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GP Japan 2013 (Rennen)

Vettel siegt dank Taktik-Glanzstück

Start GP Japan 2013 Foto: xpb 63 Bilder

Sebastian Vettel hat sich in Japan den fünften Saisonsieg in Folge gesichert. Mit einer strategischen Meisterleistung schob sich der Red Bull-Pilot an Teamkollege Mark Webber und Lotus-Pilot Romain Grosjean vorbei. Zum vorzeitigen Titelgewinn reichte es aber noch nicht.

13.10.2013 Tobias Grüner

So spannend hat es Sebastian Vettel lange nicht gemacht. Doch obwohl es im Rennen lange nicht danach aussah, stand der Heppenheimer am Ende wieder ganz oben auf dem Podium - bereits zum fünften Mal in Folge. Mit einem schlechten Start hatte sich der Weltmeister das Leben selbst schwer gemacht. Romain Grosjean kam am besten von der Linie weg und schob sich vor Mark Webber und Vettel in Führung.

Sebastian Vettel mit langem Mittelstint zum Sieg

Danach entwickelte sich der Grand Prix von Japan zu einem Taktik-Krimi. Webber wurde in Runde 25 sehr früh zum zweiten Reifenwechsel an die Box gerufen und auf eine 3-Stopp-Strategie gesetzt. Grosjean kam 4 Runden später – er versuchte es mit einer 2-Stopp-Strategie mit einem langen letzten Stint. Vettel versuchte es mit der dritten Alternative – er setzte seinen 2. Stopp erst in Runde 37 und fuhr einen langen Mittelstint.
 
In Runde 41 setzte der Weltmeister mit frischeren Reifen zum entscheidenden Angriff gegen Grosjean an. Am Ende der Zielgeraden flog der Red Bull dank DRS am Lotus vorbei. In den Schlussrunden geriet Grosjean mit abgefahrenen Gummis auch noch unter Druck von Webber. In der vorletzten Runde setzte der Australier zur Attacke an. Wie Vettel setzte er sich vor der ersten Kurve gegen Grosjean durch. Seinen Teamkollegen konnte Webber aber nicht mehr unter Druck setzen.

Vettel entscheidet sich früh für Alternativ-Taktik

Vettel strahlte nach der Zieldurchfahrt: "Heute war alles dabei. Der Start war so schlecht, wie er sein konnte. Danach habe ich versucht in einen guten Rhythmus zu kommen. Wir haben uns schon im ersten Stint entschieden, etwas länger zu fahren. Das hätte nicht besser funktionieren können. Das hat heute unglaublich viel Spaß gemacht. Ich liebe diese Strecke. Ich habe das heute wirklich genossen."

Webber zeigte sich dagegen etwas enttäuscht auf Rang 2: "Ich hätte heute auf dem Podium lieber eine Stufe höher gestanden. Sebastian war auf einer anderen Strategie. Die ist am Ende besser aufgegangen." Grosjean konnte mit Platz 3 leben, obwohl er das Rennen lange angeführt hatte. "Mein Start war natürlich super. Leider haben mich die beiden Red Bull noch bekommen. Wie haben aber vor dem Rennen gar nicht damit gerechnet, überhaupt mit Red Bull kämpfen zu können. Und Suzuka war in der Vergangenheit kein gutes Pflaster für mich. Rang 3 ist ein gutes Ergebnis - vor allem für mein Renningenieur, der aus Japan kommt."

Hülkenberg kann Alonso und Räikkönen nicht halten

Auch um die Plätze dahinter wurde hart gekämpft. Mit einem guten Start und frühen Stopps lag Nico Hülkenberg lange auf dem begehrten 4. Platz. Im Gegensatz zur Vorwoche in Korea konnte er die Position allerdings nicht halten. In Runde 46 musste er dem Druck von Fernando Alonso im Ferrari nachgeben. Zwei Runden vor dem Ende rutschte auch noch Kimi Räikkönen im zweiten Lotus durch und schob Hülkenberg auf Rang 6.

"Wie erwartet, war es eine Strecke, die viel Reifen frisst. Wir sahen über lange Zeit aber ordentlich aus. Ich war überrascht, dass ich mich so lange auf Platz 4 halten konnte", nahm Hülkenberg das Ergebnis gelassen.

Verkorkstes Rennen für Mercedes

Dahinter kam es zum Kampf zwischen Nico Rosberg und Esteban Gutierrez um Rang 7. Rosberg war durch eine Durchfahrtsstrafe zurückgefallen. Beim erste Stopp in der Boxengasse hatte er gefährlich den Weg von Sergio Perez gekreuzt. In den Schlussrunden kam es zum harten Kampf zwischen dem Sauber und dem Mercedes – mit dem besseren Ende für Gutierrez.

"Der Start verlief sehr gut. Da habe ich innen ein paar Plätze gutgemacht", erinnert sich Rosberg. "Leider ist der Boxenstopp schief gegangen. Da haben wir keinen guten Job gemacht. Es war mir sofort klar, dass es eine Durchfahrtsstrafe gibt. Ich hab danach zwar noch ein paar gute Überholmanöver gezeigt, aber der Sauber war am Ende nicht zu schnappen. Der hatte auf der Geraden einen super Top-Speed."

Für Mercedes war es insgesamt kein gutes Wochenende. Lewis Hamilton musste das Rennen schon nach 8 Runden aufgeben. Beim Versuch Vettel am Start zu überholen, schlitzte sich der Brite den linken Hinterreifen auf. Der zerfetzte Gummi beschädigte den Unterboden. Mit reduziertem Abtrieb blieb dem Engländer nur der vorzeitige Rückzug.

Button ringt Massa nieder

Um die letzten beiden Punkteplätze wurde ebenfalls hart gefightet. Hier hieß das Duell Felipe Massa gegen Jenson Button. Genau wie Rosberg musste auch Massa einmal zusätzlich durch die Box fahren. Der Ferrari war beim zweiten Stopp zu schnell in der Boxengasse unterwegs, was der Rennleitung nicht entgangen war. Button verlor mit missglückten Reifenwechseln wertvolle Sekunden. In der letzten Runde drückte sich der Brite am Brasilianer vorbei auf Rang 9.
 
Für Adrian Sutil gab es wieder einmal nichts Zählbares. Der Force India-Pilot musste das Rennen nach der Getriebestrafe am Samstag vom letzten Platz aufnehmen. Am Ende kam der Force India-Pilot immerhin noch auf Rang 14.

Vettel braucht 5. Platz in Indien

In der WM-Wertung ist die Titelfrage noch nicht ganz entschieden. Alonso hätte schlechter als Rang 9 landen müssen, dann hätte Vettel schon in Japan feiern können. In der WM-Wertung führt der Heppenheimer mit 297 Punkten 90 Punkte vor dem Spanier. Räikkönen liegt mit 177 Zählern auf Platz 3. Beim nächsten Rennen, in 14 Tagen in Indien, benötigt Vettel nur einen 5. Platz, um den Titel klarzumachen.

Alonso gibt sich realisitisch: "Es lief heute nicht alles für uns. Immerhin ist der Kampf um den Titel noch für ein Rennen offen. Aber dann müsste ich ja alle letzten Rennen gewinnen und in dieser Lage sind wir einfach nicht." Vettel selbst denkt noch nicht an die Meisterschaft. "Jetzt will ich erst einmal den Sieg feiern und einfach nur genießen. Der Vorsprung sieht gut aus. Aber es ist erst vorbei, wenn es vorbei ist."

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