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GP Japan

Alonso-Sieg und Strafen für WM-Leader

Foto: dpa 60 Bilder

Udpdate ++ Beim Großen Preis von Japan in Fuji hat Renault-Pilot Fernando Alonso am Sonntag (12.10.) seinen zweiten Erfolg in Serie gefeiert: nach dem Triumph von Singapur konnte der Spanier in Fuji von einem turbulenten Startcrash in der ersten Kurve profitieren und von Startplatz vier zum Sieg fahren.

12.10.2008

Das gesamte Formel 1-Fahrerlager in Fuji glaubte vor dem Start zum Japan-GP an eine spannungsarme Prozession der 20 Formel 1-Rennwagen, weil die 4,563 Kilometer lange Piste mit ihren vielen engen Kurven kaum Überholmöglichkeiten bietet. Doch weit gefehlt: das Rennen auf dem Fuji Speedway übertraf alle Erwartungen. Ein massiver Startcrash wirbelte die Spitzengruppe durcheinander, dann erhitzte eine Kollision zwischen den beiden WM-Hauptdarstellern Lewis Hamilton und Felipe Massa die Gemüter und schließlich hieß der Überraschungssieger Fernando Alonso.

Der Spanier in Renault-Diensten konnte sein Glück kaum fassen: "Ich hatte einen guten Start und profitierte von der Spätbremsaktion Hamiltons und gewann dabei zwei Plätze. Danach versuchten wir, Druck auf den führenden Robert Kubica auszuüben." Beim ersten Stopp konnte Alonso die Führung übernehmen. Der Spanier tankte eine Runde später als Kubica, fuhr eine sehr schnelle Rundenzeit auf dem Weg in die Box und stand anderthalb Sekunden kürzer als der polnische BMW-Sauber-Pilot.

Doch Alonso hatte alles andere als ein problemfreies Rennen: "Ich hatte mit den Reifen zu kämpfen: Im ersten Stint hatte ich starkes Graining der Vorderreifen, vermutlich weil ich die ganze Zeit sehr nah hinter Kubica hinterherfuhr. Der zweite Stint mit der harten Reifenmischung war dann sehr gut, weil ich freie Fahrt hatte. Im dritten Stint hatte ich wieder Graining, diesmal mit den weichen Reifen." WM-Chancen rechnet sich der Spanier trotzdem keine mehr aus: "Uns fehlen vier bis fünf Zehntelsekunden pro Runde auf die beiden Top-Teams. Da müsste schon Außergewöhnliches passieren, um in den WM-Kampf noch eingreifen zu können."

Kubica nach vorne gespült

Der zweitplatzierte BMW-Sauber-Pilot Robert Kubica war zufrieden mit dem Rennergebnis: "Ich war beim Start extrem spät auf der Bremse, so dass ich schon fürchtete, dass ich jemand treffen könnte, der von außen in die Kurve einlenkt. Aber alle Autos vor mir mussten eine weite Linie nehmen - und plötzlich lag ich in Führung, und das vom sechsten Startplatz!" Doch in der Folge kämpfte auch der Pole mit starkem Graining: "Im ersten Stint ging es noch, doch nach dem Stopp wurde es immer schlimmer."

Besonders dramatisch war der letzte Stint, als Kubica immer mehr unter Druck von Räikkönen kam, der ihn aber letztlich trotz mehrerer Versuche nicht zu überholen vermochte. "Für die ersten fünf Runden nach dem zweiten Stopp war es sehr schwer, Kimi hinter mir zu halten, weil ich sofort Graining mit den weichen Reifen bekam. Doch dann erholten sich die Reifen gottlob wieder." Sein Gegenspieler Kimi Räikkönen sagte zur Entscheidung über den Kampf um Platz zwei: "Nach meinem letzten Überholversuch musste ich in Kurve drei über die Auslaufzone ausweichen, danach bekam ich sofort wieder Graining, während sich Roberts Reifen erholten."

WM-Spitzenreiter im Hinterfeld

Das Startgetümmel beim Fuji-GP machte Alonso und Kubica zu den großen Profiteuren - und die Hauptakteure von McLaren-Mercedes und Ferrari verloren ihre angestammten Plätze. Lewis Hamilton hatte von der Pole Position einen schlechten Start, Kimi Räikkönen zog an ihm vorbei. Mit einer Harakiri-Aktion versuchte der Brite beim Anbremsen der ersten Kurve die Führung zurückzuerobern. Dabei verbremste er sich massiv und musste einen weiten Bogen nehmen - und mit ihm auch Räikkönen, Massa und Teamkollege Heikki Kovalainen.

