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Alonso-Kollision GP Japan 2012 67 Bilder Zoom

Rennanalyse GP Japan 2012: Kimi schickt Alonso in den Suzuka-Sandkasten

Kimi Räikkönen schlitzte beim Suzuka-Start den Reifen von Fernando Alonso auf und half damit Sebastian Vettel bei der Aufholjagd im WM-Kampf. Aber warum gab es keine Strafe für den Iceman? Diese und weitere entscheidende Fragen zum 15. Saisonlauf in Japan klären wir in unserer Rennanalyse.

Hätten die Kommissare Räikkönen bestrafen müssen?

Suzuka ist immer ein heikler Start. Erstens, weil die Fahrer bergab anfahren müssen. Zweitens, weil der Zielgeraden eine superschnelle Kurve folgt, die in ein Dritte-Gang Eck mündet. Tempo: ungefähr 140 km/h. Da gibt es fast jedes Jahr Stress. So auch diesmal. Das erste Opfer war Fernando Alonso. Der Spanier wurde zwischen den Sauber von Sergio Perez und den Lotus von Kimi Räikkönen eingeklemmt. Als Alonso einen Schlenker nach außen machte, ging Räikkönen zu spät vom Gas und traf den Ferrari am linken Hinterreifen. Alonso kreiselte durchs Feld.
 
Kaum hatte sich der Rauch gelegt, da war der Ferrari-Motor abgestorben. Hier ist die Frage erlaubt, warum das Anti-Stall-Programm nicht funktioniert hat. Keiner bei Ferrari wusste eine Antwort. Hat der Computer nicht rechtzeitig den Leerlauf eingelegt, oder hat Alonso vergessen die Kupplung zu ziehen? Er hätte nämlich weiterfahren können. Nur der linke Hinterreifen war platt. Die Kollision geht auf Räikkönens Kappe. Hätte man den Finnen dafür bestrafen müssen? Selbst Ferrari-Rennleiter Stefano Domenicali schloss sich der Meinung der Sportkommissare an. Das war ein normaler Rennunfall. "Ich konnte bei Kimi keine böse Absicht erkennen."

Was passierte hinter dem Alonso-Drama?

Als Alonso dem restlichen Feld ins Auge blickte, kam es zu zwei weiteren Kollisionen. Erst drehte Romain Grosjean den Red Bull von Mark Webber um. Dann krachte Bruno Senna ins Heck des Mercedes von Nico Rosberg. Grosjean bekam die härteste Strafe, die man während eines Rennens vergeben kann: Zehn Sekunden Stop-and-go. Senna kam mit einer Durchfahrtstrafe davon.
 
Beide sind Wiederholungstäter. Zum Fall Grosjean meinte Red Bull-Berater Helmut Marko: "Ich verstehe nicht, dass er nach der Sperre wieder bei Null beginnen kann. Man sollte ihn mal für drei Rennen aus dem Verkehr ziehen." Senna hatte beim GP Europa Kamui Kobayashi rumgedreht. Und er war in der Startrunde von Hockenheim mit Grosjean kollidiert.

Wie kam Massa an Button und Kobayashi vorbei?

Felipe Massas Start war phänomenal. Von Platz elf auf Rang vier. "Ich bin sofort an Hamilton vorbei. Da Fernando und Kimi immer weiter nach außen abgedriftet sind, habe ich die auch noch überholt. Dann stand plötzlich Webber vor mir quer. Ich habe eine kleine Lücke gesehen und bin da durch. Weil wir alle abgebremst wurden, habe ich KERS benutzt und habe noch mal zwei Autos hinter mir gelassen."
 
Nach der Startrunde lagen nur noch Kamui Kobayashi und Jenson Button zwischen Massa und Spitzenreiter Sebastian Vettel. Einzige Überholchance war der erste Boxenstopp. Button wollte Kobayashi austricksen und wechselte bereits in der 13. Runde Reifen. So war Sauber gezwungen, eine Runde später zu kontern. Massa blieb auf der Strecke. "Ich hatte anfangs Reifen geschont und gewartet bis Jenson und Kamui an die Boxen gefahren sind. Dann habe ich Tempo gemacht." Der Brasilianer kam erst in Runde 17 an die Box. Er verlor beim Stopp sieben Zehntel auf Button und 0,2 Sekunden auf Kobayashi und kehrte trotzdem vor den beiden wieder auf die Strecke zurück.
 
Sein Mitspieler hieß Daniel Ricciardo. Kobayashi und Button landeten nach ihren Stopps hinter dem Australier, der noch mit seinem ersten Reifensatz unterwegs war. Beat Zehnder wunderte sich: "Unsere Simulation sagte uns, dass wir Kamui eigentlich vor Ricciardo hätten rausbringen müssen, aber irgendwie hat sich da wohl ein Fehler eingeschlichen." Das Tandem Button/Kobayashi verlor in den zweieinhalb Runden hinter Ricciardo 4,9 Sekunden. Zu viel, um vor Massa zu bleiben.

