall, am Sonntagmorgen (Startzeit 8.00 Uhr) das Frühstück vor den Fernseher zu verlegen.

Auch hinter den fünf Spitzenfahrern gibt es im Klassement noch spannende Stellungskämpfe. Renault fightet weiterhin erbittert gegen Mercedes um Platz vier in der Teamwertung. Michael Schumacher versucht sich beim GP Japan im Duell mit Adrian Sutil Rang neun im Fahrerklassement zurückzuholen. Auch für die einheimischen Fans ist wieder Spannung angesagt: Nachdem im Vorjahr gar kein Nippon-Pilot an den Start ging, können die Zuschauer nun gleich zwei Lokalmatadore anfeuern. Kamui Kobayashi fährt für Sauber sein erstes Rennen in Suzuka. HRT-Pilot Sakon Yamamoto war zuletzt 2006 für Spyker auf dem Traditionskurs im Einsatz.

Die Strecke: Suzuka Circuit

Der 5,807 Kilometer lange Suzuka Circuit ist noch eine der wenigen traditionellen Rennstrecken im Kalender. Der niederländische Architekt John Hugenholtz, der auch das Motodrom in Hockenheim gezeichnet hat, ließ 1962 einige spektakuläre Passagen in den Kurs einbauen, der sich als einziger im Kalender kreuzt. Highlight der Strecke ist sicherlich die ultraschnelle, fünffache S-Kurve zu Beginn der Runde. Wer hier nur einen kleinen Fehler macht, verliert gleich mehrere Zehntel. Anspruchsvoll sind auch die langgezogene Löffel-Kurve ("Spoon-Corner") sowie die Degner-Doppel-Rechts-Kombination, die im Vorjahr vielen Piloten zum Verhängnis wurde.

Früher zählte auch der Linksknick 130 R zu den Höhepunkten der Strecke. Dank verbesserten Abtriebs- und Gripwerten stehen die Fahrer heute bei 310 km/h voll auf dem Gaspedal, wenn es um die Kurve geht. Die Piloten werden dabei mit bis zu 4g gegen die rechte Cockpitwand gedrückt. Spannend wird sein, ob die Fahrer auch mit vollen Tanks zu Beginn des Rennens ohne zu Lupfen durch die Highspeed-Kurve kommen. Fehler darf sich in Suzuka keiner erlauben. Statt großzügig  asphaltierter Auslaufzonen lauern hinter den Kerbs nur Kiesbetten, aus denen es kaum ein Entrinnen gibt.

Die Abstimmung für den GP Japan:

Die vielen langen Vollgaspassagen verlangen von den Autos weniger Abtrieb als gewöhnlich. Der Vollgasanteil ist mit 71 Prozent überdurchschnittlich hoch. In Suzuka zählt vor allem die Effizienz der Autos. Die Ingenieure müssen somit einen guten Kompromiss aus Luftwiderstand und Abtrieb finden, damit die Autos gleichzeitig schnell durch die Kurven und über die Geraden kommen. Ein wichtiges Hilfsmittel ist dabei der F-Schacht, mit dem die Fahrer den Heckflügel auf den Vollgaspassagen lahmlegen können und damit für mehr Top-Speed sorgen.

Die Updates in Suzuka:

Die drei Spitzenteams Red Bull, McLaren und Ferrari werden wie schon zuletzt bei jedem Rennen kleinere Modifikationen vornehmen. Den größten Schritt hat dabei McLaren angekündigt. In Suzuka debüttiert ein komplett neues Heck samt Flügel, um in schnellen Kurven mehr Abtrieb zu produzieren. Auch bei Williams gibt es nochmal neue Teile. Nachdem in Singapur nur Rubens Barrichello mit dem neuen Unterboden fahren durfte, profitiert nun auch Nico Hülkenberg von dem letzten Update. Zudem kündigte das Team neue Bremsbelüftungen an. Im Kampf gegen Force India will Williams so noch Platz sechs in der Teamwertung erobern.