Für die Aktion erhielt der WM-Leader eine Durchfahrtsstrafe. "Ich hatte keinen guten Start", so Hamilton, "und bremste ein bisschen zu spät. Aber die anderen fuhren ebenfalls alle einen weiten Bogen, ich war also nicht der einzige. Leider kann ich die Strafe für die Aktion nicht mehr rückgängig machen."

Massa dreht Hamilton

Der zweite große Aufreger von Fuji passierte in Runde zwei: Felipe Massa lag auf Platz sechs, direkt hinter ihm folgte WM-Leader Lewis Hamilton. Der Brasilianer verbremste sich in Kurve 10, Hamilton schlüpfte auf der Innenseite durch und lag in der folgenden Linkskurve klar vorne, als Massa mit einer Gewaltaktion auf der Innenseite dagegen halten wollte. Die Folge war eine Kollision, die Hamilton in einen Dreher zwang. Für diese Aktion bekam nun wiederum Felipe Massa eine Durchfahrtsstrafe.

Hamilton sah es so: "Ich überholte Felipe, weil er eine weite Linie fuhr. In der nächsten Kurve ließ ich ihm Raum, aber er traf mich hart und schickte mich in einen Dreher." Massa hatte einen anderen Blickwinkel: "Hamilton drückte mich in der Linkskurve auf den Kurb auf der Innenseite, dadurch konnte ich nicht mehr bremsen und traf deshalb sein Auto." Auch Massa bekam eine Durchfahrtsstrafe, schaffte aber immerhin noch Platz sieben und konnte so den Punkterückstand zu Hamilton in der WM-Wertung um zwei Punkte reduzieren. Hamilton kam nur auf Platz zwölf ins Ziel.

Nachträgliche Strafe für Bourdais

Von den Durchfahrtsstrafen für die WM-Leader und dem Starttumult konnten die deutschen Piloten nicht nachhaltig profitieren: Nur Toro Rosso-Pilot Sebastian Vettel schaffte es aus eigener Kraft in die Punkteränge. Im Ziel lag er auf Platz sieben, daraus wurde nach dem Rennen sogar noch Platz sechs, weil sein vor ihm klassierter französischer Teamkollege Sebastien Bourdais von den Stewards eine 25-Sekunden-Strafe bekam, da er nach seinem Boxenstopp mit Felipe Massa in der ersten Kurve kollidierte, woraufhin sich der Brasilianer drehte. "Ich verlor nach dem Start in der ersten Kurve wegen des Getümmels ein paar Plätze. Immerhin schafften wir es wieder in die Punkte zurück, trotz außergewöhnlich starkem Graining."

Ohne Punkte reist BMW-Pilot Nick Heidfeld aus Fuji ab. Der Mönchengladbacher versuchte mit einer Einstoppstrategie das Beste aus seinem schlechten Qualifying-Ergebnis zu machen - und verpasste mit Rang neun nur knapp die Punkteplätze. "Wegen der hohen Spritmenge war mein Auto natürlich entsprechend schwer und schwierig zu fahren. Unter den gegebenen Umständen war nicht mehr drin."

Auch Williams-Pilot Nico Rosberg setzte nach Startplatz 15 auf die Einstoppstrategie - und kam auf Platz elf ins Ziel. "Wegen eines technischen Problems hatte ich einen schlechten Start und fiel dort leider zurück. Mit meiner fahrerischen Leistung bin ich ganz zufrieden, ich konnte ein paar Konkurrenten überholen und fuhr mit maximalem Einsatz."

Ausfälle für Glock und Sutil

Ein schnelles Ende fand die Darstellung der beiden anderen deutschen WM-Teilnehmer: Toyota-Pilot Timo Glock, der das Rennen vom guten achten Startplatz in Angriff nahm, musste bereits in der sechsten Runde aufgeben: "Ich bin leider an einer Unfallstelle über ein Trümmerteil gefahren, danach wurde das Handling immer schlechter. Deshalb habe ich mich in Kurve 6 in die Wiese rausgedreht. Bei dem großen Sprung in der Wiese ist die Sitzhalterung gebrochen."

Force-India-Pilot Adrian Sutil kam nur zwei Runden weiter als Glock: "Ich hatte einen Reifenschaden, auf der Start-Zielgeraden ging der Reifen hoch und ich musste das Auto leider abstellen. Das war sehr schade, denn ich lag zu diesem frühen Zeitpunkt des Rennens bereits auf Platz zehn. Ich konnte allein beim Start acht Plätze gutmachen!"

-> GP Japan: Ergebnis Rennen
-> GP Japan: Startaufstellung

-> Formel 1 Datenbank

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