Jetzt auch für: iPhone, iPad, Android und Windows
Marken
Themen
Artikel
Videos
Baureihen
Alle Treffer mit anzeigen

GP Japan

Hamilton auf Pole

Foto: dpa

WM-Spitzenreiter Lewis Hamilton hat am Samstag (29.9.) dieQualifikation zum Großen Preis von Japan gewonnen. Der Brite setztesich in Fuji im Regen vor dem spanischen Weltmeister Fernando Alonso imzweiten McLaren-Mercedes durch. Kimi Räikkönen im Ferrari lag alsDritter 0,148 Sekunden zurück.

29.09.2007 Michael Schmidt

Lewis Hamilton machte es spannend. Der Engländer überholte in derletzten Trainingsminute seinen Teamkollegen Fernando Alonso und startet zum fünften Mal in dieser Saison von der Pole Position. Mit seiner Zeit von 1.25,368 Minuten (Schnitt 192,425 km/h) war er trotz nasser Fahrbahn nur um 6,5 Sekunden langsamer als die Freitagsbestzeit auf trockener Piste. „Der Asphalt ist unglaublich“, lobte Hamilton die Strecke. „Ich hatte noch nie soviel Grip bei nassen Bedingungen.“

Fernando Alonso gab sich nach der Niederlage um 0,070 Sekunden eher kleinlaut. Er wechselte im Top Ten-Finale im Gegensatz zu seinen Konkurrenten nur einmal auf einen frischen Satz Intermediates. „Das war von Anfang an unser Plan. Ich wollte so wenig Zeit wie möglich in den Boxen verlieren.“ Wenn es morgen wie in Spa zu einem Sprintduell der McLaren-Piloten in die erste Kurve kommt, wird man am Kommandostand denAtem anhalten. Hamilton schwächte seine Absage, er wolle in Zukunft härter attackieren, ab: „Wir sind doch keine Idioten. Fernando und ich wollen gewinnen. Das geht nicht mit einem Crash beim Start.“

Ferrari belegt die zweite Startreihe. Zumindest Kimi Räikkönen hätte eine Chance auf die Pole Position gehabt. Ihm fehlten nur zwei Zehntel, und er musste mit einem Handikap fahren. Ein defekter Sensor legte das Schnellschaltgetriebe lahm. Das bringt im Vergleich zum Normalmodus zwei Zehntel pro Runde. Für das Rennen machen sich Räikkönen und Felipe Massa trotzdem Hoffnungen. Ferrari pokerte mit weniger Abtrieb als McLaren. Das zeigen die Topspeeds. Die Ferrari waren auf der Geraden um fünf km/h schneller. Das kann ein Joker sein, wenn es im Rennen trocken ist.

Nachdem das dritte Training wegen Nebels nach fünf Minuten abgebrochen werden musste, wurden im Fahrerlager bereits Notfall-Szenarien diskutiert. Was passiert, wenn es gar keine Qualifikation gibt? Antwort: Dann wird nach Startnummern gestartet. So weit kam es jedoch nicht. Das Abschlusstraining ging pünktlich los, nachdem kurz vorher die Nebelschwaden abgezogen waren. Somit konnte auch der Rettungshubschrauber wieder fliegen.

Wegen der unsicheren Wetterprognose für Sonntag gingen die Teams mit einem Kompromiss-Setup ins Training und ließen sich die Option für ein Einstopprennen offen.

Vettel mit Sensationsfahrt

Die Sensation des Tages war Sebastian Vettel. Als Neunter fehlten ihm nur1,6 Sekunden auf die Bestzeit. Damit stieß zum ersten Mal einToroRosso-Pilot in die Top Ten vor. „Sebastian ist toll gefahren“, lobte Teamchef Franz Tost. Auf Wunsch des 20-Jährigen zog das Team gleich zu Trainingsbeginn Intermediates auf, obwohl es da noch zu nass für die Mischbereifung war. Prompt drehte sich Vettel zwei Mal. Der Planging trotzdem auf: „Ich wollte im ersten Qualifikationslauf ohne Boxenstopp durchkommen und meinen Rhythmus finden.“ Im letzten Abschnitt des Trainings wechselte ToroRosso ein Mal die Reifen, was rückblickend ein Fehler war. „Wir haben es zu spät getan“, kritisierteTost. „Wäre Sebastian durchgefahren, hätten wir es vielleicht noch vorbei an Mark Webber geschafft.“ Für den Renntag hat Tost einen klaren Wunsch: „Wir beten für Regen.“

Renault und Toyota patzten

Große Enttäuschung bei Renault. Die entthronten Titelverteidiger brachten kein Auto ins Top Ten-Finale. Giancarlo Fisichella und Heikki Kovalainen landeten nur auf den Plätzen 11 und 12. Auch für Fuji-Hausherr Toyota endete das Zeittraining mit einer Enttäuschung. Die Startplätze 14 (Trulli) und 16 (Schumacher) sind Ruhmesblatt, wenn morgen aus Tokio der ganze Vorstand anreist. Schlimmer noch: Mit dem Siebten Jenson Button startet ein Honda-Pilot klar vor den beiden Toyota.

Turbulentes Qualifying

Die ersten 15 Minuten hatten es in sich. Die Fahrer mussten praktisch unvorbereitet auf die Bahn. Es ging zu wie bei der Rush-Hour in Tokio. Eine Minute vor dem ersten Abschnitt waren WM-Spitzenreiter Lewis Hamilton und Nick Heidfeld immer noch nicht qualifiziert. Sie kamen erst mit ihrem letzten Versuch eine Runde weiter. Ralf Schumacher schaffte zwar den Sprung in den zweiten Qualifikationslauf, doch er konnte daran nicht mehr teilnehmen. Der Deutsche war mit dem Spyker von Sakon Yamamotor kollidiert. Sein Toyota war so stark beschädigt, dass an eine Reperatur nicht zu denken war. Rechts hinten war das Rad abgeknickt. Der Heckflügel fehlte. ’Ich bin ganz schön hoch geflogen’, berichtete Ralf. Schumacher räumte ein, an dem Crash nicht ganz unschuldig gewesen zu sein: ’Yamamoto fuhr die Kurve weit außen an. Ich dachte, er macht mir Platz, aber dem war wohl nicht so.’ Weil er für den Rest des Trainings zuschauen musste, landete Schumacher automatisch auf Platz 16, aus dem ein 15. wird, weil der Sechstplazierte Nico Rosberg wegen eines Motorwechsels um zehn Plätze zurückgestuft wird.

Der Wetterbericht für Sonntag kündigt auch wieder Regen an. Wie lange und wann genau er fallen wird, weiß keiner. Die Einheimischen sagen: Der Fujiyama macht sein eigenes Wetter. Wenn es regnet, ist meistens auch Nebel dabei. Das Problem ist die Lage der Rennstrecke. Fuji liegt 580Meter über dem Meer.

Kommentar schreiben

Es ist noch kein Kommentar vorhanden. Seien Sie der Erste und sagen Sie und Ihre Meinung.

Neues Heft
Empfehlungen aus dem Netzwerk
3D Felgenkonfigurator
Anzeige
Whatsapp
Immer auf dem neuesten Stand mit unserem WhatsApp-NewsletterJetzt kostenlos anmelden