Die Suzuka-Favoriten:

Der Japan-Sieger des Vorjahres ist auch der Favorit für das Rennen in dieser Saison. Sebastian Vettel war schon zuletzt in Singapur der schnellste Mann, musste dort nach einem kleinen Fehler im Qualifying Fernando Alonso den Vortritt lassen. Die schnellen Kurven von Suzuka sollten dem Red Bull-Auto einen deutlichen Vorteil gegenüber der Konkurrenz verschaffen. Auch WM-Spitzenreiter Mark Webber sollte in den schnellen Passagen von Japan wieder besser zurecht kommen als noch beim eckigen Stop und Go-Kurs in Singapur. Alles andere als ein Doppelsieg der beiden Bullen wäre eine große Überraschung.

Im Kampf McLaren gegen Ferrari dürfte es beim GP Japan somit nur noch um den dritten Podiumsplatz gehen. Die Italiener konnte in dieser Saison allerdings noch nicht zeigen, dass sie ihre Schwäche in schnellen Kurven abgelegt haben. Suzuka ähnelt vom Layout her der Strecke von Spa. Auch dort hatte McLaren die Nase vor Ferrari. Allerdings ist der Alonso-Faktor auf einer fahrerisch anspruchsvollen Strecke wie Suzuka nicht zu unterschätzen.

Im Mittelfeld wird es wie zuletzt sehr eng zugehen. Williams hatte in den vergangenen Rennen hinter den drei Top-Teams das viertbeste Auto. Mercedes und Renault kämpfen dahinter im direkten Duell um Platz vier in der Teamwertung. Die Fans werden dabei wieder ein genaues Auge auf Michael Schumacher werfen. Sechsmal konnte der Rekordchampion in Suzuka gewinnen. So oft wie kein anderer. Sollte er in Japan erneut eine Klatsche von Teamkollege Nico Rosberg kassieren, wird die Kritik noch einmal zunehmen.

Auch Sauber und Force India muss man bei der Vergabe um die Punkte im Auge behalten. Force India war schon in Spa schnell unterwegs und sollte theoretisch auch für den GP Japan gut aufgestellt sein. Bei Sauber fahren Kamui Kobayashi und Nick Heidfeld. Während der Japaner seinem Publikum eine gute Show bieten will, geht es für den Deutschen in Suzuka um eine erfolgreiche Bewerbung für ein neues Cockpit für 2011.

Expertenmeinung: Robert Kubica (Renault)

"Suzuka ist der anspruchsvollste Kurs und er ist einfach nur schnell, sehr schnell. Wenn man sich nur die Anzahl der Kurven anschaut, die im vierten Gang oder höher gefahren werden, dann sind das hier sicherlich die meisten im Kalender. Der erste Sektor ist unglaublich. Die "Esses"-Kurven sind wie eine Achterbahn, bei der die G-Kräfte von einer Seite zur anderen wechseln. Da ist es schwer die richtige Linie zu halten. Wenn man in einer Kurve einen Fehler macht, wirkt sich das noch lange auf die nächsten Kurven aus. Außerdem gibt es noch ein paar langsame Kurven und die Schikane, wo man stark bremsen muss und wo sich Überholmöglichkeiten bieten."

So lief das Rennen im Vorjahr: GP Japan 2009

2009 wurde Suzuka zur Einmannshow von Sebastian Vettel. Allerdings diskutierte man im Fahrerlager zunächst mehr über Unfälle als über die überlegene Vorstellung des Deutschen. Schon im Training zum GP Japan krachte es heftig: Timo Glock, Mark Webber, Heikki Kovalainen, Jaime Alguersuari und Sebastien Buemi lieferten viel Schrott ab. Vettels Sieg im Rennen war noch nicht einmal in Gefahr, als ein weiterer heftiger Crash von Alguersuari zehn Runden vor Schluss das Safety-Car ins Spiel brachte. Spannender ging es im Kampf um Rang zwei zu: Jarno Trulli entschied das Duell gegen Lewis Hamilton schließlich beim Boxenstopp für sich.

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