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GP Japan 2012 (Rennen)

Vettel-Sieg sorgt für WM-Krimi

Start GP Japan Fernando Alonso 2012 Foto: xpb 67 Bilder

Update ++ Fotos ++ Sebastian Vettel hat zum dritten Mal den Grand Prix von Japan gewonnen. Mit einem kontrollierten Start-Ziel-Sieg konnte der Weltmeister seinen Rückstand auf Fernando Alonso auf nur noch vier Zähler verkürzen. Der Spanier war schon in der ersten Runde ausgefallen.

07.10.2012 Tobias Grüner

Sebastian Vettel hat die WM wieder spannend gemacht. Von der Pole Position dominierte der Red Bull-Pilot am Sonntag (7.10.) 53 Runden lang das Geschehen auf der Strecke in Suzuka. Der Sieger-Champagner schmeckte dem Heppenheimer nach der Zieldurchfahrt besonders gut. WM-Konkurrent Fernando Alonso war schon in der ersten Kurve ausgeschieden, wodurch der Weltmeister seinen Rückstand von 29 auf vier Zähler reduzieren konnte.

Alonso und Rosberg fallen am Start aus

Mit einem guten Start konnte sich Vettel aus dem Chaos heraushalten, das sich auf den ersten Metern hinter ihm abspielte. Kimi Räikkönen schlitzte Alonso den linken Hinterreifen auf und zwang den Spanier in einen Dreher. "Ich weiß nicht, was er vorhatte. Da war eigentlich kein Platz", schimpfte Alonso später. "Aber das ist Rennsport. Vielleicht fällt nächstes Mal Vettel aus."

Auch der zweite Lotus von Romain Grosjean fiel wieder einmal durch Feindkontakt auf. Der Franzose drehte Mark Webber, wodurch der Australier ans Ende des Feldes zurückfiel. Das dritte Opfer der Startphase hieß Nico Rosberg. Dem Deutschen war Bruno Senna ins Heck geknallt.

"Das nervt so in der ersten Runde auszuscheiden", schimpfte Rosberg später. "Leider war wieder Grosjean der Auslöser. Webber stand quer und stand mitten auf der Bahn. Da war Stau ohne Ende. Ich habe rechtzeitig gebremst aber Senna hat es nicht rechtzeitig gesehen und ist voll in mich rein gerauscht."

Für Wiederholungstäter Grosjean gab es eine 10-Sekunden Stop-and-Go-Strafe. Mehr kann die Rennleitung während des Rennens gar nicht verhängen. Senna wurde wegen des Crashs zu einer Durchfahrtsstrafe verdonnert. Räikkönen kam nach dem unbeabsichtigten Kontakt gegen Alonso ohne Strafe davon. Bis die havarierten Autos geborgen wurden, musste das Safety-Car auf die Strecke.

Vettel mit ungefährdetem Start-Ziel-Sieg

Vettel ließ sich von dem ganzen Chaos nicht irritieren. Nach dem Neustart in Runde drei kontrollierte der Deutsche das Geschehen und baute seinen Vorsprung gegen Kamui Kobayashi und Jenson Button stetig aus. "Man träumt nachts davon ein solch perfektes Auto zu fahren", strahlte Vettel anschließend. "Das war ein wichtiger Schritt in der Meisterschaft. Aber es ist noch ein weiter Weg. Wir wissen nicht was noch passiert. Es ist eine verrückte Saison." Mit einem "domo arigato" bedankte er sich für die tolle Unterstützung der Fans.

Seine beiden Verfolger stellten sich mit frühen ersten Boxenstopps selbst ein Bein. Button und Kobayashi kamen nach dem Reifenwechsel hinter dem langsamen Toro Rosso von Daniel Ricciardo wieder auf die Strecke und verloren dabei viel Zeit.

Felipe Massa, der nach dem Startgetümmel auf Rang vier lag, nutzte die Gunst der Stunde und schob sich vorbei am Sauber-McLaren-Duo. Den Start-Ziel-Sieg von Vettel konnte aber auch der Brasilianer nie gefährden. Im Ziel betrug sein Rückstand 20,6 Sekunden. Damit stand die Ferrari-Nummer-Zwei das erste Mal seit Korea 2010 wieder auf dem Podium, was ihm in den Verhandlungen über einen neuen Ferrari-Vertrag für 2013 helfen könnte.

Kobayashi lässt Fans jubeln

Zur Freude der vielen Fans auf den Tribünen entschied Kobayashi den Kampf um den letzten Podiumsplatz für sich. Der Japaner fuhr ein fehlerfreies Rennen und bot Button in den spannenden Schlussrunter hinter ihm keine Angriffsfläche. Auf dem Podium wurde der Lokalmatador von den japanischen Fans frenetisch gefeiert.

"Das ist mein erstes Podium - und das in Japan. Das ist wirklich unglaublich", freute sich der Japaner. Seit Takuma Sato 2004 beim GP USA war es der erste Japaner, der auf dem Podest feiern durfte. Aguri Suzuki war 1990 als erster Pilot aus dem Land der aufgehenden Sonne unter die Top-3 gefahren.

Für Kobayashis Teamkollege Sergio Perez endete das Rennen nicht so erfolgreich. In Runde 19 drehte sich der Mexikaner im Zweikampf mit Lewis Hamilton in der Haarnadel-Kurve ins Aus. Hamilton landete somit relativ kampflos hinter seinem Landsmann Button auf Rang fünf. McLaren verzichtete dabei auf eine Stallregie zugunsten des in der WM besser platzierten Hamilton.

Schumacher knapp außerhalb der Punkte

Kimi Räikkönen hatte sich bei seiner Feindberührung mit Alonso in der ersten Kurve zwar den Frontflügel beschädigt, konnte den Schaden auf Platz sechs aber noch in Grenzen halten. Dahinter beendete Nico Hülkenberg ein kämpferisch starkes Rennen auf Position sieben. Der Rheinländer im Force India war auf Position 15 losgefahren.

Hinter dem Williams von Pastor Maldonado kämpfte sich auch Mark Webber in die Punkte. Der Australier war nach der Kollision mit Grosjean bereits ans Ende des Feldes zurückgefallen, konnte sich aber Runde für Runde an die Top Ten heranrobben. Als Belohnung gab es am Ende zwei Zähler für Rang neun.

Im Kampf um den letzten WM-Punkt hatte Michael Schumacher am Ende gegen Daniel Ricciardo knapp das Nachsehen. Acht Zehntel trennten den Mercedes und den Toro Rosso im Ziel. Auch Timo Glock ging leer aus. Mit einer Runde Rückstand landete der Hesse auf Position 16.

WM-Krimi in fünf Akten

Nach dem Rennen in Suzuka bleibt für die Piloten nur wenig Zeit zum Durchatmen. Schon in der kommenden Woche geht es in Korea wieder um wertvolle Punkte. Der WM-Kampf scheint nun eine Angelegenheit zwischen Alonso und Vettel zu werden. "Jetzt beginnt eine neue Mini-WM", so Alonso über die kommenden fünf Rennen. "Wir starten auf einem Punktelevel."

Hinter Alonso (194) und Vettel (190) kommt lange nichts. Kimi Räikkönen liegt mit 157 Zählern fast zwei Rennsiege entfernt. Er kämpft mit Lewis Hamilton (152) wohl nur um Rang drei. Mark Webber (134) und Jenson Button (131) machen Platz fünf unter sich aus.

Die Fotos des Rennens gibt es in unserer Bildergalerie.

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