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Trainingsanalyse GP Kanada

13 Autos in sieben Zehnteln

Jenson Button - McLaren - Formel 1 - GP Kanada - 8. Juni 2012 Foto: xpb 84 Bilder

Der erste Trainingstag in Montreal brachte vor allem eine Erkenntnis. Es gibt viele Favoriten. Im Qualifying erwartet die Fans ein knallharter Ausscheidungskampf in der zweiten Runde. Die Top-Teams müssen vor allem auf Sauber und Williams aufpassen. Entscheiden könnte wieder einmal das Wetter.

09.06.2012 Michael Schmidt

Geht es nach den ersten Eindrücken des Freien Trainings könnte der GP Kanada wieder ein spannendes Rennen werden. Mit einer Überraschung und vielleicht einem siebten Sieger. Zwischen Platz eins und Platz 13 lagen im Freitagstraining 0,7 Sekunden. "Im letzten Jahr waren es zweieinhalb Sekunden", erinnert sich Peter Sauber.

Was sind die Rundenzeiten vom Freitag wert? Diese Frage stellt sich nach jedem ersten Trainingstag. Diesmal könnten die Dauerläufe wirklich Schall und Rauch sein. "Am Sonntag soll die Asphalttemperatur auf über 40 Grad steigen", kündigte Red Bull-Teamchef Christian Horner an. In den ersten beiden Trainingssitzungen wurden lediglich zwischen 22 und 26 Grad auf dem Streckenbelag gemessen.

Horner: "Q2 wird eine Nervenschlacht"

Das dichtgedrängte Feld lässt eine extrem spannende Qualifikation erwarten. "Q2 wird eine Nervenschlacht", fürchtet Horner. "Ein Fehler oder einmal Verkehr zum falschen Zeitpunkt, und du bist draußen." Zu den sieben Autos, denen man einen GP-Sieg zutraut, könnte auch Force India stoßen. "Wir wollen beide Autos in die Top Ten bringen. Das sollte auf jeden Fall möglich sein", kündigt Sportdirektor Otmar Szafnauer selbstbewusst an.

Nico Hülkenberg bremst: "Das Gefühl ist gut, und die Hoffnung, dass uns die Konfiguration mit weniger Abtrieb entgegenkommt, könnte sich bewahrheiten. Aber die Zeiten am Freitag sind schwer zu lesen. Ich wünsche mir noch eine bessere Balance. Das geht aber vielleicht allen so."

Red Bull sieht Hamilton in der Favoritenrolle

Red Bull-Berater Helmut Marko urteilt nach 180 Trainingsminuten: "Hamilton liegt knapp vorne. Unsere Dauerläufe sind im Schnitt ein Zehntel langsamer. Aber Vettel ist seine Zeit auf den härteren Reifen gefahren und Webber war mit den superweichen Reifen zu früh draußen." Red Bull hatte sich am Nachmittag vor allem im dritten Sektor gesteigert. "Wir verlieren auf der Geraden jetzt nur noch ein statt vier Zehntel", freute sich Marko.

McLaren zeigte sich in der Traktion stark verbessert. Die neue Hinterradaufhängung scheint ein Volltreffer zu sein. Und Ferrari? "Die liegen leicht hinter uns", glaubt Marko. Ferrari-Rennleiter Stefano Domenicali sieht seine roten Autos bei der Musik. "Ein positiver Tag. Beide Fahrer sind mit ihren Autos zufrieden." Der neue Auspuff scheint ein Erfolg zu sein. Er soll auch im Rennen dranbleiben.

Aufpassen auf Sauber und Maldonado

Wie üblich belauern sich die Top-Teams wieder nur gegenseitig. "Da ist ihnen entgangen, dass Perez und Maldonado genauso schnell sind", spottet Sauber-Teammanager Beat Zehnder. "Wir fahren auch tiefe 1.19er Zeiten. Maldonado sieht sogar noch ein bisschen stärker aus." Der Williams-Pilot selbst zeigte sich entsprechend zufrieden: "Das Gefühl im Auto ist sehr gut, vor allem im Renntrimm. Der neue Heckflügel funktioniert auch super."

Mercedes blieb da noch etwas hinter den Erwartungen zurück. Nico Rosbergs Dauerlauf lag im Schnitt bei mittleren 1.19er Zeiten. TV-Reporter Martin Brundle zog als Streckenspion nicht die Stoppuhr sondern sein Gefühl zu Rate. "Die Mercedes und Ferrari machen einen sehr guten Eindruck. Beide können unheimlich weich fahren. Dagegen ist der McLaren bretthart."

Lotus hofft auf heißes Wetter

Die Lotus sind wie üblich nur schwer einzuschätzen. Ihre Bestzeiten waren lediglich Mittelmaß. Das muss aber nicht viel heißen. Kimi Räikkönen und Romain Grosjean fuhren ein anderes Trainingsprogramm als der Rest. Aus Angst vor Regen spulten die beiden ihre Dauerläufe auf den extraweichen Reifen schon am Vormittag ab. Angeblich mit ordentlich Sprit im Tank.

Daran gemessen war vor allem der Longrun von Romain Grosjean beeindruckend. Der Franzose streute auch vier 1.18er Zeiten mit ein. Teambesitzer Gerard Lopez glaubt: "Das könnte unser Wochenende werden. Wenn die Wettervorhersage für das Rennen stimmt, dann werden wir kein Problem haben, die Reifen auf Temperatur zu bringen."

Einstopp-Taktik möglich, aber nicht schnell

Die Dauerläufe lassen vermuten, dass es am Sonntag wie in Monte Carlo wieder ein Einstopprennen geben könnte. Peter Sauber zweifelt daran: "Erstens soll es heißer werden. Zweitens werden die Top Ten auf den extraweichen Reifen starten. Ich bin mir nicht sicher, wie lange die mit viel Benzin an Bord durchhalten. Und drittens ist ein Einstopprennen vielleicht gar nicht schneller. Die Boxengasse in Montreal ist extrem kurz. Da fällt ein zweiter Stopp nicht so ins Gewicht."

Auch Pirelli-Sportchef Paul Hembery glaubt auch nicht an diese Einstopp-Taktik. "Ich denke, die meisten werden zwei Mal Reifen wechseln. Mit dem ersten Satz supersoft kommt man ungefähr bis Runde 20. Mit dem Soft kann man den Rest theoretisch schaffen. Aber ich glaube nicht, dass das schneller ist." In Monaco ging es vor allem um eine gute Position auf der Strecke zu behalten. In Kanada kann man dagegen gut überholen, wenn man ein schnelleres Auto besitzt.

In unserer Galerie haben wir die besten Fotos vom Trainingsfreitag.

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