Wieso fuhr Vettel zum Schluss die schnellste Runde?

Sebastian Vettel hatte in der 44. Runde mit 1.36,466 Minuten die schnellste Runde gefahren. Das war um Meilen schneller als der zweitbeste Pilot im Rennen. Obwohl Vettel am Ende der 51. Runde mit 19,3 Sekunden vor Felipe Massa führte, legte er in der vorletzten Runde noch einmal einen Zwischenspurt ein. Mit seiner Zeit von 1.35,774 Minuten war er am Ende um 0,9 Sekunden schneller als Jenson Button. Doch war das nötig?
 
"Das bringst du dem Vettel nicht mehr bei", stöhnte Red Bull-Konsulent Helmut Marko. "Wir haben ihm am Funk gesagt, dass keiner mehr mit frischen weichen Reifen im letzten Stint unterwegs ist. Um ihn davon abzuhalten, noch einmal auf Zeitenjagd zu gehen. Was tut er? Er setzt noch einen drauf."

Was war mit den McLaren los?

McLaren fuhr in Suzuka in der Defensive. Platz vier für Jenson Button und Rang fünf für Lewis Hamilton mit 25 respektive 46 Sekunden Rückstand auf den Sieger sind das schlechteste Ergebnis der McLaren, seit ihrer Technikoffensive in Hockenheim. "Wir waren chancenlos", gab Teamchef Martin Whitmarsh zu. "Wenn alles glatt läuft, müssen wir die Plätze hinter Vettel belegen." Es lief aber nicht alles nach Plan.
 
"Jenson haben wir mit dem Getriebewechsel einen schlechten Startplatz eingebrockt. Überholen ist in Suzuka extrem schwierig. Er hat das Beste aus der Situation gemacht. Am Ende der Stints waren wir schneller als die Sauber." Zwischenzeitlich gab es Alarm bei Button. Der meldete Getriebeprobleme an die Box. "Nicht schon wieder", dachte man am Kommandostand. Später erwies sich der Notruf als blinder Alarm.
 
"Beim Boxenstopp hat hinten rechts die Bremsscheibe Feuer gefangen. Dadurch wurden einige Sensoren im Umfeld zu heiß. Sie gaben falsche Informationen an das Getriebe ab, was hin und wieder in den Leerlauf schaltete. Jenson hatte das Gefühl, dass etwas mit dem Getriebe nicht stimmt. Nachdem sich alles wieder abgekühlt hatte, lief auch das Getriebe wieder normal", so die erste Fehler-Analyse von Whitmarsh.
 
Auch Lewis Hamilton musste zwischenzeitlich Fahrt rausnehmen."Wir haben am Auto von Lewis zeitweise einen Abtriebsverlust vorne festgestellt. Beim Boxenstopp wussten wir warum. Am Frontflügel hatten sich Gummistücke in den Flapspalten gesammelt. Als wir die Flügel gereinigt hatten, kehrte der Speed zurück."

Die besten Bilder des Rennens haben wir in unserer Fotogalerie.

GP Japan 2012: Ergebnis Rennen
Fahrer Team Zeit/ Rückstand
1. Sebastian Vettel Red Bull 1:28.56,242 Std.
2. Felipe Massa Ferrari +0:20.639 Min.
3. Kamui Kobayashi Sauber + 0:24.538
4. Jenson Button McLaren + 0:25.098
5. Lewis Hamilton McLaren + 0:46.490
6. Kimi Räikkönen Lotus + 0:50.424
7. Nico Hülkenberg Force India + 0:51.159
8. Pastor Maldonado Williams + 0:52.364
9. Mark Webber Red Bull + 0:54.675
10. Daniel Ricciardo Toro Rosso + 1:06.919
11. Michael Schumacher Mercedes + 1:07.769
12. Paul di Resta Force India + 1:23.460
13. Jean Eric Vergne Toro Rosso + 1:28.645
14. Bruno Senna Williams + 1:28.708
15. Heikki Kovalainen Caterham + 1 Runde
16. Timo Glock Marussia + 1 Runde
17. Vitaly Petrov Caterham + 1 Runde
18. Pedro de la Rosa HRT + 1 Runde
19. Romain Grosjean Lotus + 2 Runden
20. Charles Pic Marussia Ausfall
21. Narain Karthikeyan HRT Ausfall
22. Sergio Perez Sauber Ausfall
23. Fernando Alonso Ferrari Ausfall
24. Nico Rosberg Mercedes Ausfall
Michael Schmidt

Autor

Foto

xpb

Datum

7. Oktober 2012
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Kommentare
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